
Bei diesem Buch lohnt sich durchhalten.
In diesem Roman geht es zum einen um Sloane, die wegen ihres Mannes an die Universität kommt und mit diesem zusammen eine kleine Tochter hat. Zum anderen um Nina, die unbedingt in eine Verbindung möchte. Bestenfalls soll diese Verbindung "Das Haus" sein, in dem Sloane durch Zufall Vertrauenslehrerin wird. Ich finde den Schreibstil sehr akademisch. Das bedeutet für mich, ein anspruchsvolles Wordbuilding, aber auch hier und da Begriffe, die mir unbekannt waren. Am Anfang befürchtete ich, dass der Schreibstil unnötig kompliziert ist. Ich habe mich dann aber doch schnell darauf einlassen können und es gar nicht mehr bemerkt. Sloanes Ehemann Max habe ich bereits ab Seite 22 gehasst. Er ist wirklich das perfekte Beispiel für einen total versagenden Vater. Da der Roman sich aber mit den Problemen des (weißen) Feminismus beschäftigt und diese satirisch darstellt, müssen die Lesenden diesen Zustand erstmal aushalten. An diesem Punkt halte ich das auch für gelungen. Beim Lesen war ich dauerhaft auf der Hut, welche Wendung mich erwartet. Es entsteht schnell das Gefühl, dass es ein krasses Geheimnis gibt. Allerdings sind 265 Seiten etwas zu lang um dieses Geheimnis letztendlich zu enthüllen. Die Handlung plätschert in der ersten Hälfte etwas vor sich hin, weshalb ich glaube, dass der Roman viele Lesende verliert und gerne 60 bis 70 Seiten kürzer hätte sein können. Mit der Wendung wird die Erzählung aber super stark. Die Ereignisse sind völlig absurd und stellen für mich eine absolut gelungene Satire des Feminismus dar. Die Geschichte zeigt, was es bedeuten würde, wäre Feminismus tatsächlich mit Männerhass gleich zu setzen. (Hinweis für alle, die das immer noch nicht wissen: Feminismus bedeutet auf keinen Fall Männerhass!) Es wird klar, wie es wäre, würden Feminist*innen nicht dauernd versuchen verbal auf Missstände hinzuweisen, sondern Female Rage in gewaltvoller Rache ausleben würden. Der Roman beleuchtet generell falsch verstandenen Feminismus und auch dessen aktuelle Probleme und Gefahren. Ich kann nur empfehlen, sich durch die Längen der ersten Hälfte durchzubeißen, denn am Ende lohnt sich dieser Roman wirklich!


















