7. Sept.
Rating:3.5

Ein Frauenschicksal in Simbabwe

Memory sitzt im Gefängnis, in einer Todeszelle. Sie soll Lloyd ermordet haben, den weißen Mann, der sie als Kind ihren Eltern abkaufte. Für eine Journalistin schreibt sie nun ihre Geschichte auf. Doch eines ist besonders an Memory: sie ist eine Albino, umgeben von afrikanischen Frauen hat sie eine helle, empfindliche Haut, fast weiße Haare und ungewöhnlich helle Augen. Daher wird sie mit Hexerei, Flüchen, dem Teufel u.ä. in Verbindung gebracht und Heiler und Heilige versuchen sie zu erretten. Die Erzählung springt zwischen dem Leben im Gefängnis und Rückblicken in Memorys Kindheit und Jugend hin und her. Manchmal fand ich die Übergänge nicht gut gelungen und für meinen Geschmack nahm die Perspektive im Gefängnis zu viel Raum ein. Hier wurden viele weitere Themen aufgemacht, die mich häufig von der eigentlichen Geschichte abgelenkt haben. Die Autorin hat die Perspektive des Gefängnisalltags gewählt, um auf grundsätzliche Probleme im Simbabwe der letzten Jahrzehnte und politische Umbrüche aufmerksam zu machen. Dabei ging die eigentliche Geschichte um Memory und das Aufwachsen eines Albinokindes in einer damals noch sehr abergläubischen Gesellschaft oft unter. Im Text sind häufig Sätze, zum Teil ganze Absätze auf Shona, einer der Sprachen, die in Simbabwe gesprochen wird. Diese Passagen sind nicht übersetzt, ( das Original wurde m.E. auf englisch geschrieben ) dadurch wurde der Lesefluss häufig unterbrochen und ich bin regelrecht ins stolpern geraten. Die Auflösung des Mordes war für mich nicht besonders überraschend, die Geschichte um den "Verkauf" von Memory durch ihre Eltern fand ich aber um so spannender. Insgesamt ein Buch mit einer superspannenden Thematik, die selten literarisch beleuchtet wurde, durch dass ich mich aber abschnittsweise aufgrund o.a. Gründe auch durchquälen musste.

The Book of Memory
The Book of Memoryby Petina GappahFaber And Faber Ltd.