
ICH HAB SO GEHEULT
„If I was your girl“ hat einfach mein ganzes Herz. Das Buch handelt von Amanada, einer Transfrau, die nach schweren Zeiten zu ihrem Vater in eine andere Stadt zieht, um einen Neuanfang zu wagen. (auf deutsch könnt ihr das Buch unter „Als ich Amanda wurde“ finden, auch wenn ich den Titel sehr kontrovers finde) Da das Thema in meinem Leben eine große Rolle spielt, und es mein Wunsch wäre, dass es für die ganze Welt wichtiger wäre - habe ich etwas länger nach Büchern mit trans(weiblichen) Protagonisten gesucht. Dieses Buch landete dann auf meiner Wunschliste und ich bekam es vor 3 Tagen von meiner wunderschönen Verlobten. Erstens - es ist gut und flüssig geschrieben (auf Englisch habe ich es gelesen) und die Wortwahl ist packend gewählt. Ich finde es gut, dass die Geschichte einer Transfrau von einer Transfrau selbst geschrieben wurde, denn dadurch konnte es in einigen Bereichen realistischer durchleuchtet werden. Man möge denken, dass Amandas Leben trotz allen Struggles und Schwierigkeiten „einfacher“ und klischeebehafteter scheint als das anderer Transfrauen, doch dieses kleine Minus gleicht sich durch das Nachwort der Autorin aus und wurde im Q&A beschrieben. Zu Anfang empfand ich das Buch direkt als gut dargestellt, jedoch sehr triggernd und herzzerreißend. Es machte mich sofort süchtig und ich las das Buch als erstes nach langer Zeit schnell und interessiert durch. Trotz einiger Klischees oder „Privilegien“ wurden die Struggles von Trans* personen meinen Eindrücken nach realistisch dargestellt und viele, viele wichtige Dinge, auf die Außenstehende nur selten kommen, wurde beleuchtet. Die Romanze zwischen Grant und Amanda war für mich vielfältig, wunderschön aber auch fragwürdig. Das Buch wird dauerhaft im POV von Amanda erzählt, und springt von der Gegenwart zu Vergangenheitsereignissen. Besonders mochte ich die Zeitsprünge, die den Weg der Erkenntnis und der Transition aufklärten. Ich habe oft in anderen Rezensionen gelesen, dass das Buch sehr predictable sein solle, ich jedoch empfand es als unvorhersehbar und es gab viele, emotionale Twists. Ich LIEBE Amanda und ich liebe, wie dieses Buch mich auseinandergenommen hat, mich jede Emotion hat fühlen lassen und mich weinend aber auch lächelnd zurückgelassen hat. Stolz. Klar braucht es, um das Thema zu verstehen mehr, als dieses Buch, jedoch würde ich dieses Buch JEDER cis Person ans Herz legen, die sich mit diesem Thema nicht auskennt oder vielleicht sogar negativ dem Thema gegenübersteht, da ich denke, es kann gut die Augen öffnen. Aber auch Menschen, die in der Transition oder der Erkenntnis am Anfang stehen, würde ich dieses Buch ans Herz legen, da es neben den leider vielen, harten Punkten auch viel Kraft und Hoffnung geben kann. Ich mochte auch das Ende sehr gerne, da es viel Platz für Fantasie und Entscheidungen lässt. Vor allem das Nachwort hat einen wichtigen Wert und emotionalen Einfluss. Mit mehr Seiten hätte das Buch allerdings mehr Tiefe erreichen können, was zwar hart, aber wichtig gewesen wäre. Meredith Russo hat mit diesem Roman wirklich mein Herz - und es ist neben „The First to Die at The End“ jetzt wohl mein absolutes Favoritenbuch.











