7. März
Hope in Action ❤️
Rating:3.5

Hope in Action ❤️

„Wir alle haben nur dieses eine Leben. Und das möchte ich jetzt erleben und nicht auf eine ferne Zukunft verschieben. Ich bin fest davon überzeugt, dass Frauen das Recht dazu haben, zu hundert Prozent sie selbst zu sein. Sie sollen sich nicht verbiegen müssen, um konservativen, überholten Vorstellungen zu genügen, die dazu angetan sind, uns kleinzuhalten.“ S. 282 🌙 Sanna Marin war von 2019 bis 2023 die jüngste Ministerpräsidentin Finnlands. In „Hope in Action“ schreibt sie ihre Geschichte nieder - als Frau, als Mutter und vor allem als mutige junge Politikerin. 🌙 Ich mag Sachbücher dann ganz gern, wenn sie mich zum Nachdenken bringen und mich gleichzeitig emotional abholen. Für das Buch von Sanna habe ich mich interessiert, weil sie eben kein alter weißer Mann war und es doch als Politikerin an die Spitze eines Landes geschafft hatte. Die ersten 2/3 des Buchs haben sich leider sehr gezogen - es ging um detaillierte politische Entscheidungsprozesse, der Ton war nüchtern, Sätze habe ich manchmal nur quer gelesen. Doch die letzten 100 Seiten haben mich absolut abgeholt. Auf ihnen erzählte Sanna, was sie als junge Politikerin antrieb und wie eine moderne feministische Politik zu einer besseren Welt beiträgt. Gleichzeitig hat es mich unfassbar wütend gemacht, dass ganz egal, wie gut sie in ihrem Job war, es immer auch darum ging, was sie dabei trug, welche Höhe ihre Absätze hatten oder wie ausgelassen sie auf einer privaten (!) Party eines Freundes tanzte; das mag banal klingen, doch sie hätte es fast ihr Amt gekostet. Und deswegen halte ich dieses Buch für so wichtig: Es hinterlässt Wut, die bleibt, aber gleichzeitig auch Hoffnung darauf, dass wir sehr wohl an einer besseren Gesellschaft basteln können, die solidarisch ist, Minderheiten schützt und die Rechte einzelner stärkt. Und vielleicht poste ich diese Rezension heute ganz bewusst, denn morgen ist nicht nur der feministische Kampftag, sondern es finden auch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Ich hoffe, ihr geht wählen, und das bitte nicht rechts. ❤️

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
6. Feb.
Kein Sachbuch, kein Memoir – eher Impulse

Kein Sachbuch, kein Memoir – eher Impulse

„Für Frauen ist der Weg nach oben immer ein Kampf an vielen Fronten, und wir stoßen dabei auf Hürden und Vorurteile, die für Männer einfach nicht existieren.“ Mit 34 hat Sanna Marin als Ministerpräsidentin Finnlands und zugleich jüngste Regierungschefin der Welt Geschichte geschrieben. Bei ihrem Amtsantritt 2019 konnte sie allerdings noch nicht ahnen, was sie erwarten würde: eine Pandemie, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, mediale Skandale, private Herausforderungen und vor allem der tägliche Kampf, eine Frau in dieser von Männern dominierten Welt zu sein. Mit ihrem Buch möchte sie inspirieren und Impulse setzen. Und vor allem zeigen, dass eine von Frauen geführte Regierung durchaus die Macht besäße, die Welt zu verändern.

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
6. Jan.
Rating:3.5

Die (politische) Autobiographie der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin bleibt deutlich hinter dem zurück, was ihre Autorin als politische Figur verspricht. Das ist umso bedauerlicher, als Sanna Marin ähnlich wie Jacinda Ardern zu den interessantesten Regierungschef:innen unserer Zeit zählt.Bereits die Gestaltung des Buches überzeugt mich nicht. Die für mein Empfinden zu große Schriftgröße erzeugt den Eindruck künstlicher Streckung. Das veränderte Farbkonzept der deutschen Ausgabe – Rot-Schwarz statt finnischem Blau-Weiß – entkoppelt das Buch symbolisch von seinem nationalen Kontext und von anderen Ausgaben. Besonders irritierend ist jedoch das extrem bearbeitete, weichgezeichnete Coverfoto: Es steht vorausweisend für Inszenierung, Kontrolle, Glättung und Distanz statt Persönlichkeit. Für ein Genre, das Authentizität beansprucht, ist das ein deutliches Signal: Das Buch präsentiert ein Image.Inhaltlich leidet die Biographie unter erheblichen formalen und narrativen Schwächen. Die Erzählung folgt keiner klaren Chronologie, springt wiederholt zwischen Zeitpunkten und ist dabei teils widersprüchlich und falsch. Ein professionelleres Lektorat hätte diesem Buch deutlich gutgetan.Auch sprachlich bleibt der Text schwach. Besonders auffällig ist die sprachliche Zurückhaltung dort, wo eine politische Haltung zu erwarten wäre. Irritierend ist daher insbesondere, dass eine junge, linksprogressive, sozialdemokratische Ministerpräsidentin aus einem skandinavischen Land, das Gleichstellung programmatisch hochhält, nur in Ausnahmefällen gendert („Wählerinnen und Wähler“, „Bürgerinnen und Bürger“). Sie kandidiert für das Amt des „Bürgermeisters“, nicht der Bürgermeisterin, und reflektiert ihre Rolle als Frau in der Politik kaum. Fragen nach Geschlecht weist sie als unsinnig zurück („Man ist in der Politik, nicht im Häkelclub“) – eine Abwehr, die angesichts realer struktureller Ungleichheiten bemerkenswert kurz greift. Abgesehen von der Analyse medialer Skandale bleibt Geschlecht die meiste Zeit politisch weitgehend unbearbeitet - bis zum Schluss, als - too little too late - Kapitel 11 plötzlich und endlich die Themen adressiert, die als Teil der Geschichte, der Ereignisse so viel besser gepasst hätten. Der zentrale Kritikpunkt liegt jedoch in der inhaltlichen Tiefe. Das Buch bleibt überwiegend narrativ und oberflächlich. Viele politisch hochrelevante Themen werden lediglich angerissen oder gestreift, ohne vertieft oder kritisch reflektiert zu werden.Besonders enttäuschend ist, dass zentrale Fragen politischer Macht unbeantwortet bleiben: Wie gelang der Aufstieg konkret? Welche Widerstände mussten überwunden werden – strukturell, parteiintern, geschlechtsspezifisch? Wie wurden Kritiker:innen überzeugt, trotz oder gerade wegen einer klar progressiven Haltung? Welche Rolle spielten Netzwerke, Förderer:innen und günstige politische Konstellationen? Die entscheidende Unterstützung, die ihren Erfolg überhaupt ermöglichte, wird zwar erwähnt, aber nicht analysiert.Stattdessen erfährt man nur wenig über Motive, innere Konflikte oder emotionale Belastungen. Trotz einzelner ehrlicher Hinweise auf Überforderung, Belastungen und Unsicherheiten macht Marin sich kaum verletzlich; man lernt sie als Person nicht wirklich kennen. Dass die deutsche Ausgabe zudem vollständig auf Bildmaterial verzichtet, ist schade. In der Art der Darstellung erinnert das Werk stellenweise eher an ein Bewerbungsschreiben, in dem die eigenen Leistungen kontrolliert und beschönigend präsentiert werden.Gleichzeitig wäre es unfair, die vorhandenen Stärken zu unterschlagen. Interessant und stellenweise aufschlussreich sind die Einblicke in die EU-Haushaltsverhandlungen, die finnisch-russischen Beziehungen, den NATO-Beitritt sowie die politischen Maßnahmen während der Corona-Pandemie.

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
28. Dez.
Rating:3

Die (politische) Autobiographie der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin bleibt deutlich hinter dem zurück, was ihre Autorin als politische Figur verspricht. Das ist umso bedauerlicher, als Sanna Marin ähnlich wie Jacinda Ardern zu den interessantesten Regierungschef:innen unserer Zeit zählt. Bereits die Gestaltung des Buches überzeugt mich nicht. Die für mein Empfinden zu große Schriftgröße erzeugt den Eindruck künstlicher Streckung. Das veränderte Farbkonzept der deutschen Ausgabe – Rot-Schwarz statt finnischem Blau-Weiß – entkoppelt das Buch symbolisch von seinem nationalen Kontext und von anderen Ausgaben. Besonders irritierend ist jedoch das extrem bearbeitete, weichgezeichnete Coverfoto: Es steht vorausweisend für Inszenierung, Kontrolle, Glättung und Distanz statt Persönlichkeit. Für ein Genre, das Authentizität beansprucht, ist das ein deutliches Signal: Das Buch präsentiert ein Image. Inhaltlich leidet die Biographie unter erheblichen formalen und narrativen Schwächen. Die Erzählung folgt keiner klaren Chronologie, springt wiederholt zwischen Zeitpunkten und ist dabei teils widersprüchlich und falsch. Ein professionelleres Lektorat hätte diesem Buch deutlich gutgetan. Auch sprachlich bleibt der Text schwach. Besonders auffällig ist die sprachliche Zurückhaltung dort, wo eine politische Haltung zu erwarten wäre. Irritierend ist daher insbesondere, dass eine junge, linksprogressive, sozialdemokratische Ministerpräsidentin aus einem skandinavischen Land, das Gleichstellung programmatisch hochhält, nur in Ausnahmefällen gendert („Wählerinnen und Wähler“, „Bürgerinnen und Bürger“). Sie kandidiert für das Amt des „Bürgermeisters“, nicht der Bürgermeisterin, und reflektiert ihre Rolle als Frau in der Politik kaum. Fragen nach Geschlecht weist sie als unsinnig zurück („Man ist in der Politik, nicht im Häkelclub“) – eine Abwehr, die angesichts realer struktureller Ungleichheiten bemerkenswert kurz greift. Abgesehen von der Analyse medialer Skandale bleibt Geschlecht die meiste Zeit politisch weitgehend unbearbeitet - bis zum Schluss, als - too little too late - Kapitel 11 plötzlich und endlich die Themen adressiert, die als Teil der Geschichte, der Ereignisse so viel besser gepasst hätten. Der zentrale Kritikpunkt liegt jedoch in der inhaltlichen Tiefe. Das Buch bleibt überwiegend narrativ und oberflächlich. Viele politisch hochrelevante Themen werden lediglich angerissen oder gestreift, ohne vertieft oder kritisch reflektiert zu werden. Besonders enttäuschend ist, dass zentrale Fragen politischer Macht unbeantwortet bleiben: Wie gelang der Aufstieg konkret? Welche Widerstände mussten überwunden werden – strukturell, parteiintern, geschlechtsspezifisch? Wie wurden Kritiker:innen überzeugt, trotz oder gerade wegen einer klar progressiven Haltung? Welche Rolle spielten Netzwerke, Förderer:innen und günstige politische Konstellationen? Die entscheidende Unterstützung, die ihren Erfolg überhaupt ermöglichte, wird zwar erwähnt, aber nicht analysiert. Stattdessen erfährt man nur wenig über Motive, innere Konflikte oder emotionale Belastungen. Trotz einzelner ehrlicher Hinweise auf Überforderung, Belastungen und Unsicherheiten macht Marin sich kaum verletzlich; man lernt sie als Person nicht wirklich kennen. Dass die deutsche Ausgabe zudem vollständig auf Bildmaterial verzichtet, ist schade. In der Art der Darstellung erinnert das Werk stellenweise eher an ein Bewerbungsschreiben, in dem die eigenen Leistungen kontrolliert und beschönigend präsentiert werden. Gleichzeitig wäre es unfair, die vorhandenen Stärken zu unterschlagen. Interessant und stellenweise aufschlussreich sind die Einblicke in die EU-Haushaltsverhandlungen, die finnisch-russischen Beziehungen, den NATO-Beitritt sowie die politischen Maßnahmen während der Corona-Pandemie.

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
18. Dez.
Rating:5

Als Sanna Marin Ministerpräsidentin von Finnland wurde, war dies aus verschiedenen Gründen besonders. Sie war damals die jüngste in der Geschichte des eigenen Landes, aber auch die jüngste Regierungschefin weltweit. Dies war, neben ihrem sehr weiblichen Kabinett, sehr bemerkenswert. In ihrem Buch schreibt sie über diese Zeit, wie es ihr erging und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatte. Es ist erschreckend, dass selbst in einem doch so gleichgestellten Land wie Finnland, es dennoch von großer medialer Bedeutung war, welche Kleidung sie trug anstelle ihrer politischen Errungenschaften. Ich konnte mich in viele Situationen gut hineindenken und viele komplexe Vorgänge wurden gut erklärt, sodass sie nachvollziehbar waren. Definitiv lesenswert - ein Stück aktuelle Geschichte

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
11. Dez.
Rating:5

„Mut zur Verantwortung – und Mut ein Mensch zu bleiben“

Hope in Action – Die Zukunft gehört uns von Sanna Marin ist keine klassische Politiker-Autobiografie, sondern eher ein Blick hinter die Fassade „jüngste Ministerpräsidentin der Welt“. Marin erzählt von ihrem Weg aus einfachen Verhältnissen in Finnland bis ins Regierungsamt, von den Jahren als Regierungschefin mitten in Pandemie, Ukrainekrieg und Finnlands Weg in die NATO – und davon, wie es ist, unter Dauerbeobachtung zu stehen, weil man jung, Frau und sichtbar ist. Spannend ist, wie offen sie über Zweifel, Überforderung und Angriffe auf ihr Privatleben schreibt – inklusive der berühmten Party-Videos – und daraus eine größere Frage macht: Welche Art von Führung wollen wir eigentlich, und wie viel „Mensch“ darf eine Führungskraft sein? Am Ende bleibt ein ermutigendes Gefühl: Politik muss nicht kühl und zynisch sein, sie kann nahbar, wertebasiert und hoffnungsvoll sein ,aber sie hat einen hohen Preis. Ein Buch, das besonders jüngeren Leserinnen und Lesern Lust machen kann, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich dafür verbiegen zu müssen.

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan
5. Nov.
Starke Führung neu gedacht
Rating:5

Starke Führung neu gedacht

Als junge Premierministerin zur Weltbühne zu stürmen und dabei trotzdem Mensch zu bleiben — genau das macht Sanna Marin in Hope in Action spannend. Ihre Geschichte liest sich wie ein überraschender Mix aus Politthriller, Tagebuch und Mutmacher-Manual: Tempo, klare Kante bei Klima und Digitalisierung, und die ungeheuerliche Entschlossenheit, Dinge wirklich anzupacken. Beim Lesen hatte ich oft dieses angenehme Kribbeln, das sagt: Hier schreibt niemand aus dem Elfenbeinturm, hier schreibt eine, die Fehler kennt, Druck kennt und trotzdem vorangeht. Die Kapitel wechseln zwischen strategischen Entscheidungen (NATO-Beitritt, Klimaziele) und sehr persönlichen Momenten — inklusive jenem Video, das medial aufgeblasen wurde. Marin nimmt kein Blatt vor den Mund, bleibt dabei aber erstaunlich reflektiert. Genau das macht das Buch glaubwürdig: Nicht jede Lösung wirkt sofort, aber der Funke, den ihre Überzeugung schlägt, bleibt haften. Vor allem gefallen die Passagen, in denen Politik als Teamarbeit gezeigt wird — nicht als Einzelstar-Show, sondern als Prozess mit echten Menschen und Widersprüchen. Manche Abschnitte hätten gern noch tiefere private Zweifel vertragen dürfen; ein paar mehr intime Reflexionen hätten die Story noch runder gemacht. Trotzdem: Die Mischung aus Vision, Pragmatismus und persönlicher Erzählung ist stark. Wer Führung neu denken will oder einfach eine packende Memoire sucht, die so viel mehr ist als ein politisches Statement, der kriegt hier Stoff zum Nachdenken und Anpacken. Hope in Action ist kein reines Manifest — es ist ein Aufruf, Hoffnung in konkrete Schritte zu verwandeln. Und nach der Lektüre bleibt nicht nur Bewunderung übrig, sondern das dringende Gefühl: Machen.

Hope in Action
Hope in Actionby Sanna MarinPan Macmillan