Die Gleichgültigkeit der Welt entgegen
Leichter, aber zugleich Gewichtiger Read.
Die Gleichgültigkeit der Welt entgegen
Leichter, aber zugleich Gewichtiger Read.
Ganz im Sinne des Existenzialismus verliert sich der Antiheld in seiner Gleichgültigkeit, Naivität und Nüchternheit, die im Hinblick der Thematik teilweise verstörend wirkt. Die absurden Dialoge und Argumentationsstränge tragen zur gewollten Irritation bei und verdeutlichen die Absurdität seiner Existenz. Das Werk kann einerseits unterhaltend sein, weist aber gleichzeitig mehrfach politische, historische und gesellschaftliche Kritik auf. Der Ich-Erzähler kann seine absurde Realität zwar erkennen, sie annehmen, aber weder ihr entfliehen noch gegen sie revoltieren (die Passivität wird insbesondere in der Gerichtsverhandlung sichtbar; ausgeschlossener Antagonist, unfähig sich selbst zu verteidigen). Der Tod ist die endgültige Konsequenz und eventuell der Höhepunkt der Absurdität seiner Existenz: Fatal und unabwendbar. Für sein Umfeld ist der Ich-Erzähler bedrohlich, da er den gesellschaftlichen Konventionen (man geht zur Arbeit, man trauert, man trifft kein Mädchen nach der Beerdigung der Mutter, man heiratet, man gibt die Mutter nicht in ein Heim) nicht folgte. Er gilt als gleichgültig, gottlos und nicht reuig, daher will die Staatsanwaltschaft ihn unbedingt verurteilt sehen und da das Schweigen des Antihelden für die ewig Geschwätzigen/die Sinngeber/Deuter (diejenige, die Wert auf den sinnlosen gesellschaftlichen Tratsch der anderen legen) unerträglich ist, muss er zum Schweigen gebracht werden. Zwei Fragen blieben für mich zentral zurück: Ist der Ich-Erzähler "Opfer" der Gesellschaft, weil er den gewünschten Konventionen nicht folgte oder ist er letztendlich "Opfer" seiner Triebe, seines Charakters oder seiner eigenen Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Wahrscheinlich beides. Die richtige Deutung scheint schwierig, daher ist es nicht verwunderlich, dass Camus Werk im Paris der 40er Jahre überwiegend fehlgedeutet wurde.

'Der Fremde' liest man in einem Zug und denkt ein Leben lang darüber nach. Ein schmales Buch mit großem Schweigen.
„Heute ist Mama gestorben. Oder vielleicht gestern, ich weiß es nicht.“ – Kaum ein erster Satz der Weltliteratur verrät so viel über seinen Protagonisten und lässt gleichzeitig so viel im Dunkeln. In dieser lakonischen Distanz offenbart sich bereits das ganze Wesen von Meursault, der zentralen Figur in Albert Camus Debütroman ‚Der Fremde‘. Meursault existiert. Er schwitzt in der algerischen Hitze, er isst, er schläft, er geht sogar eine Liebesbeziehung mit einer Frau namens Marie ein. Doch während die Welt um ihn herum in Bedeutungen schwelgt, treibt Meursault lediglich auf der Oberfläche des bloßen Seins. Als seine Mutter stirbt, kann er weder weinen noch andere Arten der Trauer zeigen. Als Marie ihm ihre Liebe gesteht, antwortet er mit der Wahrheit: Wahrscheinlich liebt er sie nicht, aber das spielt ohnehin keine Rolle. Und als er an einem gleißenden Mittag in Algier einen Araber erschießt, geschieht dies nicht aus Hass, sondern weil ihm die Sonne zu sehr ins Auge geschienen hat. Der Mord ist für ihn also kein moralisches Verbrechen, sondern ein fatales Naturereignis. Albert Camus schrieb ‚Der Fremde‘ im Jahr 1942, zeitgleich mit seinem philosophischen Essay ‚Der Mythos des Sisyphos‘. Die beiden Werke sind untrennbar: Während der Essay das Absurde theoretisch herleitet, gibt Meursault ihm ein Gesicht. Was auf den ersten Blick wie emotionale Taubheit wirkt, ist bei genauerem Hinsehen eine radikale, konsequente Aufrichtigkeit. Meursault ist kein Monster, sondern ein Mensch, der die kleinen sozialen Lügen verweigert, die das gesellschaftliche Getriebe erst möglich machen. Man kann ihn sozusagen als den ‚absurden Menschen‘ betrachten, der die Illusion aufgegeben hat, dass die Welt ein sinnhaftes Fundament besitzt. Die Genialität des Romans liegt meiner Meinung nach in seinem zweiten Teil: Meursault wird überhaupt nicht für den Mord hingerichtet, sondern für seine Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen. Im Gerichtssaal wird nämlich nicht über die Tat, sondern über seine Seele verhandelt. Die Gesellschaft kann ihm den scheinbar sinnlosen Mord verzeihen, aber sie kann nicht dulden, dass Meursault ihre moralischen Übereinkünfte und Traditionen ignoriert. Damit legt Camus einen wunden Punkt offen: Jede soziale Ordnung beruht primär auf Konformität, nicht auf Wahrheit. Kurz vor der Hinrichtung findet Meursault keine Reuegefühle, sondern eine paradoxe Erlösung. In der Erkenntnis, dass die Welt ihm gegenüber gleichgültig ist, findet er schließlich seine persönliche Ruhe. Es ist die Geburtsstunde der Revolte – nicht nur im Buch, sondern auch in Camus Philosophie: Die Weigerung, vor der Sinnlosigkeit zu kapitulieren oder sich in metaphysische Tröster zu flüchten. Camus’ Schreibstil ist so konsequent wie seine Weltsicht: knapp, protokollarisch, sogar fast bürokratisch. Der Text besteht überwiegend aus kurzen Hauptsätzen, die ohne Gefühle oder anderweitige Psychologisierung auskommen. Unter dieser äußerlich kühlen Narration brodelt jedoch die existenzielle Frage, wie man leben soll, wenn man einmal begriffen hat, dass kein Gott, kein Schicksal und keine Moral einem die Arbeit für ein erfüllendes Leben abnehmen. Man kann heute kaum über ‚Der Fremde‘ sprechen, ohne den blinden Fleck zu erwähnen: Das Opfer bleibt namen- und gesichtslos, ein Statist in der französischen Kolonialkulisse. Erst Kamel Daoud hat dem Getöteten Jahrzehnte später in ‚Der Fall Meursault‘ eine Stimme gegeben. Doch trotz dieser historischen Limitierung bleibt Camus’ Werk eine unumgängliche Wucht – ein literarisches Meisterwerk über die Freiheit, die in der absoluten Ehrlichkeit liegt.

Kühl erzählt und trotzdem emotional nachwirkend. Kurz, intensiv und sehr tiefgründig.
Anfangs war ich ziemlich verwirrt von dem Buch, da der Hauptcharakter sehr emotionslos und gleichgültig gegenüber allem wirkt. Ich war mir unsicher, ob mich die Geschichte eher langweilt oder fesselt. Trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht und was noch passiert. Das Ende hat mich dann wirklich schockiert. Gerade dadurch wurde das Buch für mich sehr spannend, obwohl der Schreibstil oft kühl und distanziert ist. Es fühlt sich widersprüchlich an, weil die Handlung selbst wenig Emotion zeigt, aber gleichzeitig viele Gefühle in mir ausgelöst hat. Einige Sätze sind mir besonders im Gedächtnis geblieben und werden sicher noch lange nachwirken. Am Ende hat mich das Buch sehr nachdenklich gemacht und rückblickend finde ich es wirklich gelungen und tiefgründig. Es ist kein Buch, das ich ständig lesen müsste, aber ich bin froh, es gelesen zu haben. Außerdem lässt es sich schnell und angenehm lesen.

Erste Berührung mit Alber Camus, ich bin Fan
Albert Camus zeichnet hier eine absurde Welt über einen Protagonisten, der die Sinnhaftigkeit sucht und daran kaputt geht. Ich mochte dieses direkten kalten Schreibstil irgendwie sehr gerne, kann aber auch jeden verstehen, der das nicht mag. Ich will gerne noch mehr lesen von ihm

Ich fand das Buch wirklich gut. Besonders beeindruckt hat mich die Gefühllosigkeit des Hauptcharakters, diese distanzierte und gleichgültige Art hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Die Sprache ist zwar eher einfach und nicht besonders spannend, aber genau das passt gut zur Figur und verstärkt die Wirkung der Geschichte. Insgesamt hat mich das Buch trotz der schlichten Sprache inspiriert und ich finde es sehr lesenswert.
Um mich dem Existenzialiamus zu nähern griff ich zu Camus Werk, welches mich etwas ratlos zurückließ. Ein unterkühlter Mensch der sich schuldig machte, durch mangelnde Trauer über den Tod seiner Mutter. Interessant, eine andere Perspektive, aber auch irritierend. Ich hoffe niemand liest meine nichtsaussagenden Zeilen.
📚📖 Kitap / Book: L’Étranger / The Stranger / Der Fremde / Yabancı — Albert Camus, 1942 🔮 Tür / Genre: Felsefi roman, varoluşçuluk, absürdizm Philosophical novel, existentialism, absurdism 📅 Dönem / Period: 20th Century French Literature – France 20. yüzyıl Fransız edebiyatı – Fransa 📝 Kısa Özet / Short Summary: 🇹🇷 Yabancı, annesinin ölümüne karşı kayıtsız kalan Meursault’nun işlediği bir cinayet sonrası toplum ve adalet sistemiyle yüzleşmesini anlatır. Roman, bireyin toplum normlarına yabancılaşmasını ve hayatın anlamsızlığı temasını işler. 🇬🇧 The Stranger follows Meursault, a man indifferent to his mother’s death, who later commits a murder and faces society’s judgment. The novel explores alienation, morality, and the absurdity of life. 💬 Yorum / Review: 🇹🇷 Camus’nün bu eseri yazarken Fyodor Dostoyevsky’nin işlediği temalardan esinlenmiş olabileceğini düşünüyorum. Yalın bir anlatım diliyle hayatın anlamı, inanç ve vicdan gibi konulara değiniyor. Aynı zamanda bir psikopatın mentalitesini kısa ve öz bir şekilde yansıtmayı başarıyor. Edebiyatta en antipatik protagonistlerden birine sahip eserlerden biri olduğunu söyleyebilirim. 🇬🇧 I think Camus may have been inspired by themes explored by Fyodor Dostoyevsky when writing this work. With a simple and direct style, he touches on themes like the meaning of life, belief, and conscience. At the same time, he effectively portrays the mindset of a psychopath in a concise way. I’d say this book features one of the most unlikable protagonists in literature. #TheStranger #AlbertCamus #Yabancı #létranger
Die Leere des Anderen: Camus’ Blick auf das fremde Ich?
Das Werk bietet einen leicht verständlichen Zugang zu komplexen psychologischen Themen; die Kritik am Justizsystem ist zudem ein wertvoller Diskussionspunkt. Obwohl das Buch kurz und in einer klaren Sprache geschrieben ist, hinterlässt es einen tiefen Eindruck. Besonders aktuell wirkt Meursault, den man heute fast als jemanden mit anhedonischen oder schizoiden Zügen beschreiben könnte. Seine extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Hitze deutet zudem auf ein überreiztes Nervensystem hin – ein unbewusster Abwehrmechanismus, der emotionale Taubheit erzeugt. Aus dieser Sicht könnte seine Tat als plötzliche Entladung einer lang angestauten inneren Spannung interpretiert werden. Es ist faszinierend, wie der ehrgeizige und erfolgreiche Albert Camus einen Charakter schuf, der das exakte Gegenteil seiner eigenen Vitalität verkörpert. Er scheint die Frage zu stellen: Wie ist es möglich, so passiv durch das Leben zu gehen? Camus nutzt den anschließenden Prozess, um die Unfähigkeit eines Gerichts aufzuzeigen, einen Menschen wirklich zu richten. Da Geschworene nicht in das Herz eines Mannes blicken können, lassen sie sich von rhetorischen Spielen und Vorurteilen leiten. Dies führt vor Augen, warum die Todesstrafe keine Entscheidung sein sollte, die Menschen über ihre Mitmenschen fällen dürfen. Die Geschichte führt konsequent zum Thema Tod. Dort liegt für mich der Kern. Stellt sich der Autor die Frage: Erkennen Menschen, die so „leer“ gelebt haben, im letzten Moment, dass sie ihre Zeit verschwendet haben? Erlangen sie doch noch ein Bewusstsein? Ein tiefgründiges Werk, das mich sehr beeindruckt hat und mich dazu bewegt, weitere Bücher dieses Autors zu lesen.
Die Absurdität des Lebens und die Gleichgültigkeit der Welt
In Der Fremde erzählt Albert Camus die Geschichte von Meursault, einem Mann, der der Welt und den gesellschaftlichen Erwartungen scheinbar gleichgültig gegenübersteht. Gleich zu Beginn des Romans stirbt seine Mutter, doch Meursault zeigt kaum Emotionen, was bereits andeutet, wie anders er im Vergleich zu den Menschen um ihn herum wirkt. Im Verlauf der Geschichte gerät Meursault in eine Situation, in der er einen Menschen tötet und vor Gericht gestellt wird. Besonders interessant ist dabei, dass im Prozess weniger die Tat selbst im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr sein Verhalten und seine Gefühllosigkeit, etwa bei der Beerdigung seiner Mutter. Das Buch greift Camus’ Idee des Absurden auf: Die Welt hat keinen klaren Sinn, doch Menschen versuchen ständig, Bedeutung darin zu finden. Gerade weil Meursault diese Sinnsuche nicht mitmacht, wirkt er auf andere wie ein Fremder. Trotz seiner Kürze ist der Roman sehr intensiv und regt stark zum Nachdenken an. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Gesellschaft Erwartungen an Gefühle und Verhalten stellt – und was passiert, wenn jemand sich diesen Erwartungen nicht anpasst.
Kurz aber tiefsinnig
Das Werk gilt als Schlüsseltext des Existenzialismus bzw. des Absurden, warum ich aus Interesse das Buch gelesen habe. Erzählt wird die Geschichte von Meursault, einem emotional distanzierten Mann, dem Tod seiner Mutter und der darauf folgenden Ereignisse, welche sein Leben auf den Kopf stellten. Durch die nüchterne, klare Sprache des Schreibstils wird die Distanz des Protagonisten zu seiner Umwelt verstärkt und macht so die Erzählungen teilweise beklemmend und faszinierend. 🦈
9.3/10
Ich bin nach beenden dieses Buches sehr positiv erstaunt und beeindruckt auf vielen Ebenen. Der Verlauf des Buches hat mir sehr gut gefallen, da es oft Wendepunkte gab die mir gezeigt haben das ich nicht voraussehen kann wie es weitergeht und somit weiter interessiert bleibe. Ich war erst der Meinung zum Zeitpunkt von dem Mord den Meursalt beging, dass der Kern des Buches die Veranschaulichung von dem butterfly effect oder der Darstellung von wie schnell ein Leben eine Richtung einschlagen kann sein soll. Dem wurde ich mit der Verurteilung zum Tode und dem Prozess dazu ganz radikal dementiert. Ab dem Prozess gab mir das Buch Eindrücke über das Denken Camus von Bedeutung des Todes wie des Lebens in Beziehung zu einander. Da auch einige Aspekte die in der Fremde genannt wurden schon lange Teil meines denken über den Tod sind hat mich ein Abschnitt auf Seite 148 sehr gefesselt. Auf Seite 101 hat Camus die Bedeutung von genommener Freiheit sehr gut dargestellt, da diese nicht nur körperliche Einschränkungen sondern auch mentale beinhaltet. Mir hat der Werdegang des Protagonisten sehr gut gefallen. Bis zum Gespräch mit dem Priester im Gefängnis war er sehr relativ eingestellt zu den meistens Themen. Sehr emotionslos, sehr ehrlich, stark pragmatisch denkend und im Bezug zu seiner Mutter auch sehr abstrakt geschrieben. Das Ende in der Zelle gab mir das Gefühl er habe etwas emotional auf das Leben, sein Leben, geblickt. Es kamen ein bisschen mehr Gefühle und ein Sprung zu gesellschaftlich normalen Gedankengängen zustande. Durch das Gespräch mit dem Priester hat Camus Meursalt sein vermeintlichen Charakter, den er versteckt hatte, frei gelassen, dennoch seiner Meinung zum Leben und dem Tod, was ich vorher als verändert betrachtet, beibehalten.
Eine Geschichte einer Person die man nicht versteht
Das Buch erzählt von einer Person und ihrer Gleichgültigkeit und Empathielosigkeit. Der Ich Erzähler stellt sich als eine Person heraus deren Handlungen und Gedanken für den Leser keinen Nachvollziehbaren und durchgehenden Sinn ergeben. Dadurch ist es mir schwergefallen mich zu 100% ind die Geschicht zu versetzen. Letztendlich stößt die Geschicht trotzdem zu Nachdenken an und bleibt als Mysterium in Kopf
„Ist er eigentlich angeklagt, seine Mutter beerdigt zu haben oder einen Menschen getötet zu haben?“ Dem Angeklagten Meursault wird der Prozess aufgrund eines Mordes gemacht. Dabei geht es primär nicht um den Mord, sondern um Meursault Andersartigkeit.
„Der Fremde“ ist in zwei Teile unterteilt. Während Meursault im ersten Teil nüchtern und in kurzen prägnanten Sätzen erzählt, was zwischen der Beerdigung seiner Mutter und dem Mord an einem anderen Mann passiert ist, geht es im zweiten Teil um seinen Prozess. Seine Schuld oder Unschuld wird dabei nicht an Beweisen festgesetzt, sondern an Meursaults Verhalten im Bezug zum Tod seiner Mutter. Da er sich nüchtern und distanziert gibt, fällt er aus dem Rahmen gesellschaftlich moralischer Werte und Normen raus - was ihn zu einem Fremden macht. Diese Andersartigkeit wird im letztlich auch indirekt vorgeworfen und für diese wird er auch schließlich verurteilt. Camus behandelt in seinem Werk neben Anderssein, auch das Konzept von Freiheit. Meursault wird als kein progressiver Charakter dargestellt - ihm ist es gleichgültig, ob er und Marie heiraten, daher kommt er auch gar nicht auf den Gedanken ihr einen Antrag zu machen -, dass er dennoch viele kleine und vor allem freie Entscheidungen treffen konnte, wird ihm erst im Gefängnis bewusst, als er nicht einfach mehr so zum Strand gehen kann. Psychische Freiheit erlangt er schließlich am Ende wieder, als er erkennt, dass er nicht trotz sondern wegen seiner, von der Gesellschaft als solches empfundene, Andersartigkeit glücklich gewesen ist. Camus „Der Fremde“ ist zwar kurz, aber keine leichte Kost. Am Anfang kann es schwer sein, in den Schreibstil reinzufinden, da dieser den nüchternen Charakter von Meursault widerspiegelt. Es lohnt sich allerdings, sich da rein zu finden.
Es fällt einem beim Lesen sehr schwer in irgendeiner Hinsicht mit dem Protagonisten mitzufühlen und die Geschichte ist zum größten Teil sinnlos. Aber genau dies nutzt Camus als Stilmitel in seinen Werken, um die Sinnlosigkeit des Lebens zu deuten. Der Fremde reißt einen aus den gewohnten normen von Erzählungen, was das Buch meiner Meinung nach außergewöhnlich macht und dementsprechend den Literaturnobelpreis verdient. Man stellt sich als Leser viele Fragen über das kuriose und oft absurde Handeln sowie auch Denken von Merseult, dem Protagonisten. Man sollte dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben!
Mehr als nur empfehlenswert!
Der Fremde von Albert Camus. Ein sehr, sehr empfehlenswertes Buch, vor allem für Leute, die gerne über den Sinn des Lebens nachdenken, sehr gerne philosophische Weltanschauungen mögen und daraufhin auch gerne Bücher lesen, die zum Denken anregen. Ich finde dieses Buch extrem gut. Es gab viel Kritik, wie ich in den Kommentaren sah, an der stumpfen Schreibweise, an der Gleichgültigkeit der Hauptfigur. Und ohne jemanden persönlich anzugreifen, diese Personen, die das an diesem Buch kritisieren, haben die Message, die Albert Camus mit diesem Buch überbringen wollte, einfach nicht verstanden. Diese Gleichgültigkeit und diese stumpfe Schreibweise ist gewiss ein Trick von Albert Camus, um dich in die Welt und in den Kopf des Hauptcharakters reinzuziehen. Und es hat sehr gut funktioniert. Vieles hat dieser Hauptcharakter gesagt, war ja auch ein sehr nachdenkender Typ. Und dann hast du natürlich auch über seine Thesen nachgedacht und dir Gedanken über dein Leben gemacht, über die Bedeutung deines Lebens. Und daraufhin hat dieses Buch genau das erreicht, was ich glaube, was Albert Camus damit erreichen wollte. Und für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines der Besten, was ich jemals gelesen habe.
Ich glaube, dass ich nicht clever genug für dieses Buch bin.
❗️Achtung leichte Spoiler❗️ In "der Fremde" tötet ein Franzose einen Araber ohne es gewollt zu haben, aber Reue empfindet er dabei auch keine. Camus' Roman behandelt u.a. die Philosophie des Existentialismus' und des Absurden. 8/10
Der Franzose Meursault lebt in Algerien (auch Camus lebte lange dort) und vermeintlich aus Zufall wird er zum Mörder. Meursault ist vieles gleichgültig, sein moralischer Kompass scheint kaputt zu sein, oder zumindest starke Bruchstellen aufzuweisen und er hat kaum eine eigene Meinung. Seine Entscheidungen und auch die, die er nicht trifft, ziehen ihn in sein absurdes Verderben. Die Sprache ist sehr banal, vllt. auch etwas zu simpel, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran, finde ich. Außerdem fande ich die Fragen spannend, die Camus mit der Figur Meursault und seiner Geschichte aufmacht. Ich denke, Meursault ist in der Absurdität seines Lebens gefangen, doch zugleich ist er selbst mit seinem Verhalten dafür verantwortlich, was ihm "widerfährt". Der Mensch gibt dem Leben erst durch sein Handeln einen Sinn, der Kern des Existentialismus Tut er das nicht, bleibt das Leben absurd.
Zeitweilig langatmig, einfach nicht so ganz meins gewesen, dennoch spannende Thematiken
Der Roman Der Fremde von Albert Camus erzählt die Geschichte des Franzosen Meursault, der in Algerien lebt und sich durch eine auffallende emotionale Distanz gegenüber seiner Umwelt auszeichnet. Die Handlung beginnt mit dem Tod seiner Mutter. Meursault reist zum Altersheim, um an der Beerdigung teilzunehmen, zeigt dabei jedoch kaum Trauer oder Betroffenheit. Stattdessen beschäftigt er sich mit banalen Dingen wie der Hitze oder seinem körperlichen Befinden. Schon hier wird deutlich, dass Meursault anders auf Ereignisse reagiert als die Menschen um ihn herum. Nach der Beerdigung kehrt er in seinen Alltag zurück. Er beginnt eine Beziehung mit seiner ehemaligen Kollegin Marie und freundet sich mit seinem Nachbarn Raymond an, der in zwielichtige Geschäfte verwickelt ist. Durch Raymond gerät Meursault in einen Konflikt mit einigen arabischen Männern. Bei einem Ausflug ans Meer eskaliert die Situation: In der drückenden Hitze und geblendet vom Sonnenlicht erschießt Meursault einen der Männer am Strand – scheinbar ohne klares Motiv. Der zweite Teil des Romans beschreibt den Prozess gegen Meursault. Dabei steht weniger die Tat selbst im Mittelpunkt als vielmehr seine Persönlichkeit und sein Verhalten, insbesondere seine emotionale Gleichgültigkeit beim Tod seiner Mutter. Vor Gericht wird ihm seine fehlende Reue und seine Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Erwartungen vorgeworfen. Schließlich wird er zum Tode verurteilt. Der Roman behandelt zentrale Themen des Existenzialismus und des Absurden. Ein wichtiges Thema ist die Absurdität des Lebens: Camus zeigt, dass das Leben keinen objektiven Sinn besitzt und der Mensch mit dieser Sinnlosigkeit umgehen muss. Meursault verkörpert diese Haltung, da er die Welt nüchtern und ohne Illusionen wahrnimmt. Ein weiteres Thema ist die Fremdheit gegenüber der Gesellschaft. Meursault passt nicht in die sozialen Normen, weil er Gefühle und moralische Erwartungen nicht so zeigt, wie es von ihm verlangt wird. Deshalb wird er von der Gesellschaft verurteilt, nicht nur wegen seiner Tat, sondern vor allem wegen seines Andersseins. Zudem thematisiert der Roman Wahrheit, Freiheit und die Konfrontation mit dem Tod. Erst am Ende, als Meursault seine Hinrichtung akzeptiert, erkennt er die Gleichgültigkeit der Welt und empfindet eine Art innere Freiheit. So zeigt der Roman eindringlich, wie ein Mensch, der sich nicht den gesellschaftlichen Erwartungen anpasst und die Sinnlosigkeit des Lebens akzeptiert, zum Außenseiter wird und schließlich an der Gesellschaft scheitert.
Absurd mit guten Gedanken, aber letzte 3 Seiten bisschen Alibi
liest sich schnell und locker. der protagonist ist extrem spannend, wie ihm alles so gleichgültig ist. sehr stimmig.
Not just a classic but a classic that is fun to read. The ending gives me such an amazing content feeling. Love Camus
Als Diskussionsbuch vermutlich hervorragend, als Roman sehr schwerfällig
Die ersten 80 Seiten sind schon hart, und das soll bei einem Buch mit ca. 150 Seiten schon was heißen. Es ist eine Erzählung von der man nicht weiß, wo sie hinführen soll oder OB sie überhaupt irgendwo hinführen wird. Ich konnte schon zur Hälfte nachvollziehen, warum Camus ein Klassiker ist und sich einen Namen in der Literaturwelt gemacht hat. Er hat vermutlich Themen angesprochen, die zu der damaligen Zeit eher kontrovers waren, aber das Buch als Roman zu lesen ist sehr eintönig und ermüdend. Die Sätze sind sehr kurz, was zu einer sehr neutralen und emotionslosen Schreibweise führt. Bei einigen Sätzen fragt man sich auch, was diese Aussage für eine Relevanz für die Geschichte hat. Erst später kommt es zu einem Wendepunkt, den man definitiv nicht erwartet hat und spätestens da erschloss sich mir, warum sich dieses Buch so gerne analysieren lässt. Ich denke die Story bietet sehr viel Diskussionsinput. Ob ich das Buch jemandem empfehlen würde, der sich damit einfach nur unterhalten will, würde ich in Frage stellen, andererseits hat man bei ca. 150 Seiten auch keinen großen Schaden davon, wenn man es liest.
Wenn Teilnahmslosigkeit plötzlich Sinn ergibt
„Der Fremde“ hat mich anfangs irritiert: Meursaults Teilnahmslosigkeit wirkte befremdlich und ließ den ersten Teil fast monoton erscheinen. Doch im zweiten Teil fügt sich alles zusammen. Plötzlich verstand ich, dass er tatsächlich der Fremde ist – nicht nur für andere, sondern in einer Welt, deren Regeln er nicht teilt. Besonders der Prozess und das letzte Kapitel haben mich beeindruckt: Die Klarheit, mit der sich Meursault seiner eigenen Wahrheit stellt, empfand ich als grandios und unerwartet kraftvoll.
Monsieur Merso’s mother dies. He attends the the funeral. Life goes on.
What is exsistenalialism? But the search for meaning in life? Merso doesn’t reflect, ruminate, he has no regrets and almost always doesn’t care. He doesn’t grieve. He’s in a relationship with Marie. He kills an Arab. And gets convicted to the death. I found the translation lacking and meaning lost.
Eine wahre Bereicherung für mein Leseleben! Die Sprache, das Trockene, das deskriptive, Meursaults Alltagsbeschreibungen, die Sinnlosigkeit, das vor sich Hinleben, und die Absurdität. Durch diese Lektüre habe ich so viel über meinen eigenen Lesegeschmack gelernt und wie sehr ich Absurdes in Büchern und Filmen liebe. Alle Murakami Geschichten (wäre Meursault Japaner und würde gerne kochen, Mittagsschlaf machen und eine Katze haben, wäre er ein perfekter Murakami Protagonist), Brautigans In Wassermelonen Zucker, Marlen Haushofers Die Wand, Thomas Glavinics Die Arbeit der Nacht — Geschichten, in denen sich die Logik der (externen) Welt auflöst und die Protagonisten Entfremdung erleben. Minimalistische, ruhige, nüchterne, unaufgeregte Texte. Einsamkeit als normale Existenzform, aber nicht als „Problem“. Ach und so vieles mehr. My cup of tea!!! Neben dem literarischen Spaß den ich hatte, ist es in allererster Linie auch ein philosophisches Werk, das ich erst durch unseren Literat Buddyread und viele Existentialismus und Absurdismus Basics verstanden habe (danke Fabienne und Torsten). Dieses Wissen hat das Werk noch einmal auf ein ganz anderes Level katapultiert. Ich bin bereichert, schlauer und glücklich.

Der Fremde - Gefühle, Verhalten und gesellschaftliche Erwartungen
Der Roman erzählt von einem Mann, der sehr distanziert wirkt und seinen Alltag auf seine eigene Weise lebt. Er reagiert oft anders als die Menschen um ihn herum, wodurch sich ein tiefer Einblick in seine Gedankenwelt ergibt und zeigt, wie unterschiedlich Menschen Leben und Gefühle wahrnehmen. Die Geschichte beschäftigt sich stark mit gesellschaftlichen Erwartungen. Sie regt dazu an, darüber nachzudenken, wie Menschen beurteilt werden, wenn sie sich anders verhalten oder Gefühle auf ihre eigene Art zeigen. Die Handlung bleibt ruhig und konzentriert sich auf die Wahrnehmungen des Protagonisten. Die Sprache ist klar und einfach, was das Lesen erleichtert. Fazit: Das Buch lädt dazu ein, über menschliches Verhalten und Unterschiede zwischen Menschen nachzudenken – auch wenn der Protagonist selbst schwer zugänglich ist. Von mir 6 von 10 Punkten.
(Spoiler) Ein tolles Buch aber nicht für jeden
Der Fremde von Camus war meiner Meinung nach ein sehr gutes Buch und schön zu lesen. Bereits am Anfang spürt man die Kälte und Distanz, was ich als besonders spannend fand, da dem Leser keine klare emotionale Orientierung geboten wird und man gezwungen ist, Meursaults konsequenten Charakter hinzunehmen. Der Anfang ist etwas schleppend, trotzdem lernt man Meursault trotz der einfachen Schreibweise gut kennen, versteht, wie er denkt und erkennt, dass er nicht ohne Gefühle lebt sondern die Welt und alles, was sie bietet, gleichgültig sieht. Nachdem Meursault den Mord begangen hat, wird schnell deutlich, dass für das Gericht und seine Umwelt nicht die Tat selbst im Mittelpunkt steht, sondern seine fehlende Ausstrahlung von Reue gegenüber dem Mord und von Trauer über den Tod seiner Mutter. Er wird für seine Persönlichkeit verurteilt, was Meursault bewusst ist, dennoch weigert er sich, etwas zu simulieren, da es ihm gleichgültig ist. Meursault ist klar, ehrlich, sozial bewusst und zugleich bewusst nicht nachgiebig, was ihn für seine Umwelt unsympathisch macht. Besonders war die Konversation in der Gefängniszelle zwischen Meursault und dem Geistlichen, in der sein Wutausbruch stark beschrieben wird und den sonst monotonen Schreibstil kurz aufbricht. Durch seinen Wunsch, möglichst viele Zuschauer bei seiner Hinrichtung zu haben, wird erneut deutlich, wie konsequent Meursault ist und wie gleichgültig ihm selbst sein eigener Tod ist. Ich würde das Buch auf jeden Fall für alle weiterempfehlen, die sich mit Themen wie Absurdismus oder Existenzialismus in diesem Format beschäftigen wollen. Wer eine schöne, unterhaltsame Geschichte erwartet, ist eher falsch
Gelesen wegen Kim Namjoon
Es scheint als würde er sein Leben als Zuschauer kommentieren. Der Titel passt.
Unerwartet - Kühl - Aufwühlend
Nach den ersten 30 Seiten war mein Puls gefühlt auf 180, und ich wäre dem Protagonisten am liebsten ins Gesicht gesprungen. Achtung, Spoiler: Dem Protagonisten ist nahezu alles egal: die Misshandlung eines Hundes durch den Nachbarn, die Gewalt eines anderen Nachbarn gegenüber seiner Geliebten, für den er sogar noch einen erniedrigenden Brief schreibt, ebenso wie der Mord, den er begeht. Selbst seine Verteidigung vor Gericht interessiert ihn kaum. Auch der Heiratswunsch seiner Partnerin Marie lässt ihn völlig kalt, obwohl sie weiß, dass er sie nicht liebt. Alle Gefühle, die über Verlangen, Ablenkung oder Freude hinausgehen, bezeichnet der Protagonist als langweilig. Alles, was mit Verantwortung und Selbstreflexion zu tun hat, ödet ihn an – Hauptsache, er hat seinen Zeitvertreib ohne Konsequenzen. Das ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen, dass Buch ist trotz der Kürze schwierig zu bewerten. Schwierig war jedoch nicht die Bewertung seiner Entscheidungen für das Gericht. Selbstverständlich hat man beim Lesen sich zeitweilig gefragt, was sein Tun vor der Tat dort zu suchen hat. Jedoch beurteilen Menschen eben gerne und je vorwurfsvoller jemand dargestellt wird, desto interessanter, skrupelloser und gefährlicher erscheint dieser. Für mich war das Buch überhaupt nicht langweilig. Ganz im Gegenteil: Es war sehr spannend, und ich habe die Geschichte innerhalb eines Tages regelrecht „gesnackt“. Auch wenn mich die Kälte und Gleichgültigkeit des Protagonisten stark frustriert haben, war besonders das Ende heftig. Mit diesem Urteil habe ich absolut nicht gerechnet, klare Leseempfehlung!

Ein philosophischer, gesellschaftskritischer und absolut lesenswerter Klassiker.
Wir alle kennen Rollenerwartungen der Gesellschaft. Genau hier setzt Camus "Der Fremde“ an. Der Roman erzählt von einem Mann, der sich weigert (oder vielleicht einfach nicht fähig ist), Gefühle zu inszenieren und gesellschaftliche Rollen zu erfüllen. Und genau dafür wird er beurteilt. Camus zeigt eindrücklich, wie schnell Menschen nicht nach ihren Handlungen, sondern nach Erwartungen, Emotionen und Anpassung bewertet werden. Rollenerwartungen wirken dabei wie unausgesprochene Regeln: Man fügt sich ein – oder man fällt heraus. Der Roman ist weniger Handlung als Provokation und stellt unbequeme Fragen: Müssen Gefühle gezeigt werden, um gültig zu sein? Ist Anpassung wichtiger als Ehrlichkeit? Was bleibt, ist nicht die Gleichgültigkeit der Hauptfigur, sondern die Erkenntnis, wie wenig Raum unsere Gesellschaft für Menschen lässt, die anders fühlen, anders Handeln – oder sich nicht erklären wollen. Für mich ein philosophischer, gesellschaftskritischer und absolut lesenswerter Klassiker.
Merkwürdiges Leseerlebnis
Existenzialismus und die Fraghr nach dem Sinn des Seins. Dieser teilnahmslose, abgestumpfte Mensch ist gleichzeitig abstoßend und faszinierend.
Vom Versuch, der Sinnlosigkeit einen Sinn zuzuschreiben - und umgekehrt
Gar nicht so leicht, das Buch zu bewerten - denn der Titel ist Programm: Der Protagonist Meursault ist seiner Welt fremd und die Welt ist ihm fremd; er passt sich ihr an und gleichzeitig hält er sich weder an gesellschaftliche Konventionen noch an moralische Maximen, hat weder Gemeinschaftssinn noch handelt er egoistisch - er lässt alles geschehen, ohne darin einen Sinn zu suchen oder dem Geschehen selbst einen Sinn zu geben. Dabei ist er weder komplett teilnahmslos noch nimmt er auch nur im Ansatz am Leben teil. Das Leben passiert schlichtweg und er passiert mit. Über die erste Hälfte des Buchs habe ich mir die ganze Zeit die Frage gestellt, warum Meursault so ist, wie er ist. Wie später auch das Gericht versucht, eine scheinbar so sinnentleerte Tat wie der Protagonist sie begeht mit Bedeutung zu füllen, habe auch ich die ganze Zeit versucht, die Figur charakterlich zu verorten und bin daran gescheitert, dass er sich gewissermaßen außerhalb des gesellschaftlichen und literarischen Rasters bewegt. Am Ende habe ich den Versuch aufgegeben: Eine Identifikation mit der Figur kann nicht gelingen, eine Sympathie kann nicht aufgebaut werden, und doch wäre es nicht richtig, Meursault zu verurteilen, weil seine pathologisch anmutende Gleichgültigkeit ein Urteil verbietet, das ich lediglich aus Kategorien bilden kann, die der Protagonist nicht kennt und nicht verstehen kann. Auch wenn mich die dauerhafte Verwendung des Perfekt im ersten Teil wahnsinnig gemacht hat, war die Leseerfahrung total spannend und lässt mich vermutlich noch eine ganze Weile grübeln. Denn am Ende bleibt eine Leerstelle, die sich scheinbar jeglicher Bedeutungszuschreibung entzieht - das ist die hohe Kunst in Albert Camus "Der Fremde". Empfehlung? Ich bin mir sicher, die Bewertung sähe anders aus, wenn ich mich im Vorfeld mit dem Buch, dem Thema, der Strömung oder dem Inhalt auseinandergesetzt hätte. Vermutlich hätte ich es gar nicht gelesen; mit Sicherheit wäre ich genervter von dem kindlichen Schreibstil der ersten 100 Seiten gewesen. Letzten Endes hat mich das Buch aber nicht nur aufgrund seines letzten Kapitels, sondern auch wegen der Möglichkeit überzeugt, nun einen Blick fürs Ganze zu haben. Dennoch würde ich das Buch nur einem recht speziellen Publikum empfehlen, das sich auf experimentelle Literatur einlassen kann und nicht nur Bücher wegen ihrer interessanten Story oder ihrem Worldbuilding herunterlesen möchte.
Langweilig aber in anstrengend?
Nachdem ich „Der Gast“ von Camus schon gelesen habe, habe ich von diesem Buch tatsächlich mehr erwartet. Leider fand ich sowohl Schreibstil als auch Story gleichzeitig brutal langweilig als auch sehr verwirrend, sodass man als Leser:in nicht mehr mitgekommen ist. Ich hab nicht so ganz verstanden, was jetzt das Besondere sein soll 🤷♀️
absurd
Die Absurdität des Lebens kommt in diesem Buch durch Mersault zum Vorschein. Sehr einfach und schnell zu lesen.

Mega, mir hat es wirklich sehr gut gefallen von Seite 1-Ende hat es mich in den Bann gezogen!
Heute starb die Mutter. Vielleicht gestern. Der Kalender weiß es besser als ich. Die Sonne steht wie ein Urteil. Zu hell. Zu nah. Sie verlangt ein Gefühl, das nicht kommt. Man fragt nach Reue, nach Tränen, nach Sinn. Ich habe nur die Hitze und den Geschmack des Kaffees. Die Welt will Erklärungen. Ich habe nur Tatsachen. So bleibe ich fremd nicht aus Trotz, sondern aus Klarheit.

„Abends hat Marie mich abgeholt und hat mich gefragt, ob ich sie heiraten wollte. Ich habe gesagt, das wäre mir egal, und wir könnten es tun, wenn sie es wollte.“
Albert Camus „Der Fremde“ ist ein Roman, bei dem man schnell merkt, warum er so oft gelesen und diskutiert wird – auch wenn ich am Ende eher zwiegespalten zurückbleibe. Die philosophischen Fragen rund um Sinn, Schuld und die Absurdität des Lebens werden sehr deutlich, vor allem durch die Erkenntnis ganz am Schluss. Dieses Ende verleiht der Geschichte im Nachhinein viel Gewicht und macht deutlich, worauf Camus eigentlich hinauswill. Der extrem trockene, nüchterne und fast schon stumpfsinnig deprimierende Schreibstil passt zwar perfekt zur Hauptfigur Meursault und bringt seinen Charakter sehr gut rüber, kann aber auch anstrengend sein. Gleichzeitig hat genau diese Trockenheit etwas Unterhaltsames, weil sie so konsequent durchgezogen ist und stellenweise fast absurd wirkt. Trotz der Kürze hatte der Roman für mich einige Längen. Manche Passagen ziehen sich, ohne wirklich Neues beizutragen, was das Lesen stellenweise zäh macht. Gerade deshalb war ich etwas enttäuscht, denn von einem so gefeierten Klassiker hatte ich mir insgesamt mehr erhofft. Unterm Strich ist „Der Fremde“ ein wichtiges Buch mit starken philosophischen Gedanken und einem einprägsamen Ende, das meinen Erwartungen aber nur teilweise gerecht wurde.
Das Buch Brauch ein wenig um zu wirken.
Zu allererst hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil. Sehr kurze, abgehackte Sätze, die Sprache an sich recht einfach gehalten, war für den Lesefluss etwas hinderlich. Gerade im zweiten Teil des Buches wurde es aber deutlich angenehmer zu lesen und wirkte nicht mehr so entmenschlicht. Ich kam dann letztlich zu dem Schluss, dass es ggf. Sogar so gewollt ist und ein bewusstes Stilmittel ist. Der Protagonisten ist teils so gleichgültig und letargisch, dass ich etwas brauchte mit diesem warm zu werden. Doch am Ende macht alles dann doch irgendwie einen Sinn und ergibt ein rundes Bild. Es ist nicht der schönste Klassiker den ich je gelesen habe, jedoch weiß er zu gefallen. Man muss sich ein wenig auf das Buch einlassen.

"Der Fremde" zeigt eindrucksvoll die Absurdität des Lebens und regt zum Nachdenken über Moral, Gesellschaft und die eigene Haltung an. Besonders mochte ich den passenden Schreibstil zum Thema Entfremdung!
Niemand hat einen Schreibstil der Camus seinem gleich ist
Ich fand dass Buch hatte seine Stärke in der Simpel-heit und Camus einzigartigem Schreibstil. Kann man machen, muss man aber nicht.
Schwieriger Leserhythmus
Die Art wie es geschrieben ist hat mir das lesen schwer gemacht da ich keinen richtigen Rhythmus bekommen hab. Mit ist klar das es so geschrieben wurde um den Protagonisten der anfangs ein wenig dümmlich scheint dem Leser näher zu bringen. Alles in allem ist die Geschichte selbst aber absolut Lesenswert da der Protagonist mich auf eine eigenartige Weise fasziniert hat so das ich trotz des ungewöhnlichen Leserhythmus dran bleiben wollte.
„Es ist so, dass ich nie viel zu sagen habe. Dann schweige ich“
Ein sehr spannendes und nachdenklich machendes Buch. Besonders die Diskussion zwischen dem Protagonisten und dem Priester kurz vor Ende bringt die zentralen Themen wie Sinnlosigkeit, Gleichgültigkeit des Lebens und den Konflikt mit dem christlichen Glauben stark zum Ausdruck. Meursault ist ein widersprüchlicher Charakter: Einerseits fühlt man mit ihm und hofft auf seine Freisprechung, andererseits stößt seine Gefühllosigkeit auch ab. Insgesamt ein sehr gutes Buch mit vielen Zitaten, die zum Nachdenken anregen, und absolut empfehlenswert.

<ich beschuldige diesen Mann, mit dem Herzen eines Verbrechers eine Mutter beerdigt zu haben. >
Im Hinausgehen wollte ich ihm sogar die Hand geben, aber mir ist noch rechtzeitig eingefallen, dass ich einen Menschen getötet hatte. Ich hatte den Wunsch, ihm zu versichern, dass ich so war wie alle, ganz genauso wie alle. <ich beschuldige diesen Mann, mit dem Herzen eines Verbrechers eine Muter beerdigt zu haben. > Wie hatte ich übersehen können, dass nichts wichtiger ist als eine Hinrichtung und dass es alles in allem das einzig wirklich Interessante für einen Menschen ist. Ich lauschte meinem Herzen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses Geräusch, das mich schon so lange begleitete, jemals aufhören könnte. Ich habe nie wirkliche Phantasie gehabt. Ich versuchte trotzdem, mir eine bestimmte Sekunde vorzustellen, in der das Schlagen dieses Herzens nicht mehr in meinem Kopf weitergehen würde. Aber vergeblich. Seiner Ansicht nach wäre die Gerechtigkeit der Menschen nichts und die Gottes alles.
keine ahnung was ich davon halten soll. glaub’ das buch war nichts für mich, aber nichtsdestotrotz war es gut. hat echt eine weile gedauert, bis ich verstanden habe, was überhaupt der sinn der ganzen story war
Anfang hat sich gezogen und es war nicht deutlich, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Mit der Einführung von Raymond wurde das Ganze zunehmend klarer und auch spannender. Der Protagonist verkörpert maximale Gleichgültigkeit, das lernt der Leser erst mit den Seiten zu erkennen. Diese Trockenheit und Leere in den unbekümmerten wie knappen Feststellungen des Protagonisten kam bei mir gut an, während es gleichzeitig auf eine positive Art zunehmend schwieriger wird, Sympathien für ihn aufzubringen, bevor das starke Ende den Eindruck teils zu kippen versucht. "Kann ihn etwas verstehen", war dann mein Gedanke nach Abschluss und es regt zumindest kurzweilig zum Nachdenken an. Trotz der von ihm festgestellten Fehler an der "Maschine", bleibt das Verbrechen, also RIP an den Arab Dude. Buch geht insgesamt klar.
Gilt als Klassiker und Paradebeispiel des Existentialismus ist aber teils echt trocken.
Ich habe Camus mit diesem Buch begonnen zu lesen und muss sagen auf den ersten Blick war ich sehr enttäuscht und fande es sehr ernüchternd, wie auch viele in den Rezensionen hier beschrieben haben. Die Handlung an sich ist extrem zäh und hat mich persönlich garnicht gecatched, da habe ich mich teils durchgequält. Der Punkt ist, dass das Existentialismus gelebt in reiner Form ist. Camus zeigt hier deutlich, wie die Gesellschaft einen Sinn im Leben als selbstverständlich annimmt und was geschieht, wenn sich jemand diesen konsequent widersetzt. Diese Spannung ist sehr interessant und das Fazit, dass ich daraus nehme, dass jeder Mensch sich seinen Sinn selbst schaffen kann ist stark, allerdings auch gefährlich, wenn man bedenkt, wie tief man in dieses Loch der Sinnlosigkeit fallen kann. Im großen und Ganzen so ein mittleres Ding, da es doch sehr anstrengend war, aber die Botschaft ist klar.
„All normal people(…) had more or less desired the death of those they loved, at some time or another.“ On re-reading, “The Stranger” isn’t that strange anymore and, for me, quite relatable.
Hin und hergerissen
Das Buch hat mich einerseits interessiert, weil es so direkt und ehrlich erzählt ist, andererseits blieb ich oft auf Distanz so wie der Erzähler selbst. Meursaults Gleichgültigkeit wirkt befremdlich, aber sie hat etwas Ehrliches, das einen nachdenken lässt. Kein Buch, das man unbedingt liebt, aber seinen Eindruck hinterlässt.
Einstieg schwierig; aber stilistisch grandios.
Anfangs hatte ich echt zu tun in die Geschichte reinzukommen. Es hat mich richtiggehend gelangweilt. Aber ich denke, das war auch der Effekt, der erzielt werden sollte; um so die Gleichgültigkeit des Protagonisten an den Leser zu bringen. Super fand ich dann den Wechsel zum zweiten Teil des Buches. Wo zuvor ganz kurze abgehakte Sätze Vorrang hatten, hörten die Sätze hier nun kaum mehr auf. Da ihm klar wird, dass seine Meinung nun nicht mehr wichtig ist, hat er plötzlich eine Meinung. Dinge bewegen und beschäftigen ihn, eben weil ihm die Hände gebunden sind. Plötzlich kriegen diese Gedanken auch mehr Raum, sätzelang, seitenlang, der Lesefluss nimmt zu, alles wird dynamischer. Und das nur, weil ihn im Gegensatz zum Anfang endlich etwas erreicht und bewegt hat. Stilistisch wurde der Wechsel zwischen Desinteresse/Interesse absolut gut dargestellt. Vor der Hälfte hatte ich das Buch schon fast aufgegeben. Aber danach fing die Art und Weise wie es geschrieben wurde langsam aber sicher an Sinn zu ergeben.