27. Sept.
The blood of Alfonso cried to heaven for vengeance; and heaven has permitted its altar to be polluted by assassination, that thou mightest shed thy own blood at the foot of that prince's sepulchre!
Rating:3.5

The blood of Alfonso cried to heaven for vengeance; and heaven has permitted its altar to be polluted by assassination, that thou mightest shed thy own blood at the foot of that prince's sepulchre!

⚔️🩸🏰 Eine unheilvolle Prophezeiung und ein unerklärlicher Todesfall: Als der junge Conrad nicht zu seiner Trauung erscheint, sondern wenig später von einem riesigen Helm erschlagen aufgefunden wird, nimmt das Chaos seinen Lauf. Portraits verlassen geräuschvoll ihre Bilderrahmen, Diener wollen des nachts einen Riesen gesehen haben, der cholerische Familienvater stellt der Verlobten seines soeben verstorbenen Sohnes nach, um wenigstens so seine Erblinie zu bewahren, ein Mönch weiß mehr, als er zugibt und vor dem Tor erscheint ein Ritter mit einem riesengroßen Schwert, der den rechtmäßigen Anspruch auf Burg Otranto erhebt. Mittendrin zwei junge Mädchen, die sich in denselben Unbekannten verlieben, aber dem jeweils anderen Vater versprochen werden, eine Statue mit Nasenbluten, ein sprechendes Skelett, der Geist eines Riesen, Mord und Totschlag - und all das wegen einer popeligen Burg… 📜 Obwohl ca. 200 Jahre jünger, ließt sich der Text sehr Shakespeare-esque. Kein Wunder, da viele direkte Zitate und Anspielungen auf Shakespeares Werke zu finden sind (netterweise jeweils per Fußnote gekennzeichnet) und die Handlung an vielen Stellen enge Parallelen zu Hamlet aufweist (hab ich im Internet gehört). 👻 Nicht nur durch die thematische Ausrichtung, sondern auch durch Aufbau und Stil verweist der Roman auf Erzählungen vorangegangener Jahrhunderte und badet in mittelalterlichen Klischees, samt altertümlicher Konformitäten, ergänzt durch das ein oder andere übernatürliche Element, welches „The Castle of Otranto“ zum allerersten Schauerroman bzw. gothic novel macht.

The Castle of Otranto
The Castle of Otrantoby Horace WalpoleOxford University Press