Wenn Wut stärker ist als Angst
📝Worum geht's? Iron Widow ist ein Science-Fiction-/Fantasy-Roman mit Elementen aus chinesischer Geschichte und Mythologie, riesigen Kampfmaschinen und einer sehr wütenden Hauptfigur. Die Geschichte spielt in einer futuristischen Welt, in der Menschen gegen monströse Wesen kämpfen. Dafür werden sogenannte Chrysalises eingesetzt – gigantische Kampfmaschinen, die von einem männlichen und einem weiblichen Piloten gemeinsam gesteuert werden. Das Problem: Die Mädchen sterben dabei oft, während die männlichen Piloten als Helden gefeiert werden. Im Mittelpunkt steht Zetian, ein entschlossenes und intelligentes Mädchen. Nachdem ihre Schwester unter tragischen Umständen ums Leben gekommen ist, meldet Zetian sich freiwillig als Pilotin – allerdings nicht, um gehorsam zu dienen, sondern um Rache zu nehmen. Sie gerät in gefährliche Machtkämpfe, entdeckt ihre eigenen außergewöhnlichen Fähigkeiten und entwickelt komplizierte Beziehungen zu zwei Jungen, die beide wichtige Rollen in ihrem Leben spielen. ⭐Meine Meinung ⭐⭐⭐⭐,5 Die Autorin Xian Jay Zhao bringt das Patriarchat schonungslos auf den Punkt und verpackt diese Kritik in eine brutale und gleichzeitig unglaublich fesselnde Geschichte. Der Schreibstil ist extrem flüssig, wodurch ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Besonders beeindruckt hat mich Zetian als Protagonistin. Sie ist eine starke weibliche Hauptfigur, die sich nicht von lovey-dovey Emotionen leiten lässt. Sie ist wütend, kompromisslos und handelt wie jemand, der wirklich nichts mehr zu verlieren hat. Genau das macht sie so faszinierend. Gleichzeitig fehlt mir bei ihr manchmal etwas Selbstreflexion. Auch Zetians Gefühle wirken sehr kompliziert und sprunghaft, auch wenn das vermutlich Absicht ist. Die Thematik mit den Mechas fand ich dagegen unglaublich originell und spannend umgesetzt. Das Buch beschönigt absolut nichts – die Story ist brutal und schonungslos, schafft es aber trotzdem, zwischendurch humorvolle Momente einzubauen. Gegen Ende wirkten die Protagonisten auf mich allerdings etwas emotionslos, wodurch mir manche Szenen emotional nicht ganz so nahegingen. Trotz kleiner Kritikpunkte steckt in diesem Buch so viel Wut, Gesellschaftskritik und feministische Thematik, dass ich mich doch sehr gut in Zetian und Ihre Welt hineinversetzen konnte.




















































