
Wenn Dein Smart-Home zur realen Bedrohung wird...
Für manche Leser und Leserinnen mag ein Buch, bei dem im Klappentext von »künstlicher Intelligenz« die Rede ist, direkt das Interesse schwinden. »Zu technisch«, »Davon hab ich keine Ahnung« oder gar »Damit will ich (noch) nichts zu tun haben«. »KI« ist in der Unterhaltungsliteratur angekommen. Aber Moment mal, sind autonome Roboter nicht schon seit jeher in Science-Fiction-Büchern zu finden? So neu ist das Thema also gar nicht. Ist »William« also ein Science-Fiction-Buch? Klar, William ist ein Roboter mit ausgeklügelter KI, aber das Technische steht hier absolut nicht im Mittelpunkt. Stattdessen erzählt Mason Coile ein atmosphärisches Kammerspiel ohne unnötige Abschweifungen. Und er würzt die Geschichte mit kreativen Horrorelementen, bei denen es ordentlich zur Sache geht. Das komplette Buch spielt im hochtechnisierten Haus von Lily und Henry. Lily ist schwanger und war Unternehmerin und Softwareentwicklerin. Henry ist Robotik-Ingenieur und lebt sehr zurückgezogen. Er hat eine ausgeprägte Menschenphobie und ist in Gesprächen sehr direkt, was einer der Gründe dafür ist, dass er kaum Kontakte zur Außenwelt pflegt. Als Freunde von Lily zu Besuch kommen und Henry sein »Projekt« namens »William« vorführen möchte, beginnt das Katz-und-Maus-Spiel und das »Smart-Home« entwickelt ein Eigenleben. »William« war für mich ein echter Pageturner. Der Autor erzählt die Geschichte temporeich und ohne Längen. Damit die Geschichte funktioniert, muss er sich zwangsläufig eines bekannten Stilmittels aus dem Horror-Genre bedienen: Die vier Protagonisten laufen meist alleine durchs Haus und ahnen nicht, was ihnen hinter der nächsten Ecke auflauert. Der Twist kam für mich dann aber absolut unerwartet daher - ich hatte eine völlig andere Theorie. Die Protagonisten bleiben etwas gesichtslos, was der schnellen Erzählweise und der geringen Seitenzahl geschuldet ist. Besonders in den entscheidenden Situationen schildert Coile die Angst und Panik der Charaktere sehr bildlich, was mich regelrecht an die Geschichte gefesselt hat. Ein sehr guter Horrorroman, den man kaum aus der Hand legen kann und der zudem ein echter Blickfang im Buchregal ist. 9/10






























































