Bran wächst in Südkalifornien auf der Bourdon Farm auf. Nachdem ihr Vater nach Australien abhaut und ihre Mutter ins Kloster geht, bleibt sie auf dem Hof der Familie Henderson zurück, auf dem sie täglich, auch nach der Schule, arbeiten muss. Arm und ohne Perspektive trifft Bran auf Peter, dem Überflieger von der Ostküste, die beiden verlieben sich schnell. Das einzige Problem ist Peters Verlobte, die, im Gegensatz zu Bran, aus einer wohlhabenden Familie stammt. Zwischen ihrem Crush und Heartbreak versucht sich Bran an einem Klassen- und Bildungsaufstieg — alles mit der Intention, Peters Meinung zu ändern und ihn von sich zu überzeugen. Nach dieser Inhaltsangabe erscheint „Avalon“ erst einmal ziemlich ernst und eher düster. Auch ich bin, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, mit dieser Erwartung ins Buch eingestiegen. Aber (und hier hatte der Blurb der Frankfurter Rundschau recht): Nell Zink schafft es so gut, ernste Themen wie Perspektivlosigkeit, Klassismus und Missbrauch so zu verpacken, dass man bei der Lektüre eine gute Zeit hat. Passagen, in denen Bran von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geplagt ist, wechseln sich mit denen ab, in denen ihre Freund:innen oder Peter sich bizarr und fast schon lustig verhalten. „Avalon“ ist ein Coming of Age-Roman, der das amerikanische Klassensystem hinterfragt und die eher untypische „Tellerwäscher“-Geschichte eines Teenagers erzählt, die dazu bestimmt scheint, durchs Raster zu fallen.
28. Okt.Oct 28, 2025
Avalon: Nell Zinkby Nell ZinkFaber And Faber Ltd.
