25. Apr.
Rating:5

This novel made me question a lot of things. What stood out to me most was the tension between an idealistic worldview and a more pragmatic one. In a situation like Lucy’s, the logical reaction seems obvious: leave, protect yourself, start a new life somewhere safer. But she doesn’t do that, and even though that frustrated me, it made me think more deeply about what her decision really means. Another thing I found really interesting was the contradiction in how people judge others versus themselves. David clearly sees moral problems when other people do something bad, but he doesn’t question his own actions in the same way, especially when it comes to his exploitation of Melanie. That felt very real, because people often justify or intellectualize their own behavior but judge others more harshly. The novel also explores power, control, and subjugation in a very uncomfortable way. Power is not fixed; it shifts between characters, especially between David, Lucy, and Petrus. Lucy’s decision to stay can be seen as a form of subjection, because she gives up independence and accepts a lower position in order to survive. At the same time, it raises the question of whether this is weakness or a different kind of strength. The book shows how control can be lost, negotiated, or even willingly given up, which makes the situation more complex than simply right or wrong.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
8. Juli
Rating:1

Durchsetzt von Rassenideologie, frauenverachtenden Weltansichten und misogynen Handlungen zeichnet Coetzee in seinem Preisgewinner das Bild eines egoistischen, eingebildeten, alten weißen Mannes, der von den Folgen der kolonialistischen Vergangenheit in Südafrika ein privilegiertes Leben als weißer Mann mit einem ansehnlichen Job führt und insgesamt ein zufriedenstellendes Leben hat. Er verliert seinen Job als Dozent einer Universität, was letztendlich auch auf seine diskriminierende Weltansicht und sein Verhältnis von Frau und Mann zurückgeführt werden kann. Auch wenn der Autor versucht, eine Abneigung gegenüber dem Protagonisten zu provozieren und im Verlauf des Buchs einen reifenden, sich reflektierenden und bessernden Menschen zu erzeugen, der an seinen Erlebnissen wächst und sich ändern kann, sind mir die Andeutungen, Äußerungen und auch das tatsächliche Verhalten des Protagonisten leider immer noch zu patriarchalisch/rassistisch und diese provozierte Wut auf den Protagonisten wird leider nicht aufgelöst. Das Buch hat mir leider kein Lesevergnügen bereitet.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
7. Mai
Rating:3.5

Ein klares Jein

Ein wahrlich emotionales Leseerlebnis. Ich kann nicht behaupten, wirklich verstanden zu haben, was das Buch mir vermitteln möchte. Es lässt mich auch ziemlich verwirrt zurück. Doch der Schreibstil war so besonders - gleichzeitig einfach und klar, aber auch pompös und verspielt - und die Charaktere so reizvoll, dass es mich nicht losgelassen hat. Ich weiß nicht, ob ich es weiterempfehlen würde. Aber ich habe es auch definitiv nicht bereut.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
4. Apr.
Rating:3

Der Literaturprofessor David Lurie fällt nach einer Affaire mit einer Studentin in Ungnade und muss die Universität verlassen. In der Folge zieht er zu seiner Tochter ins ländliche Südafrika, die eine kleine Farm bewirtschaftet. Ein sehr deprimierendes Buch, egal in welcher Hinsicht. Dennoch hat mir der Teil in Kapstadt gut gefallen. Der bei seiner Tochter dafür nicht so sehr und die Einschübe zum Entstehen der Oper gar nicht. Ich verbleibe also bei 3 Sternen, zu mehr kann ich mich nicht durchringen, auch wenn das Buch hervorragend geschrieben ist.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
24. Jan.
Rating:4

Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten: Ich sehe den hohen literarischen Wert. Ich denke, das Buch hat zu Recht den Booker-Preis und Coetzee zu Recht den Nobelpreis gewonnen. Aber die Themen waren nicht so meins. Gerade der Protagonist, der im Innersten misogyne Professor, der sich selbst für einen Romantiker hält - ich bin mir nicht sicher, ob der Autor wirklich wollte, dass er so unsympathisch wirkte, wie er das auf mich tat. Und dieses ständige Gejammere über die verlorene Jugend ging mir irgendwann auf die Nerven.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
14. Apr.
Rating:5

Die meisten Fünfsterner in meiner Sammlung gelesener Bücher zeichnen sich aus, dass sie schön geschrieben oder besonders spannend, dramaturgisch geschickt oder von den Protagonisten besonders besetzt sind. Bücher mit einer simplen Sprache, mit sexueller Gewalt, mit lebensuntüchtigen Hauptpersonen und dann vielleicht auch noch im Präsens geschrieben, haben es dagegen bei mir sehr schwer. Alle diese negativen Eigenschaften hat dieses Buch. Aber das Lesevergnügen war trotzdem ausgesprochen hoch. Das Buch ist kraftvoll und eindringlich, irgendwie verstörend gut. Es ist eine Geschichte über verlorene Träume, persönliche Niederlagen, die Vergänglichkeit des Seins, die Trostlosigkeit der gesellschaftlichen Strukturen in Südafrika, Rassismus, Gewalt, Begierde und letztlich ein Buch über das Sterben und über das Leben in Ungnade. Ein gewaltiges Werk. Das erste Drittel spielt in Kapstadt, wo der Protagonist, ein Englischprofessor, sich in eine Studentin verliebt, eine Beziehung mit ihr beginnt und dabei das Ende seiner beruflichen Laufbahn einläutet. Er fällt in Ungnade bei der Uni-Leitung, quittiert seinen Job und zieht zu seiner Tochter in die Provinz. Diese unterhält eine Farm mit Hundepension. Das Leben der Tochter ist genauso in einer Sackgasse wie das des Vaters. Und als drei junge Schwarze die Farm überfallen und die Tochter vergewaltigen, beginnt anschließend die Entfremdung zwischen Vater und Tochter. Im Grunde kann man spüren, wie diese Geschichte auf den Abgrund zusteuert. Und hier kommt der Schreibstil ins Spiel, denn der ansonsten von mir wenig geschätzte Präsensstil kommt hier voll zur Geltung. Durch die Gegenwartsform und der konsequent chronologisch fortgeschriebenen Erzählung bekommt die Geschichte eine Unaufhaltsamkeit und Unausweichlichkeit, die für sich spricht. Zudem verwendet Coetzee in den Beschreibungen auf das minimalistischste gekürzte Sätze, absolut schnörkellos, die im Gegensatz zu den Dialogen stehen. Man könnte meinen, dass der Autor nicht schreiben kann, aber die Sätze sind bewusst so gewählt. Zu Recht Man-Booker-Preisträger.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
23. Feb.
Rating:5

Die meisten Fünfsterner in meiner Sammlung gelesener Bücher zeichnen sich aus, dass sie schön geschrieben oder besonders spannend, dramaturgisch geschickt oder von den Protagonisten besonders besetzt sind. Bücher mit einer simplen Sprache, mit sexueller Gewalt, mit lebensuntüchtigen Hauptpersonen und dann vielleicht auch noch im Präsens geschrieben, haben es dagegen bei mir sehr schwer. Alle diese negativen Eigenschaften hat dieses Buch. Aber das Lesevergnügen war trotzdem ausgesprochen hoch. Das Buch ist kraftvoll und eindringlich, irgendwie verstörend gut. Es ist eine Geschichte über verlorene Träume, persönliche Niederlagen, die Vergänglichkeit des Seins, die Trostlosigkeit der gesellschaftlichen Strukturen in Südafrika, Rassismus, Gewalt, Begierde und letztlich ein Buch über das Sterben und über das Leben in Ungnade. Ein gewaltiges Werk. Das erste Drittel spielt in Kapstadt, wo der Protagonist, ein Englischprofessor, sich in eine Studentin verliebt, eine Beziehung mit ihr beginnt und dabei das Ende seiner beruflichen Laufbahn einläutet. Er fällt in Ungnade bei der Uni-Leitung, quittiert seinen Job und zieht zu seiner Tochter in die Provinz. Diese unterhält eine Farm mit Hundepension. Das Leben der Tochter ist genauso in einer Sackgasse wie das des Vaters. Und als drei junge Schwarze die Farm überfallen und die Tochter vergewaltigen, beginnt anschließend die Entfremdung zwischen Vater und Tochter. Im Grunde kann man spüren, wie diese Geschichte auf den Abgrund zusteuert. Und hier kommt der Schreibstil ins Spiel, denn der ansonsten von mir wenig geschätzte Präsensstil kommt hier voll zur Geltung. Durch die Gegenwartsform und der konsequent chronologisch fortgeschriebenen Erzählung bekommt die Geschichte eine Unaufhaltsamkeit und Unausweichlichkeit, die für sich spricht. Zudem verwendet Coetzee in den Beschreibungen auf das minimalistischste gekürzte Sätze, absolut schnörkellos, die im Gegensatz zu den Dialogen stehen. Man könnte meinen, dass der Autor nicht schreiben kann, aber die Sätze sind bewusst so gewählt. Zu Recht Man-Booker-Preisträger.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House
15. Sept.
Rating:1

Durchsetzt von Rassenideologie, frauenverachtenden Weltansichten und misogynen Handlungen zeichnet Coetzee in seinem Preisgewinner das Bild eines egoistischen, eingebildeten, alten weißen Mannes, der von den Folgen der kolonialistischen Vergangenheit in Südafrika ein privilegiertes Leben als weißer Mann mit einem ansehnlichen Job führt und insgesamt ein zufriedenstellendes Leben hat. Er verliert seinen Job als Dozent einer Universität, was letztendlich auch auf seine diskriminierende Weltansicht und sein Verhältnis von Frau und Mann zurückgeführt werden kann. Auch wenn der Autor versucht, eine Abneigung gegenüber dem Protagonisten zu provozieren und im Verlauf des Buchs einen reifenden, sich reflektierenden und bessernden Menschen zu erzeugen, der an seinen Erlebnissen wächst und sich ändern kann, sind mir die Andeutungen, Äußerungen und auch das tatsächliche Verhalten des Protagonisten leider immer noch zu patriarchalisch/rassistisch und diese provozierte Wut auf den Protagonisten wird leider nicht aufgelöst. Das Buch hat mir leider kein Lesevergnügen bereitet.

Disgrace
Disgraceby J.M. CoetzeeSecker & Warburg / Random House