25. Feb.
Rating:4

Ich habe ein neues Genre kennengelernt, die sogenannte #flintlockfantasy. Hatte ich noch nie von gehört und so musste erst einmal ein bisschen recherchieren. Während ich Fantasy häufig mit einem mittelalterlichen Setting verbunden habe, spielt dieser Roman eher in Zeiten der Industrialisierung. Auch haben Feuerwaffen eine hohe Bedeutung, also nicht mehr der ausschließliche Fokus auf das gute, alte Schwert und den Bogen. Es handelt sich bei diesem Buch um den ersten Teil der Trilogie um die Schießpulver Magier. Auf Englisch klingt es mit „Powder Mages“ etwas schmissiger. Als Leser steige ich ein, als eine blutige Revolution endet und ein Staat neu aufgebaut werden soll. Tamas, der Kommandant, lässt sämtliche wichtigen Vertreter des Adels unter das Fallbeil schieben und versucht mit den weiteren Verschwörern den Laden am Laufen zu halten. Was natürlich mehr schlecht als als recht funktioniert, gibt es doch in den eigenen Reihen den einen oder anderen mit einer eigenen Agenda. Weitere wichtige Protagonisten sind Tamas Sohn Taniel sowie der Ermittler Adamat. Der eine hält beim Kämpfen seinen Kopf hin, der andere, indem er Verräter in Tamas‘ Reihen suchen muss. Es klingt nicht nur nach viel Gekämpfe, es ist auch viel Gekämpfe. Ich dachte anfangs, dass ich das Buch abbreche. Aber zum einen wurmte mich das Geld, das ich für das Buch hingelegt hatte (Buchabo lässt grüßen), zum anderen hatte ich bereits gelesen, dass es anfangs etwas sperrig ist vom Inhalt her. Und so war es auch, als das Gröbste der Revolution hinter mir lag, lernte ich endlich mehr die Welt und deren Bewohner kennen. Ich fand dieses Genre nicht langweilig, nur erinnerten mich die ganzen Schlachten sehr an den amerikanischen Bürgerkrieg. Vermutlich kam die Assoziation aufgrund des Covers. Auch das Magiesystem fand ich interessant mit Schießpulver als „Trigger“ der Magie. Allerdings haute mich das Buch nicht vom Hocker. Es hatte Dynamik, war durchaus komplex, doch mir konzentrierte es sich zu sehr auf das Kämpfen. Mir fehlte ein Element, das mich mitriss, sei es das Setting oder eine(r) der Protagonisten. Es herrschte stets eine gewisse Distanz, lediglich zum Ermittler Adamant kam eine leichte Bindung bei mir auf. Dies lag wahrscheinlich auch am Thema. Der Soldat in der Schlacht ist schon ein sehr spezifischer Fokus. Weibliche Hauptcharaktere gab es kaum, allerdings ist dies kein Kritikpunkt, lediglich nur ein Hinweis. Es muss für mich keine Quoten in der kreativen Fantasywelt geben. Wem jedoch ein ausgeglichenes Verhältnis wichtig ist, der wird an der Stelle enttäuscht werden. Das Buch war als Ausflug in das Fantasysubgenre ganz interessant, es war jedoch kein Highlight für mich. Dennoch reizt es mich so sehr, dass ich in Kürze mit dem zweiten Teil beginnen werde.

Promise of Blood (The Powder Mage Trilogy, Band 1)
Promise of Blood (The Powder Mage Trilogy, Band 1)by Brian McClellanOrbit