
Solide aber nicht überwältigend
Solider Thriller mit starkem Auftakt – einer Mitte, die hängt und einem Ende das dann doch überrascht. Drei Bäume und ein paar Laubblätter von mir! ———- Hailey, Naturkind, kennt die Wälder rund um Cold Creek besser als sich selbst. Kurz nach dem Tod ihres Vaters verschwindet sie aus ihrer “neuen” , ganz und gar unheimlichen Familie. Ein Jahr später taucht Beth in Cold Creek auf, ein Stadtmädchen aus Vancouver mit eigener Mission. Beide geraten ins Visier eines Mörders, der seit Jahren am Cold Creek Highway junge Frauen tötet. ———— Der erste Teil als Survival-Thriller hat mich gepackt: Hailey allein (mit vierbeiniger Unterstützung) in den Wäldern. Das ganze Setting in den Wäldern mit den Bergen im Hintergrund , das Wetter, die Unwägbarkeiten das war richtig gut. Danach zieht es sich ein wenig. Aber der Twist am Ende hat mich echt überrascht. 🌲 Hintergrund, der das Buch besser macht, als es ist: Der „Cold Creek Highway” ist erfunden – die Realität dahinter nicht. Stevens orientiert sich am Highway of Tears, einem rund 700 km langen Abschnitt des Highway 16 in British Columbia zwischen Prince George und Prince Rupert. Seit Ende der 60er Jahre verschwinden dort immer wieder Frauen und Mädchen, ganz überwiegend indigene. Offiziell zählt die Polizei 18 Fälle, indigene Organisationen sprechen von weit über 40. Die Mordrate an indigenen Frauen in Kanada liegt rund sechsmal höher als bei nicht-indigenen. Viele Fälle bleiben ungelöst, auch, weil lange kaum ernsthaft ermittelt wurde. Diesen realen Kern spürt man, und er gibt dem Roman eine Schwere, die er aus sich heraus nicht ganz erreicht. Fazit: Starker Auftakt, schwächere Mitte, überraschendes Ende. Solider Thriller mit wichtigem Hintergrund – aber leider kein Highlight. Damit konnte mich Chevy Stevens auch im zweiten Anlauf nicht recht überzeugen aber bald kommt ein neues Buch von ihr, vielleicht haut mich das mehr um.























































