Sehr unterhaltsam. War spannend, düster und witzig. Nur am Ende hatte ich mir noch ein bisschen mehr erhofft. Ich freue mich aber auf die nächsten Teile.
„The Strings of Murder“ ist der erste Band einer mehrteiligen Krimireihe des mexikanischen Autors Oscar de Muriel, der nach England zog und sich dort zu seinen Büchern inspirieren ließ. So verwundert es nicht, dass die Geschichte ganz klassisch bei Jack the Ripper seinen Ausgang nimmt, dann aber für den Protagonisten überraschend nach Schottland wandert. Dort begegnen wir einem „locked-room mystery“, also dem eigentlichen unmöglichen Mord, den nun das ungleiche Paar Frey und McGray lösen muss. Wer britische Krimis liebt, wird Gefallen an dieser Serie finden. Das Rätsel selbst ist nicht besonders schwer zu lösen, allerdings birgt es einige interessante Aspekte und liebevoll beschriebene Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen und immer wieder zum Schmunzeln bringen. „The Strings of Murder“ ist eine nette, kleine Geschichte für zwischendurch. Ich denke, ich werde auch die Folgebände nach und nach lesen.
Das erste Buch der Reihe und mir war direkt klar: Das ist meine Lieblingsbuchreihe! Man bekommt einen super Einblick in die damalige Zeit und wie die Menschen dort gelebt haben, dazu kommen viele Leichen und eine spannende Story, wie das Verbrechen aufgedeckt wird. Genau mein Fall!
Das Buch befindet sich bereits seit guten sechs Jahren in meinem Besitz und wurde kürzlich zum zweiten Mal gelesen. Erneut konnte ich sehen, wieso ich diese Reihe so liebe (und mittlerweile auch vollständig neben der englischen auch in der deutschen Sprache besitze) und wieso historische Kriminalromane im viktorianischen Zeitalter zu meinen absoluten Favoriten gehören. Kommen wir aber zum Werk: Wir verfolgen Ian Frey, einem, sagen wir, in Ungnade gefallenen englischen Polizeibeamten, der für einen höchst brisanten Fall nach Edin-bloody-burgh (seine Worte und die seines Vaters), geschickt wird. Dort wird er Adolphus McGray und dessen Abteilung für sonderbare Fälle untergestellt. Zusammen sollen sie den augenscheinlich unerklärlichen Tod eines berühmten Violinisten aufklären. Während sie dem Mörder auf der Spur sind, sterben weitere Musiker und es ist an den beiden gegensätzlichen Protagonisten, den Täter zu finden, bevor ein Unglück passiert, das etwas zu nah ans Seelenheil eines der beiden Männer geht. Aber wie sieht es denn mit denen aus? Nun, ich liebe sie. Mehr kann ich nicht sagen. Ihre total unterschiedlichen Hintergründe, ihre Wesensart und ihr Umgang mit Mitmenschen und Situationen. Frey und McGray sind wie Feuer und Wasser und lassen dabei auch mal kein gutes Haar an dem jeweils anderen. Doch egal wie harsch sie sind, de Muriel schafft es, dass man keinen der beiden hasst, sondern sie einfach nur mal ordentlich durchschütteln will (oder vielleicht mal in eine Abstellkammer schubsen, wo sie ihre Probleme lösen können). Trotz ihrer Unterschiede, kann man, finde ich, die Dynamik der beiden Protagonisten nicht leugnen, sie vervollständigen einander. Aber auch die Nebencharaktere sind sehr liebevoll gestaltet. Man findet sie witzig, süß, anstrengend und abstoßend. Jeder von ihnen hat etwas an sich und keiner ist einfach nur flach ohne Inhalt. Ich kann dieses Buch jedenfalls nur ganz klar empfehlen und werde auch die anderen Teile nochmal lesen (das zweite habe ich tatsächlich auch schon geschafft während ich diese Worte verfasse).
Kauzige Charaktere, humorvoll, ohne albern zu sein und dazu noch ein interessanter, leicht skurriler Fall - was will man mehr?
4,25 stars I picked this book up from a bookstore not having heard anything about it before. The cover was stunning and the blurb sounded interesting enough, which is why I decided to buy it. Little did I know, I was picking up one of my most fav mysteries of my reading year 2022. By the end, I was really invested in the story and the characters, and I was almost sad to know that I had reached the last few pages of the book. The writing style, and also the pacing took a bit of getting used-to at the beginning, but from p. 100 on I was having a blast with this book! Especially the characters and their banter was fantastic, and the writing really transported me into a 1888 Edinburgh like no other book has before. The mystery was very intriguing as well, and the pace definitely picked up fast with more and more victims being connected to the case. By the end, I just wanted to give our two detectives a long hug. That's how much I grew to live them! Can't wait for part 2!
This was a wild ride. [Prtf]
Edinburgh, 1888. Der Ermittler Ian Frey hat wirklich schon bessere Tage gesehen. Ausgerechnet in das, von ihm gehasste, Schottland wird er versetzt. Dort soll einen angeblichen Nachahmer von Jack the Ripper fangen, der einen alten Geiger ermordet haben soll. Sein Vorgesetzter Inspektor Mcgray überbietet noch einmal seine schlimmsten Vorstellungen eines typischen Schotten. Schnell müssen die beiden lernen zusammen zuarbeiten. Es entwickelt sich ein spannender Fall, in dessen Mitte eine angeblich verfluchte Geige steht. Als ich dieses Buch zum ersten Mal in Händen hielt, war ich begeistert. Das klang genau nach meinem Geschmack. Ich liebe das viktorianische England, mit seinen dunklen Gassen, fragwürdigen Moralvorstellungen und natürlich die Legenden um allerlei Mörder und Gauner zu dieser Zeit entstanden sind. Gleichzeitig liebe ich aber auch „Buddy-Cop“ ähnliche Geschichten. Also Geschichten in denen zwei völlig verschiedene Charaktere zusammen arbeiten müssen. Für mich klang dieser Roman nach einer Mischung aus „Sherlock Holmes“ und „Lethal Weapon“. Was ich schließlich bekommen habe war leider sehr enttäuschend. Um zu erklären, warum dieses Buch für mich nicht funktioniert, kann man es am besten mit einem meiner Lieblingsthemen vergleichen, Sherlock Holmes. Was alle modernen Adaptionen der alten Geschichten gemeinsam haben ist, dass sie viel Comedy aus der Beziehung von Holmes und Watson ziehen. Die beiden gehen sich zwar ständig gegenseitig auf die Nerven aber es ist mit so viel Situationskomik gespickt, dass es gar nicht weiter auffällt. Genau das verpasst aber der Autor in diesem Buch. Frey und Mcgray hassen sich gegenseitig und sind auch müde es nicht zu zeigen. Dabei sind die beiden so aggressiv, dass man nicht mal die Chance hat das ganze lustig zu finden. Ich könnte über den mangelnden Humor hinweg sehen, wenn die beiden wenigstens so eine gute Chemie hätten. Leider ist das genaue Gegenteil der Fall. Der Grund warum Geschichten, mit so gegensätzlichen Figuren gut funktionieren ist, weil sie sich eigentlich immer nur oberflächlich hassen. Auch hier wieder das Beispiel an Holmes und Watson. Ja Holmes bringt Watson regelmäßig zur Weißglut, trotzdem hat er den größten Respekt vor ihm und weis, dass er sich immer auf ihn verlassen kann, andersrum genauso. Frey und Mcgray hingegen zeigen nicht eine Sekunde land, dass sich zwischen ihnen auch nur so etwas wie Sympathie aufbaut. Das Ganze wird auch nicht dadurch besser, dass ich Frey einfach unsympathisch finde. Er hat zum Teil völlig grundlose Wutausbrüche, wenn nicht gerade alles so läuft, wie er es möchte. Dazu verhält er sich auch noch völlig unlogisch. Er möchte also nicht, dass sein kleiner Bruder zu ihm nach Edinburgh kommt, dort ist er in Gefahr. In London, wo Jack the Ripper immer noch frei rum läuft, ist er aber völlig sicher? Was aber für mich die größte Enttäuschung war das Fehlen der richtigen Atmosphäre. Das ist schwer zu beschreiben, aber ich hatte nicht einmal das Gefühl mich wirklich im viktorianischem Schottland zu befinden. Der Schreibstil ist dafür einfach viel zu uninspiriert in seinen Beschreibungen. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, dass es keinen Unterschied machen würde, wenn das Buch einfach in der Neuzeit spielen würde. Dazu kommt noch, dass der Stil manchmal völlig inkonsistent ist. Frey erzählt alles aus seiner Perspektive und benutzt eine für die Zeit typisch gehobenere Sprache. Nur um dann manchmal in seiner Wortwahl völlig niveaulos zu werden. Was das ganze für mich ganz besonders schmerzhaft macht ist, dass der eigentliche Fall, der Mord, um den es geht, richtig gut ist. Ich mochte diese Legenden um eine verfluchte Geige und vom Teufel besessene Geiger total gerne. Auch die Lösung des Ganzen, wenn auch weit hergeholt, wirkte plausibel und schlüssig. Es macht mich immer ein wenig traurig, wenn Bücher, auf die ich mich sehr gefreut habe, ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Trotzdem habe ich Hoffnungen in die Nachfolger, denn die Ausgangssituation bietet immer noch tolle Möglichkeiten für gute Geschichten. Wer es mit diesem ersten Band, trotz meiner Kritikpunkte, trotzdem versuchen möchte, denn erwartet ein guter Kriminalfall, der aber leider bei den Charakteren stark zu wünschen übrig lässt.







