10. März
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Rating:4

Ich habe diesen Roman wirklich sehr gerne gelesen. Das Buch ist sehr zugänglich und teils humorvoll geschrieben und behandelt auf eine sehr nahbare Weise die Fetischisierung asiatischer Kulturen bzw. Frauen in der westlichen Welt und damit einhergehend rassistische und sexualpolitische Dynamiken. Die Themen des Romans werden anhand der miteinander verwobenen Geschichten der Protagonist*innen erzählt. Ich fand es sehr schön wie unique und fast schon gegensätzlich Alma und Kyoko dargestellt werden. In der ostasiatischen Kultur gibt es meiner Erfahrung nach eine sehr engstirnige Vorstellung von Aussehen und Verhalten von Frauen und diese Gegenüberstellung einer sehr ordentlichen, stabilen und gesellschaftlich angepassten Frau, vs. einer alternativen, punkigen und wilden jungen Frau verdeutlicht, dass verschiedene Facetten asiatischer Weiblichkeit existieren und das auch gut ist. Als jemand, der über die Jahre selbst immer wieder mit dem toxischen und traditionellen Bild sowie der eigenen kulturellen Identität gerungen hat, gab es viele Momente, in denen ich mich in den beschriebenen Erfahrungen sehr gesehen und verstanden gefühlt habe. Manchmal hatte ich aber das Gefühl, dass das Buch die Themen, die es anspricht, nur sehr oberflächlich streift und noch viel mehr gesagt werden könnte/müsste. Fragen von Orientalismus und Fetischisierung werden zwar aufgegriffen, aber oft nur kurz angerissen, was aber auch damit zu tun haben könnte, dass die Themen anhand der erlebten Erfahrungen der Protagonisten erzählt werden. Trotzdem fand ich das Buch sehr lesenswert. Es bietet eine interessante Perspektive und stellt die Erfahrungen asiatischer Frauen in den Mittelpunkt und ist, wie ich finde, ein guter Einstieg in dieses Thema. UND Daniel ist so ein looser, alles was er tut ist so cringey und ekelig, dass es fast schon Spaß gemacht hat ihn failen zu sehen/lesen.

The Fetishist
The Fetishistby Katherine MinLittle, Brown Book Group