2. Feb.
Rating:4

Ein Buch gegen den Krieg.

Leider oft als Pferdebuch abgestempelt und falsch verstanden. Ja, der Autor hat sich dazu entschieden ein Buch gegen Krieg aus der Sicht eines Pferdes zu schreiben. Und wieso? Weil er damit geschickt der Situation ausweichen konnte, moralische Dilemma in einem Buch behandeln zu müssen, dessen Leserschaft (noch) nicht so weit ist. Denn Überraschung: im Krieg gibt es kein Gut und Böse, sondern nur die Frage, wer sich letztendlich stärker gegen Moral entscheidet und letztendlich denkt jeder, er würde das Richtige tun. Diese Zwiespalt umgeht der Autor hiermit. Tatsächlich fand ich es auch angenehm, dass die Deutschen nicht das reine Böse und die Briten das absolut Gute sind. Es geht eher darum, wie sich der Krieg verändert hat. Statt Kavallerie gibt es nun Panzer und Maschinengewehre. Giftgas, unendliche Grabenkämpfe und Menschen, die eigentlich gar nicht wissen, wieso sie sich gegenseitig umbringen sollen m das Buch behandelt Kriegstraumata, und wie Menschen sich verändern. Wie die einfachsten Dinge wie der Anblick eines Pferdes im Niemandsland Trost und Hoffnung spenden kann, wie unfair Krieg ist und wer am meisten darunter leidet. Als Erwachsener erwartet man hier tief emotionale Ausführung, das Buch schafft es jedoch all diese Themen sehr greifbar und einfach zu thematisieren, ohne dabei zu düster zu sein. Für Kinder und Jugendliche ideal, um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, für Erwachsene eine Gelegenheit, sich dem Thema Kriegserzählung ebenfalls anzunähern und das Thema mal abseits bestimmter Nationalitätzugehörigekeiten zu betrachten.

War Horse (Scholastic Gold)
War Horse (Scholastic Gold)by Michael MorpurgoScholastic Inc.