14. Apr.
Rating:3.5

Ein Buch, das sich wie ein riesiger Tagebucheintrag anfühlt

Ich verfolge den Fall Amanda Knox seit 2007 und habe auch ihr erstes Memoir schon vor einigen Jahren gelesen. Rückblickend hat sie es wahrscheinlich viel zu früh und zu schnell veröffentlicht, denn bei “Free” merkt man, dass sie mit mehr Abstand viele Dinge ganz anders und reifer reflektiert. Was ihr widerfahren ist, entzieht sich jeglicher Vorstellung. Und natürlich überwindet man solche einschneidenden Erlebnisse nicht einfach so, sondern sie arbeiten in einem und verursachen tiefe Traumata. Solche, die bis heute da sind (und wahrscheinlich auch immer sein werden). In dem Buch geht es weniger um das, was 2007 in Perugia passiert ist (oder eben auch nicht), es geht mehr um das Danach. Um die Rückkehr in die Normalität, das Sich-selbst-wiederfinden, und auch um Vergebung. Das Buch hat definitiv seine Längen und war mir an einigen Stellen zu unstrukturiert, aber ich verstehe, warum Amanda es geschrieben hat und ich hoffe sehr, dass sie damit für sich – zumindest ein Stück weit – endlich einen Abschluss gefunden hat.

Free
Freeby Amanda KnoxHeadline Publishing Group