"Der Frühling" ist der erste Teil der "Hyddenworld"-Trilogie von William Horwood. Das Buch hat schon eine ganze Weile auf meinem SuB gelegen, und ich weiß auch wieso es dort so lange gelegen hat. Wenn ihr meine Zettelwirtschaft für diese Rezension sehen könntet, ihr würdet lachen. Das Cover ist in einem auffälligem Rot und sieht ein bisschen aus wie ein Tagebuch. Die Schrift ist golden und man sieht einen Lederrucksack, der einem immer wieder unter die Augen kommt in diesem Buch Unser Protagonist ist Jack, er ist ein Hydde - um genauer zu sein, ein Riesengeborener. Er ist eher der stille, zurückhaltende Typ, doch ab und an kommt auch er mal aus sich heraus. Er meint, er wäre ein ganz normaler Mensch. Doch da täuscht er sich gewaltig, wie er dann relativ fix selbst heraus findet. Er benutzt sein Köpfchen und denkt auch mal selbst nach, weiß aber auch wann er lieber still bleiben und nur befolgen sollte was man ihm sagt. Es gibt einen ganzen Haufen an Nebencharakteren, deswegen habe ich mir hier nun einmal die Wichtigsten heraus gesucht. Katherine Shore ist ein bisschen jünger als Jack. Sie ist sehr feinfühlig und liebevoll, ein bisschen naiv und hat eine Ader für's Romantische. Sie ist sehr gerne für sich und kann ihre Gefühle schlecht zum Ausdruck bringen. Clare Shore ist Katherines Mutter. Sie ist sehr liebevoll und hat selbst in ihren schwersten Tagen immer Angst, dass Katherine etwas zustoßen könnte. Sie hat ein Geheimnis, dass sie gut hütet und das es auch nie wirklich schafft gelüftet zu werden. Und dann wäre da das Ehepaar Arthur und Margaret Foale. Beide sind sie Professoren gewesen. Arthur ist immer auf Abenteuer und eher verstreut. Dennoch ist er sehr liebevoll und kümmert sich. Er ist klug und denkt sehr viel nach, vor allem über Dinge, über die sich andere Menschen keinen Kopf machen. Margaret ist die gute Seele. Sie vertraut in ihren Mann, auch wenn dieser manchmal urplötzlich verschwindet. Sie ist sehr emotional. Und dann sind da noch Mr Brif, Pike und Bedwyn Stort. Alle drei sind Hydden. Sie sind ein recht lustiger Trupp. Mr Brif ist Meisterschreiber und der Älteste der Gruppe. Ihm gebührt der meiste Respekt - aufgrund seines Alters. Pike ist eher für das grobe zuständig - für die Sicherheit. Er und sein Knüppel sind überall bekannt und gefürchtet. Bedwyn ist der kluge Kopf. Ständig tüftelt er an etwas neuem herum und vergisst darüber hinaus auch manchmal seine Freunde und Weggefährten. Imbolc ist die Friedensweberin. Irgendwie dreht sich doch alles um sie. Denn sie ist die Trägerin der Kette zu der die verlorenen Anhänger gehören. Sie ist uralt und weise, spricht gerne in Rätseln und erscheint nur dann, wenn etwas bedeutsames passiert. Die Fyrd sind grauenhafte Wesen. Sie spielen in die Wurd der Welt, um sie zu ihrem Nutzen zu verändern. Sie sind böse und selbstsüchtig. Und sie sind keine Hydden (soweit ich das nun verstanden habe) William Horwoods Schreibstil ist vor allem eins - langatmig. Er schreibt Sätze, die eine Leserin der Mayerschen aus Dortmund als Märchenhaft bezeichnet, ich allerdings eher als kompliziert erachtet habe. So habe ich gleich zu Beginn des Werkes gedacht ich würde ein Lexikon lesen. Es schreibt zunehmend verwirrend, so dass man als Leser manche Sätze 3-4 mal lesen muss um diese zu verstehen. Und die Übersetzerin sollte man tadeln. Es waren so unglaublich viele Rechtschreibfehler in diesem Werk, die der Möglichkeit des Verstehens wirklich nur abgetan haben. Und sie stören wirklich beim Lesen, genauso wie die unterschiedlichen Schreibweisen der Charaktere-Namen Die Story-Idee zu "Hyddenworld" finde ich wirklich toll. Und nun kommt ein dickes, fettes ABER. (Und nun kommen all die Zettelchen zum Einsatz die ich mir mit Fragen voll geschrieben habe). Mir fehlen die Erklärungen. Der Leser bekommt Sachen vorgesetzt, die ihm völlig neu sind, und erwartet, dass er eine Erklärung dieser bekommt. Doch es folgt keine Erklärung, weswegen ein verwirrter Leser zurück bleibt der sich nun selbst etwas zusammen dichten muss. So Frage ich mich seid Beginn des Romans: Was genau sind Hydden und was ist der Spiegel der Wirklichkeit? Der Anfang ist unheimlich verwirrend, noch rund 22 Seiten hatte ich den Überblick erst einmal ganz verloren und verstand nur noch Bahnhof - Gott sei dank bessert sich das im Laufe des Romans. Es sind so viele unbeantwortete Fragen die ich mir notiert habe, und auf die ich irgendwie im ganzen Roman keine wirkliche Antwort erhalten habe. Zum Beispiel: Was genau ist Englalond? Und wo liegt es? Was ist eine Schildmaid, und was eine Friedensweberin? Das Auftreten von Arthur hat mich auch verwirrt, denn ich, als Leserin, habe mich gefragt woher er überhaupt von den Hydden weiß. Auch hiefür gibt es leider keine Erklärung. Zudem gibt es viele Widersprüchliche Aussagen, die so im Kontrast stehen, dass man als Leser nun nicht wirklich weiß, was genau denn nun das Richtige ist. Die Ausschweifungen mancher Erklärungen sind dafür teilweise so langatmig, dass mir beim Lesen die Augen zugefallen sind (und das passiert mir echt nicht oft). Und irgendwie ist die Logik auch noch so ein Makel dieses Romans. Wie kann man also beispielsweise schreiben, dass Jack seinen lebenslangen Schmerz herausbrüllt wo er doch gerade erst 17 oder 18 ist? Zudem ist mir aufgefallen, dass im Fortschritt des Buchs Szenen genannt werden, die zu Beginn gar nicht vorkommen. Und immer wieder gibt es Zeitsprünge, die den Leser erst einmal stark überlegen lassen müssen, wo genau man sich nun befindet. Es war schon schlimm genug, dass dieser Ausbruch von Trauer tagsüber Wellen von Misslaunigkeit und Unvernunft durch das Haus und den Garten sandte. Was noch schlimmer war und ihn nach Imbolcs Warnung weitaus bedenklicher stimmte, war, dass bei Nacht etwas Finsteres ums Haus schlich - und immer näher kam. Zitat S. 198 Die Verwirrung des Lesers nimmt mit Fortgang der Story Gott sei dank ab, denn nun wird es einfacher der Geschichte zu folgen. Auch Zeitsprünge werden weniger und vor allem übersichtlicher. Der Cliffhanger ist ein schöner Abschluss für den Roman. Einerseits schafft er Spannung, andererseits bringt er den Leser zur Ruhe. Fazit: Die Grundidee zu diesem Roman ist wirklich wirklich toll. Schade nur das der Lesespaß aufgrund einer mangelnden Umsetzung so gering ist. Für mich war es ein kleiner Akt dieses Buch zu lesen, weswegen ich mich hüten werden die folge Bände zu lesen. Schade drum.
9. Okt.Oct 9, 2022
Spring (Hyddenworld Quartet 1)by William HorwoodMacmillan
