31. Mai
Rating:5

Inhalt: Cora und Minnie sind Schwestern. Doch Cora trägt seit jenem Sommertag eine Last auf sich, die ihre Beziehung verändert hat. Arthur brachte einen Koffer voller Dunkelheit und purem Bösen mit sich. Bis er sich entschied zu bleiben. Thomas und Charles werden von ihrem Vater in ein kleines Städtchen geschickt, denn Charles ist unheilbar krank. Aber wer war die Frau, die ihrem sonst so dominanten Vater gedroht hat? Wer ist der Fremde in dem Gasthaus, in dem sich alle treffen? Und was will er? Meine Meinung: Das Buch ist ein Co-Projekt von Jim Di Bartolo und Kiersten White. Letztere hat geschrieben. Ersterer gezeichnet. Und so wechseln sich Bilderfolgen und Testkapitel ab, ohne dass jedoch die Bilder den Text, wie es gewöhnlich der Fall ist, unterstützen. Stattdessen erzählen sie eine eigene Story, ergänzen den Text und das auf herausragende Art und Weise. Abgesehen von Briefen und Orts- sowie Zeitangaben gibt es keinen wirklichen Text bei den Bildern, und trotzdem werden die Emotionen der Charaktere sowie alle relevanten Informationen so rüber gebracht, dass man trotzdem versteht, was passiert. Ich hatte das Gefühl, vor meinem inneren Auge liefe, basierend auf diesen Bildern, ein farbiger Stummfilm ab. Die Atmosphäre kommt absolut gelungen rüber, gleichzeitig gelingt es Jim Di Bartolo, auch den Charakter der Personen abzubilden, sodass man vom ersten Bild an eine Ahnung von den Intentionen hat. Dazwischen dann der Text von Kiersten White, der, so scheint es anfangs, gar nichts mit den Bildern zu tun hat. Und dennoch genau dieselbe Atmosphäre widerspiegelt wie die Bilder. Und natürlich sucht man nach der Verbindung zwischen den beiden Kunstarten, sucht nach Details, die sich überschneiden und rät mit. Die Idee fand ich gerade in Verbindung mit ihrer Umsetzung unheimlich faszinierend und gelungen. Die Charaktere sind eindeutig alle individuell und haben Merkmale, die sie auszeichnen, die Beziehungen untereinander werden deutlich und können auch schon mal herzzerreißend sein und es werden Punkte für potenzielle Tiefe angedeutet, die allerdings, aufgrund der Kürze, nicht wirklich den Raum hat, sich zu entfalten. Die Perspektiven der Charaktere wechseln oft, aber auch das passt zu dem Stil, der ein kleines bisschen an eine Märchenerzählung erinnert, vielleicht auch wegen der Verbindung mit den Bildern. Fazit: Eine einzigartige Verbindung von wunderschön gemachten Bildern, die ohne Worte Emotionen, Handungen und Charaktereigenschaften ausdrücken, und ebenso schön geschriebenem Text, die jeweils ihre eigene Geschichte erzählen, die dann aber zusammengebracht wird!

In the Shadows
In the Shadowsby Kiersten WhiteScholastic Press