Der Titel “Chronicles” und die Bezeichnung Autobiografie beschreiben nicht wirklich, was Bob Dylan hier zu Papier gebracht hat.
Es ist viel mehr eine Art Tagebuch, das er rückwirkend erstellt hat und welches sich daher aus nicht ganz aktuellen Erinnerungen speist. Gerade das macht den Titel wiederum aufregend.
Habe mich beim Lesen oft gefragt, wieviel tatsächliche Erinnerung und wieviel Interpretation in den erzählten Anekdoten steckt und wie sehr ich Bob Dylan, den ich als Musiker liebe, als Erzähler trauen kann.
Ich verarbeite immer noch die Randomness der Information, dass Bob Dylans Familie mütterlicherseits aus der Türkei stammt. Völlig unnützes Wissen und dennoch freut es mich, diese winzige Gemeinsamkeit mit diesem Folk-Musiker zu haben, den ich seit vielen Jahren höre, ohne einen besonderen inhaltlichen Bezug zu seinen Songs zu haben, die sich eher um Themen innerhalb der amerikanischen Kultur drehen.
puh ALSO ja, Bob Dylans Schreibstil ist wirklich einzigartig, aber ich interessiere mich einfach wirklich nicht dafür welcher Person er wann und wo begegnet ist, in welchen verrauchten Bars er aufgetreten ist und dass er sich nicht um die Meinungen anderer schert. All die Einblicke, die ich mir erhofft habe, verschließt er vor der Öffentlichkeit. Was auch ok ist - für mich aber uninteressant.