
Märchenhaft, tiefgründig und nachwirkend – Ein absolutes Lese-Highlight!
„Am Himmel die Flüsse“ von Elif Shafak hat mich von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen. Obwohl ich immer wieder Lesepausen einlegen musste, bin ich jedes Mal sofort wieder mühelos in die Geschichte reingekommen. Dieses faszinierende Gefühl, von Anfang an komplett in eine andere Welt abzutauchen, hatte ich in dieser Intensität zuletzt vor mehreren Jahrzehnten bei „Der Medicus“. Besonders gepackt hat mich anfangs die Geschichte von Arthur, der im London des 19. Jahrhunderts im tiefsten Dreck der Themse geboren wird und den Titel „König der Abwasserkanäle und Elendsquartiere“ trägt. Im weiteren Verlauf nehmen aber auch die anderen Erzählstränge richtig Fahrt auf und verweben sich meisterhaft miteinander: die Geschichte der neunjährigen Narin im Jahr 2014, der heutigen Londoner Hydrologin Zaleekhah 2018 und – als verbindendes Element – die Reise eines einzelnen Wassertropfens durch die Jahrhunderte. Der Roman ist unglaublich spannend und greift viele komplexe Themen auf. Vor allem bringt Elif Shafak einem die Kultur der Eziden (Jesiden) unheimlich nah. Ihre tiefe, fast spirituelle Verbundenheit mit dem Wasser wird dabei ebenso greifbar gemacht wie ihr tragisches Leid. Die Sprache der Autorin ist wundervoll poetisch und nahezu märchenhaft geschrieben. Die letzten 150 Seiten waren für mich inhaltlich allerdings sehr hart zu lesen. Ich litt intensiv mit den Figuren mit, aber es ist extrem wichtig, dass diesen grausamen Ungerechtigkeiten endlich eine Sichtbarkeit gegeben wird. Mein Fazit: Ein Meisterwerk, das noch lange nachwirken wird. Die Thematik und die Schicksale haben mich so sehr beschäftigt, dass ich definitiv noch ein weiteres Buch dazu lesen werde. Eine ganz klare Leseempfehlung!
























































