
Ein ehemaliger SeaWorld-Trainer erzählt von seiner Karriere zwischen Bewunderung, Bindung und Verrat.
Als Kind sah er die Trainer wie Götter – Menschen, die scheinbar mühelos riesige Orcas beherrschen. Später stand er selbst im Becken. Doch hinter der glänzenden Show steckt ein anderes Bild: Druck, Kontrolle, Manipulation. Sowohl über Tiere als auch über Menschen. Hargrove beschreibt die Bindung zu den Orcas intensiv, fast zärtlich. Gleichzeitig stört mich, wie oft er sie als „monströs“ oder „gefährlich“ bezeichnet. Diese Tiere sind traumatisiert, falsch sozialisiert, eingesperrt. Kann man von ihnen erwarten, „gesellschaftskonform“ zu funktionieren? Die Struktur des Buches wirkt oft sprunghaft. Aber klar wird: SeaWorld ist Strippenzieher und Gefängnis zugleich für Orcas genauso wie für die Trainer. Eine Bindung, die auf Zwang beruht, ist keine echte Bindung. Zurück bleibt für mich vor allem eins: Die erschreckende Deutlichkeit, wie überheblich wir Menschen oft mit dem Rest der Natur umgehen.
