
Eine poetische, mutige Liebeserklärung an das Anderssein
Ich war sofort Hin und Weg von dem einzigartigen Stil, und der Film zählt seit Jahren zu meinen Favoriten. Irgendwann ist die Buchvorlage auf meinen SUB gewandert und endlich habe ich es zur Hand genommen und gelesen. Jede Szene im Buch ist durchdacht, atmosphärisch dicht und wird von einer spannenden Mystik getragen, die lange nachhallt und beschäftigt. Die Sprache ist lyrisch und detailliert. Zart und zugleich kraftvoll werden die verschiedenen Perspektiven gezeigt und wie alles zusammenhängt habe ich absolut geliebt. Besonders beeindruckend ist, wie solche Themen wie Feminismus und Machtgefälle im Setting der 60er-Jahre der USA mit einfließen und sehr glaubhaft wirken, trotz der Fantasyelemente als Hauptaugenmerk. So findet sich eine Bedeutung auf vielen Ebenen. In der stillen Stärke der Protagonistin, in ihrer Selbstbestimmung und in der Weigerung, sich von einer normierten Welt definieren zu lassen. Das Buch feiert erblühende weibliche Autonomie und zeigt uns toxische Männlichkeit auf, ohne je belehrend zu sein. Das Unbekannte und Fremde, das Nicht-Erklärbare – wird nicht als Bedrohung, sondern als Einladung verstanden. Liebe jenseits von Konventionen darf existieren und darin liegt die große emotionale Kraft der Geschichte. Zentrales Thema ist für mich außerdem wahre Freundschaft und in welch außergewöhnlichen Formen es sie geben darf. Loyal, solidarisch und frei von Bedingungen oder gesellschaftliche Rollen. The Shape of Water ist ein leises, wunderschönes Buch über Liebe, Menschlichkeit und wie man sie definiert sowie die Freiheit, selbst zu bestimmen, wer man ist. Eine Geschichte, die berührt, nachdenklich macht und zeigt, dass das Ungewöhnliche oft das Wahrhaftigste ist. Absolut verdiente fünf Sterne.



























