Ein besonderes Erlebnis
Tillie Waldens Graphic Novel ist ein wunderschönes und einzigartiges Leseerlebnis. Der Grafikstil ist speziell, mitunter farbarm in seiner Vielfalt (es werden oft nur wenige Farben verwendet, die Farbpalette ist begrenzt), die Welt trotz des Sci-Fi-Settings sehr geerdet und fast altertümlich, mit keinerlei futuristischer Kleidung, Schiffen, die aussehen wie Fische, irdischen Waffen und Häusern/Orten, die einfach im Weltraum schweben, ohne auf Planeten errichtet zu sein oder sichtbare Abschottungen gegen den Weltraum zu haben. Die Geschichte ist dabei ein wenig merkwürdig dreigeteilt: Der eine Teil berichtet von Mia, die sich einer Crew von Leuten anschließt, die alte Orte restaurieren. Eingewoben darin sind Einschübe aus der Vergangenheit von Mia, als sie auf einem Internat war und sich dort in ein anderes Mädchen verliebt hat. Der dritte Teil, der auch etwa das letzte Drittel des Graphic Novel einnimmt, beschäftigt sich mit der Suche nach diesem Mädchen. Dieser Teil grenzt sich stark von den anderen beiden ab, die eher cozy, melancholisch, träumerisch und stark von Themen wie Coming of Age und Found Family geprägt sind. Denn der dritte Teil ist actiongeladen, brutal und auch düsterer. Beim Lesen empfand ich dies als einen leichten Bruch, weswegen ich auch einen Stern abziehe. Grafisch, von den Themen und Figuren ist es ein Fünf-Sterne-Read, der Cut zur Action hätte in meinen Augen aber nicht (so krass) sein müssen. Trotzdem bin ich sehr froh, den Graphic Novel gelesen zu haben, und kann ihn sehr empfehlen, sofern man sich an diesem Cut nach 2/3 des Buchs nicht stört.







