Geister, Folklore und Serienmörder - Was will man mehr?

Cora Zeng kennt den Tod, er ist ihr Beruf und ihr Trauma. Schwer wiegt die Erinnerung an ihre Schwester, die vor ihren Augen vor einen Zug gestoßen wurde. Inmitten der beginnenden Corona-Pandemie schlagen Misstrauen und Rassismus hohe Wellen. Weitere Asiatinnen werden tot aufgefunden und es scheint niemanden zu interessieren. Heimgesucht von unheimlichen Schattenwesen sieht Cora keine andere Möglichkeit, als selbst zu ermitteln. Die "hungrigen Geister" haben mich echt fasziniert. Sie stammen aus ostasiatischer Kultur und diese Art von Spuk wurde wohl so noch nicht erzählt. Neben all dem Blut und Grauen steckt in "Bat Eater" vor allem Gesellschaftskritik. Die Geschichte spielt am Anfang der Corona-Pandemie und zeigt, wie asiatische Menschen unter Verdacht gestellt, beleidigt oder gar attackiert wurden. Dieses (Hör-)Buch lebt aber nicht nur von seiner düsteren Geschichte, sondern auch von der klaren, eindringlichen Stimme der Sprecherin und vor allem von den markanten Figuren. Am meisten Leben kam für mich durch Coras Kollegen Harvey und Yifei hinein. Sie sind schräg, liebenswert und irgendwie das Herz des Romans. Cora hat eine Phobie vor Keimen, trägt zwei Masken übereinander aber trotz ihrer einprägsamen Eigenheit blieb sie mir als Einzige eher fern. Auch angesichts der Tatsache, dass die drei Tatort-Reiniger sind, fand ich manche Ideen und Reaktionen doch etwas befremdlich. Das sind aber nur kleine Makel und somit ist "Bat Eater and other names for Cora Zeng" ein fetter Tipp für alle, die Lust auf neue Wege im Genre haben und keine Angst vor ein bisschen Gore.
Einfach nicht meins…
Der Schreibstil ist Mega gut, sehr flüssig, humorvoll, sarkastisch und tolle Beschreibungen. Das ist das beste am Buch. Gut fand ich auch dass der Augenmerk auf den Rassmismus zu Corona Zeiten gegenüber Chinesen in den USA gelegt wurde, ein Thema das viel zu selten so intensiv beleuchtet wird. Die Gespräche der 3 Tatortreiniger waren einfach nur teilweise super funny. Die Story selber ist nur weird, ein Chaos und Wirrwarr. Und vor allem nicht gruselig und nicht spannend. Schade denn der Schreibstil gefiel mir wirklich gut.
Ich war schockiert und gefesselt beim lesen. Großartiges Buch.



