Ich liebe die Odd Thomas Reihe! Subtiler Horror, brilliant geschrieben. Für viele sicher zu ausschweifend und detailverliebt, aber mir gefällt gerade das. Minimal nerven die manchmal sehr konservativen Ansichten des Autors, die zwischendurch aufblitzen, aber die kann man relativ gut ignorieren.
Leider gibt es diesen ersten Teil der Reihe als EBook nur im Original, wofür man sehr gute Englischkenntnise benötigt.
Dean Koontz ist der König der sympathischen Protagonist*innen. Wie ich darauf komme? Nun, zum einen hat er die großartige Jane Hawk auf ihren Feldzug gegen die Arkanier geführt (ich freue mich auf das Finale), zum anderen habe ich vor kurzem Odd Thomas entdeckt. Das ist zugegebenermaßen ein bisschen spät geschehen, denn mich hat der Rückentext immer ein bisschen abgeschreckt. Dabei habe ich ganz schön was verpasst!
Zum einen überrascht "Die Anbetung", weil sie aus Sicht von Odd Thomas erzählt wird. Mit einem Ich-Erzähler hatte ich schlicht nicht gerechnet. Zum anderen erzählt Dean Koontz als Odd Thomas so herrlich, dass es auch ohne Handlung Spaß machte, "Die Anbetung" zu lesen.
Nun verfügt "Die Anbetung" allerdings erfreulicherweise über Handlung, so dass die Lektüre nicht nur des immer wieder durchblitzenden Humors lohnenswert ist.
Die Mischung aus Humor, Spannung und übersinnlichen Elementen fügt sich von Anfang an zu einem in sich stimmigen Mosaik zusammen, das im weiteren Verlauf der Geschichte dermaßen unterhaltsam ist, dass ich das Buch am liebsten ohne Unterbrechung durchgelesen hätte. Leider war das nicht möglich - das sind die Nachteile an einem Familienleben. Manchmal ist es aber ganz gut, wenn man etwas nicht sofort verschlingen kann, sondern es etwas länger genießt. Stormy - Odd Thomas' Freundin - würde mir sicher zustimmen.
"Die Anbetung" hat mich bestens unterhalten. Koontz weiß, wie er seine Leser*innen bei der Stange hält. Der Roman ist in sich abgeschlossen. Dass daraus eine Roman-Serie entstehen würde, war möglicherweise - anders jedenfalls als bei der Jane-Hawk-Reihe - nicht geplant oder zumindest vom Erfolg des Erstlings abhängig.
Wie auch immer: "Die Anbetung" hat mich nicht nur unterhalten, sondern mir sind auch die Charaktere im Verlauf der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Um so mehr hat mich deshalb das Ende mitgenommen, so dass ich tatsächlich heulend vor dem Buch saß. Das spricht durchaus auch für das Buch.
Auch wenn ich viel Zeit zum durchlesen gebraucht habe, lag es nicht an dem Buch, sondern eher an der fehlenden Zeit.
Das Buch war für mich von Anfang bis zum Ende einfach nur gut, klar zur Perfektion hat noch das letzte Körnchen gefehlt.
Der Hauptcharakter dieser Serie ist gut und man kommt schnell rein in die Thematik.
Das Ende fand ich traurig, aber da möchte ich niemanden Spoilern.
Ich kann es nur empfehlen!