20. März
Rating:3.5

Auf Deutsch erschienen unter „ Superhits der Showa- Ära“ - ein wilder Rausch der Rache

War es ein gutes Buch? Um ehrlich zu sein – ich weiß es nicht. Was ich weiß: Es war wild. Wir folgen einer Gruppe junger, gelangweilter Männer, die alle meiner Ansicht nach psychische Probleme haben – manche mehr, manche weniger. Einer von ihnen, Sugioka, erwacht noch halb im Drogenrausch und reibt sich mitten auf der Straße an einer Frau, ihr Name Midori. Als sie schreit, bringt er sie kurzerhand um. Das ruft die restlichen Midori aus der Gruppe auf den Plan, die daraufhin einen Racheplan schmieden, um den Täter zu töten. Es entspinnt sich ein ständiges Hin und Her zwischen den Kontrahenten: Ein Racheplan folgt auf den nächsten, bis die Eskalation ihren Höhepunkt erreicht. Zwischendrin entdecken die Frauen der Midori-Society neue Seiten an sich – begleitet von teils zusammenhangslosen Diskussionen. Die Erzählperspektive wechselt dabei zwischen den Frauen und der Männergruppe, wodurch sich ein schonungsloses Porträt einer dekadenten Gesellschaft ergibt – auf beiden Seiten. Es geht um Misogynie, um die Perversion des eigenen Charakters, alles mit einem ironisch-skurrilen Unterton. Einerseits war ich von den Handlungen der Charaktere – egal auf welcher Seite – nicht angetan, andererseits fühlte sich das Ganze an wie ein fesselnder Fiebertraum. Zwischen den Zeilen gibt es jede Menge Gesellschaftskritik und auch eine Prise versteckten Feminismus. Allerdings sollte man sich bewusst sein: Es gibt einige blutige Szenen, was dem Buch eine fast schon horrorhafte Atmosphäre verleiht. Ich gebe 3,5 ⭐️ – es war nicht schlecht, und ich denke, ich würde noch einmal etwas von diesem Autor lesen.

Popular Hits of the Showa Era
Popular Hits of the Showa Eraby Ryu MurakamiW. W. Norton & Company