
Leseempfehlung
Ja, der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig... Ich musste am Anfang wirklich kämpfen, auch wenn es leichter wird, bleibt der Schreibstil bis zum Schluss sehr ausschweifend und anstrengend. Aber - der Autor hat ein unglaubliches Talent, Gefühle zu erwecken und Situationen zu Formen, ohne dass er es direkt erklärt oder beschreibt. Sicher muss man diesen Roman konzentrierter lesen, aber es lohnt sich. Hier steht zwischen den Zeilen so überraschend viel, man muss sich nur die Zeit nehmen, damit es wirken kann. Ein Roman den ich eher Leuten empfehlen würde die schon länger lesen, einfach weil man dieses Buch nicht "nebenbei" lesen kann und wirklich sehr viel Geduld mitbringen muss. Ich habe mich darauf eingelassen und im Nachhinein würde ich es immer wieder machen. Die Liebesgeschichte zwischen Jim und Doyler ist so wunderbar. So wunderbar dramatisch, so wunderbar jung, so wunderbar zerbrechlich. Die ganze Geschichte spielt 1915 bis 1916, vor und während dem Osteraufstand in Irland. Ich muss gestehen, sehr viel wusste ich vor diesem Buch, über die Geschichte von Irland nicht. Also hab ich mir auf Youtube ein paar Videos dazu angeschaut. Und ja, das würde ich jedem empfehlen, der das Buch lesen möchte. Im Roman selbst wird nämlich sehr wenig über die Geschichte Irlands erklärt - es wird davon ausgegangen, dass man weiß welche Seite die katholische und welche die protestantische war. Wie England und Irland zueinander standen und warum, wie sich verschiedene Vereinigungen in dieser Zeit gebildet haben usw. Aber das ist Wissen, das man sich recht schnell (zumindest oberflächlich) aneignen kann. Mein Fazit, wer sich geduldig und mit viel Freude am Lesen, auf dieses besondere Buch einlässt, wird mit einer unglaublich schönen Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern belohnt. Wer aber lieber leichte und einfache Bücher liest, für den ist dieser 702 Seiten Wälzer wohl eher nichts.

