
Gott sei Dank: keine klassische Romantasy 🗡️🖤Hate me harder
In Starside begibt sich Aris auf eine gefährliche Reise durch eine düstere aber gleichzeitig auch wunderschöne Fantasywelt, in der alte Mächte, politische Konflikte und persönliche Geheimnisse eng miteinander verwoben sind. Dabei ist Aris gezwungen, ausgerechnet mit Harlan zusammenzuarbeiten – einem Mann, dessen Motive lange im Dunkeln bleiben. Je weiter die Reise voranschreitet, desto deutlicher wird, dass beide mehr verbindet, als zunächst scheint. Meine Meinung Starside ist für mich insgesamt eine wirklich gelungene Fantasygeschichte, bei der Fantasy-Fans definitiv auf ihre Kosten kommen. Besonders gefallen hat mir das Worldbuilding. Es ist angenehm zugänglich und versucht nicht, den Leser mit unzähligen Begriffen oder komplizierten Regeln zu erschlagen. Die Welt erschließt sich ganz von selbst während der Handlung. Außerdem mag ich es immer sehr, wenn Bücher eine Karte enthalten, anhand derer man die Reise mitverfolgen kann. Auch wenn mir manche Entfernungen und die dafür benötigte Zeit etwas merkwürdig vorkamen, hat das meinen Lesefluss nicht wirklich gestört. Die beiden Hauptfiguren sind für mich sehr ausführlich ausgearbeitet und besitzen eine nachvollziehbare Tiefe. Ihre Beweggründe und Entscheidungen konnte ich über weite Strecken komplett nachvollziehen, auch wenn sie grundsätzlich eher ungewöhnlich sind. Auch auf Englisch ließ sich das Buch überraschend leicht lesen. Der Schreibstil folgt einem klaren Muster, wodurch man schnell in den Lesefluss kommt. Die Dialoge sind teilweise recht derb, gleichzeitig aber angenehm trocken und von einem eher schwarzen Humor geprägt. Die Figuren sprühen nicht vor Optimismus – und genau das mag ich in Fantasygeschichten grundsätzlich sehr. ⚠️ : Spoiler Was mir allerdings etwas gefehlt hat, waren starke Nebencharaktere. Ich gehöre eigentlich zu den Leserinnen, die oft gerade die Nebenfiguren besonders ins Herz schließen. Hier liegt der Fokus jedoch sehr klar auf Aris und Harlan. Das funktioniert zwar innerhalb der Geschichte, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass einzelne Nebenfiguren etwas mehr Raum bekommen. Ein weiterer Punkt war für mich das wiederkehrende Muster, dass Harlan Aris immer wieder retten muss. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass sich diese Dynamik etwas zu häufig wiederholt. Gerade der Mittelteil wirkte dadurch stellenweise etwas repetitiv – nicht nur bei den Rettungsszenen, sondern auch durch das wiederholte Auftauchen neuer Figuren nach einem ähnlichen Schema. Umso mehr hat mir gefallen, dass die Geschichte keine klassische Romantasy ist. Vor allem ist sie kein typisches Enemies to Lovers, wie man es momentan so oft liest. Das hat mich persönlich sehr abgeholt, weil ich diese plötzlich entstehenden Liebesgeschichten meist nicht besonders spannend finde. Zum Ende hin gewinnt die Geschichte dann noch einmal enorm an Intensität. Gerade das Motiv hinter Aris’ Reise sorgt für einige wirklich heftige Momente und ein starkes Kopfkino. Für empfindlichere Leserinnen und Leser könnten manche Szenen durchaus schockierend sein. Besonders gelungen fand ich den Spannungsaufbau zwischen Aris und Harlan. Die Dynamik der beiden bleibt bis kurz vor Schluss spannend und entwickelt sich schließlich zum eigentlichen Kern der Geschichte. Insgesamt habe ich mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt. Gerade das Finale war emotional eine richtige Achterbahnfahrt. Diese Intensität hätte ich mir allerdings schon etwas früher im Buch gewünscht. Dafür hätte der Mittelteil gerne etwas kompakter sein dürfen. Es kam aber grundsätzlich nie Langeweile auf - es zog sich nur manchmal etwas weil man dachte „oh, jetzt muss aber mal wieder langsam wer gerettet werden“ 😅 Fazit Starside überzeugt mit einer atmosphärischen Fantasywelt, starken Hauptfiguren und einem Finale, das emotional noch einmal ordentlich nachlegt. Auch wenn sich manche Handlungsmuster wiederholen und ich mir stärkere Nebencharaktere gewünscht hätte, bleibt das Buch durchgehend unterhaltsam. Vor allem die Tatsache, dass die Geschichte nicht auf eine klassische Romantasy-Formel setzt, hat sie für mich deutlich interessanter gemacht. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Reise weitergeht.






















