Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 11: Irland Nachdem mich der Essayband "Botschaften an mich selbst" von Emilie Pine total umgehauen hat, habe ich voller Erwartung auf ihren ersten Roman gewartet. Wir folgen einen Tag lang zwei Frauen in Dublin: der erwachsenen Ruth und der jugendlichen Pen (so der Originaltitel). Die Perspektive wechselt kapitelweise und zwischendurch erzählen auch andere Figuren aus ihrer Sicht. Die Wucht, die Pines Ehrlichkeit in ihrem Essayband für mich hatte, wird hier allerdings nicht erreicht. Außerdem bleiben die Figuren für mich stellenweise dadurch etwas blass, dass wir beide Frauen nur einen Tag lang begleiten - obwohl an diesem Tag viel passiert und Entwicklungen stattfinden. Dennoch hat mir der Roman gut gefallen. Pine ist es gelungen, in einem leicht zu lesenden Pageturner schwierige Themen anzusprechen. [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Österreich, Russland, Schweiz, Spanien.]
7. Oktober 2019 in Dublin. Wir begleiten 2 Frauen durch den Tag, die einander weder kennen noch in irgendeiner Art und Weise ähneln, ihre Wege werden sich auch nur kurz an diesem Tag kreuzen. Emilie Pine erzählt ihre Geschichte im Wechsel. Ruth ist Therapeutin und gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren erfolglos in einer Kinderwunschbehandlung. Heute wird ihr Mann von einer Geschäftsreise zurück kommen, doch Ruth weiß nicht, ob ihre Ehe weitergehen oder hier enden wird, denn sie hat eine Entscheidung gefällt: sie wird keine einzige weitere Insemination mehr an sich vornehmen lassen, sondern kinderlos bleiben, selbst wenn es sie ihre Ehe kostet. Pen ist 16 Jahre alt und anders als andere Menschen, sie ist autistisch und leidet unter Panikattacken. Doch heute wird sie die Schule schwänzen und stattdessen auf eine Klimademo gehen, obwohl Menschenmassen sie ängstigen. Denn heute ist der Tag, an dem sie ihrer Schulfreundin Alice gestehen möchte, dass sie in sie verliebt ist. Was tun wir, wenn unsere Träume und Wünsche unerfüllt bleiben? Wenn das Leben nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, egal, wie viel Mühe wir uns geben? Wie mit der Trauer umgehen und woher den Mut zum Weiterleben finden? Dieses Buch hat mich so berührt, es ist zutiefst menschlich, traurig und gleichzeitig wunderschön und voller Mut. Die Charaktere Ruth und Pen, aber auch alle weiteren Frauen, die in diesem Roman vorkommen, sind mir beim Lesen so ans Herz gewachsen und haben mich zu Tränen gerührt. Was für ein tolles Romandebüt!!!
Tolle Atmosphäre
Mir gefällt das Gefühl, dass die Geschichte von Pen und Ruth in mir auslöst. Und obwohl ich emotional eigentlich sehr weit von beiden entfernt bin, fühlte ich mich durch das Buch beiden Charakteren sehr Nahe. Emilie Pine hat hier wirklich Substanz geschaffen... Ein Konstrukt aus tiefgründigen Gedanken, gedankenverlorenen Fragen an das Leben, starken Emotionen an einem sehr lebhaften und doch alltäglichen Ort.
Die Ambivalenzen im Leben von Frauen
Die Handlung umspannt zwei Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen, welche nacheinander angeordnet einen Tag durchleben und dabei auf verschiedene Widerstände treffen. Innerhalb des Romans werden verschiedene gesellschaftliche Themen wie reproduktive Selbstbestimmung, Liebe, Sexualität und Neurodivergenz. Ich habe den Roman verschlungen und sehr geliebt. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand geben, gerade, weil die Figuren so liebevoll und nahbar gezeigt wurden . Sprachlich und Ordnung der Textstücke wurde schlicht gehalten, was für ich aber die Immersion mehr ermöglicht hat. Ich wünsche mir mehr solcher Bücher!
In diesem Buch geht es um so viel mehr, als nur zwei Frauen in Dublin. Dieses Buch hat eine Tiefe und eine Gefühlswelt die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Ich habe sehr mitgefühlt mit Ruth wie auch mit Pen. Sie sind grundsätzlich unterschiedliche Frauen, die an sehr unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen und sie haben auch nichts miteinander zu tun. Sie treffen während der Geschichte zufällig aufeinander und an diesen Punkten sind sie für die jeweilige andere eine Hilfe und regen die Gedanken gegenseitig an. Keine Begegnung, keine Szene in diesem Buch ist zufällig und hat immer direkte Auswirkungen auf die Hauptfiguren. Und am Ende schließen sich die Kreise der beiden Frauen. Wenn auch dieses Buch die meiste Zeit aus der Sicht von Ruth und Pen erzählt wird, kommen auch kurz andere Figuren zu Wort die ganz wichtig sind für die Leben der beiden Frauen. Da ist Alice, in die Pen verliebt ist, aber selbst nicht wirklich weiß wer sie ist. Die Queerness in diesem Buch ist so wundervoll gefühlvoll erzählt, dass es mich wirklich sehr berührt hat. Und dann ist da Aidan, der Mann von Ruth, der in seiner Trauer nicht wusste wohin mit sich und seinen Gefühle. Und will man Leser erst sauer sein, auf Aidan und Alice, so kann man doch schlussendlich nur mit ihnen mitfühlen und irgendwie auch wollen, ein bißchen Gewicht aus deren Päckchen nehmen zu können. Für mich ein ganz besonders Buch. 5 Sterne, ein Highlight.
Ein Hochgenuss irischer Literatur!
Das war schön und schmerzlich!
this novel has a special place in my heart forever <3 i bought it at a special place on a special day, and it's interesting how i talked to my friend about own voices and writing about other identities, and then this book made me rethink some things that i said. ruth & pen takes place on a single day. we get ruth's perspective (a woman whose marriage is in trouble) and pen (a neurodivergent teenager navigating first love). it's really hard describing what this book is about without spoiling the whole plot. the writing is very very unique. i took me a while to get into it but then i enjoyed it. it made me feel really immersed in the story, and very close to the characters. i was right there with them. while it's a quite and introspective book, it did feel fast-paced, with taking place in a day, with the characters moving about and going to different places all the time. there were many flashbacks, which i liked. the most important thing about this book are the two main characters. they were so real to me, flawed and complex, i loved them. the side characters, i almost loved even more, especially claire and alice, even aiden's perspective added a lot to the story, and i wasn't interested in him at first. this novel talks about the climate crisis, and just our modern world in general, in an unique and interesting way. i can't really explain it but it was a beautiful reading experience! spoilers as i mention the book's topics ... ... they include: autism, mental health, therapy, miscarriage and fertility problems, medical issues, and those were (in my opinion; i don't have personal experience with them!) handled with so much care. ALSO this book has one of my favorite depictions of an asexual character i have ever read (not the neurodivergent person by the way). i love love love this part of the book so much!!! it was written and explained so beautifully! emilie pine made me feel so very at home in a book again, and i'll read anything from her in the future :)))






