Die Tiefe kommt in diesem Buch nicht nur im Titel und als Austragungsort vor, sondern ist auch in der Handlung selbst vorhanden. Astrid Scholte beschäftigt sich vordergründig mit dem Thema von Leben und Tod, verbindet aber auch die damit verbundenen Bereiche wie Familie, Freundschaft und Liebe. Es ist ein Buch, das die Charakterentwicklung in den Mittelpunkt stellt. Denn kein Teil des Lebens fordert uns so stark heraus, wie der Tod. Tempe war für mich oftmals keine Sympathieträgerin, aber ich denke, genau das ist gewollt, zeigt sich auf diese Weise nämlich, wie sich Schritt für Schritt ihre Position und ihre Ansichten ändern. Auch Lors Fortschritte sind spannend zu beobachten. Gemeinsam arbeiten sich die Protagonisten auf diese Weise zu ihrem neuen Ich vor. Das Buch mag teilweise ein wenig überlastet wirken, es kann gut sein, dass die Autorin sich ein klein wenig zu viel vorgenommen hat. Deshalb gibt es von mir auch "nur" drei Sterne, obwohl ich bei vielen Stellen zu vieren tendiert habe. Es ist sehr viel schwerer Inhalt in "The Vanishing Deep" zu finden, sodass einiges zwar angesprochen, aber nicht richtig verarbeitet werden kann. Die eigentliche Handlung geht oftmals zu schnell und zu einfach vonstatten, was leider dazu führt, dass das Buch unausgeglichen wirkt. Ich denke, etwas weniger wäre hier sehr viel mehr gewesen. Nichtsdestotrotz war dieses Buch eine berührende Lektüre, die viele Fragen aufwirft und die jugendlichen Leser zum Nachdenken animiert. Und nicht nur die, sondern auch die ältere Generation wird hier vor einige unangenehme Wahrheiten herangeführt.
21. Dez.Dec 21, 2024
The Vanishing Deepby Astrid ScholteG.P. Putnam's Sons Books for Young Readers

