
„Live, baby. Laugh, cry, scream, and love.“
„Full Measures“ ist der erste Teil der Flight & Glory-Reihe von Rebecca Yarros. 2024 erschien es im Piatkus Verlag und hat in der original Print-Ausgabe 322 Seiten. Ember Howard wusste genau was die Soldaten vor ihrer Tür bedeuten und trotzdem öffnet sie ihnen und bringt so die Trauer in ihr Haus. Ihr Vater, ein Doktor des US Army stationiert in Afghanistan wurde erschossen. Womit sie nicht gerechnet hätte, dass gerade Josh Walker, ihr Jugendschwarm auftaucht und für sie da sein wird, wie sonst keiner. „Something shifted on me; the weight of responsibility settled on my shoulders, dislodging some of the pain so I could breathe. I had to be the adult right now because no one else here could.“ „Grief by its very nature, is designed to suck the life out of us because we are so willing to join our dead.“ Als ich das Buch gekauft habe, stand da „Vor Xaden war da Josh“. Das sind zwei total unterschiedliche Charaktere. Josh ist groß und stark und autoritär, ja. Dennoch ist er von Anfang an liebevoll zu seinen Mitmenschen. Er ist eher so wie ich mir einen Golden Retriever Boyfriend vorstelle. Also gar nicht angsteinflößend und gefährlich wie Riorson. Er bietet ihr an sein „whatever“ zu sein, also egal was sie gerade braucht er kann es ihr geben. Hehe. Ember’s Gefühle sind überwältigend. Sie hält die Familie zusammen, während alle anderen um sie herum auseinander fallen. Für sie bedeutet die Army Tod und deswegen möchte sie damit nie wieder etwas zu tun haben. Mit Josh würde sie gerne anbandeln, aber sie will auch nicht, dass ihre Beziehung von der Trauer überschattet wird und möchte erst einmal für sich sein. Naja, sehr schwer ist das schon, denn Josh ist metaphorisch gesehen sowas wie ein Semi-Gott. Er ist der Schönste, und so unglaublich beliebt und wenn sie ihn sieht, dann setzt ihr Gehirn aus und sie würde ihn am liebsten bespringen. Es dauert gar nicht lange, dann wird es spicey. Dieses Buch hat auf jeden Fall eine Altersbegrenzung. Der Schreibstil ist in der Wortwahl und im Satzbau einfach gehalten. Der Text ist sehr emotional, dass ich nur nach 8% des Buches schon so verbunden mit der Protagonistin war, dass ich fast geweint hätte, und er hat einen angenehmen Lesefluss. Ich wollte eigentlich nur reinlesen und konnte das Buch dann den ganzen Tag nicht mehr aus der Hand lassen. Es geht vor allem um Trauer und wie viele Fassetten es hat. Außerdem geht es um Vertrauen und natürlich die Liebe und Verlangen. Außerdem werden hier die Ängste verarbeitet die einige Berufszweige mit sich bringen. „Chances meant vulnerability, and I knew I couldn’t survive another loss, especially if it was from Josh. But my other option was not to have him. So there was only really one choice.“ Für mich sind die Bücher von Rebecca Yarros immer Safe Bücher. Wenn ich zum Beispiel gerade eine Leseflaute habe, dann greife ich zu einen ihrer Werke. „Full Measures“ besteht hauptsächlich aus spice, aber egal was man von ihr liest, es steckt immer mehr dahinter. Sie schafft es immer wieder mich den Gefühlen der Protagonisten sehr nahe zu bringen. Ember ist eine Familie von vielen, die täglich jemand verlieren, weil sie für ihr Land kämpfen. Die Army scheint junge Leute mit finanzieller Unterstützung zu locken. Auf der ebene der Familienaufstellung ist es total gesund, dass Ember nichts mehr mit der Army zu tun haben will. „What people didn’t understand was there was nothing bigger than my dad in my eyes, nothing worth the cost of his life.“ Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne spice liest und dabei noch über ein paar wirklich tiefgründige Themen lesen möchte.








