26. Mai
Rating:1.5

Tochter und Vater

Man kann eine Suppe noch so gut würzen, wenn man eine falsche Zutat reinhaut, ist sie ungenießbar. So ähnlich ist es mit diesem Buch. Die Autorin versucht, psychologische Grundlagen der Vater-Tochter-Beziehung mit griechischen Mythen zu anzuführen... mit Mythen, sprich Fantasien, die keine Beweiskraft haben? Das ist fast so, wie wenn man schlechte Laune hat und es darauf schiebt, dass man einen grünen Kristall im falschen Winkel angeschaut hat und dadurch schlechte Energien des Universums aufgenommen wurden🙃 Das ist crazy und hat in einem Buch über so ein ernstes und tiefes Thema nichts verloren. Einige Theorien, die genannt werden, stimmen zwar teilweise, wirken aber mit ihren übertriebenen Begriffen so, als wolle man sie unbedingt fancy klingen lassen. Dabei ist das eigentliche Thema sehr ernst. Die physische und psychische Anwesenheit eines "guten" Vaters ist essenziell für die Entwicklung einer Tochter. Fehlt dieser Eiinfluss, sind die Folgen oft fatal. Viele Töchter landen in einer krankhaften Suche nach Liebe, Freizügigkeit/Frivolität, greifen schneller zu Drogen, entwickeln Minderwertigkeitskomplexe oder erkennen ihren eigenen Wert nicht. Auch wenn andere männliche Familienmitglieder wie ein reifer großer Bruder, der Onkel oder Großvater manche Lücken füllen können, ersetzen sie den Vater nie vollständig. Natürlich hängt auch viel von der emotionalen Reife der Tochter ab. Denn egal was einem passiert,am Ende ist man selbst für seine Taten verantwortlich. Thema zu wichtig und verbreitet für einen kurzen Post, also here we go: Da der Vater oft auch für klare Disziplin zuständig ist, verlieren sich viele Töchter ohne eine reife Vaterfigur in einer überwältigenden Welt oder neigen zu delusional Denkweisen. Regeln werden von vielen schlecht angesehen, obwohl sie unser Leben strukturieren und schützen. Old School wird da gefeiert, wo es passt aber sobald es um Regeln für Töchter geht, wird rebelliert. Manchmal sogar bis ins Alterr von 40+ weil das Missachten zur Gewohnheit wurde oder aus Trotz genau das Gegenteil gemacht wurde ( was noch viel schlimmere Auswirkungen hat). Die psychischen Schäden, die daraus entstehen, werden teilweise sogar noch als Fortschritt verkauft. Das Resultat ist oft eine Gesellschaft von Frauen, die sich selbst nicht wirklich finden können egal ob mit 16, 24 oder 37. Das bezieht sich natürlich nicht auf alle Frauen. Natürlich gibt es Ausnahmen jedoch meist bei kulturell oder religiösen Töchtern welche erkennen das eine Gesellschaft und das Individuum strenge Richtlinien und strenge Regeln braucht um sich richtig zu entwickeln. Und ja, das alles wirkt sich auch auf die Liebe der Tochter zu einem Mann aus. Es ist extrem wichtig, dass der Vater früh den richtigen Samen setzt, damit eine wundervolle Blume daraus wächst. Mit Holzgestellen, die ihr helfen, gerade zu wachsen, bis sie selbst stehen kann. Wenn der Vater zu viel vergeigt, tendiert die Tochter sogar in der Ehe zur Rebellion. Natürlichh gibt es auch hier Ausnahmen aber die Mehrheit leidet leider unter den Folgfen. Das Sprichwort „Heile Wunden, die dir jemand zugefügt hat, sonst blutest du auf Menschen, die dir diese Wunde nicht zugefügt haben“ passt hier sehr gut. Selbst in Ehen rebellieren viele Frauen, wenn auch liebevoll, gegen eine männliche Disziplin, die nie auf gesunde Weise da war. Selbst wenn der Ehemann sie liebevoll ausdrückt. Diese Vater Thematik wirkt sich logischerweise auch stark auf die Ehe aus. Viele Frauen, die nie eine gesunde Vaterfigur erlebt haben, tragen ein gestörtes Vrhältnis zu männlicher Autorität mit sich. Das äußert sich oft in ständiger Rebellion oder einem übertriebenen Misstrauen. In einer Ehe, wo die Rollenverteilung klar aber liebevoll sein sollte, führt das schnell zu Spannungen. Eine Ehe basiert unter anderem auf Respekt, Kooperation und auch auf der Fähigkeit sich selbst zurückzunehmen. Wenn es nötig ist, gerade in einem Rahmen wie es auch in traditionellen bzw. religiösen Werten vermittelt wird. Wenn eine Frau aber nie gelernt hat, was es heißt, einem reifen Mann auf Augenhöhe zu begegnen, wird jede Form von Führung gleich als Unterdrückung empfunden. Dann wird diskutiert, gezweifelt und gekämpft. Nicht um Lösungen sondern um Macht. Was Schade ist da Beide auf derselben Seite stehen. Extrem wichtig ist aber das trifft auf viele zu und nicht auf alle. Es gibt durchaus auch Frauen, die trotz schlechtem oder abwesendem Vater ein gesundes Leben führen. Ebenso gibt es Väter, die zwar physisch anwesend waren aber nie wirklich präsent oder positiv prägend. Nicht jeder anwesende Vater ist ein guter Vater. Doch am Ende des Tages liegt die Verantwortung bei der Tochter selbst. Jeder Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich. Egal, wie schmerzhaft die Vergangenheit war, wir alle haben die Pflicht, uns selbst in den Griff zu bekommen. Man kann einen schlechten Start gehabt haben aber man kann nicht ewig darin verharren und erwarten dass die Welt sich danach richtet. Fazit: Das Buch selbst? Ich konnte beim Lesen teilweise direkt psychologische Theorien und Studien widerlegen. Auch wenn es viel passendes gab es war mit einem gefährlichem Beigeschmack untermauert. Es wirkt stellenweise wie eine Selbstverherrlichung auf Basis unvearbeiteter Wunden. Ein bisschen so, als würde man jemandem mit Schnitt- und Schusswunden sagen: „Mach jetzt mal drei Stunden CrossFit das hilft bestimmt.“ Einem Babyy das noch nicht mal stehen kann sagen: „Besteig den Mount Everest.“ Der eine muss erst heilen, das andere sich noch entwickeln. Kurz gesagt: Von diesem Buch sollte man lieber Abstand nehmen und sich stattdessen mit echter Selbstreflexion, Heilung und realer Verantwortungsübernahme beschäftigen.

The Absent Father Effect on Daughters
The Absent Father Effect on Daughtersby Susan E SchwartzTaylor & Francis