Was, wenn die Liebe längst da ist, aber der richtige Moment immer wieder verpasst wird?
In 'Wo immer du sein magst' von Lisa Jewell begleiten wir Vince und Joy über viele Jahre hinweg. Sie lernen sich als junge Erwachsene kennen und verbringen ihre jeweils erste Nacht miteinander. Danach verlieren sie sich aus den Augen und kommen doch nie ganz voneinander los. Rückblicke und Begegnungen lassen die Frage offen, ob das Schicksal ihnen vielleicht noch eine zweite Chance schenkt. ✨️ Die Grundthematik ist großartig. Wie im echten Leben hat man beim Lesen oft das Gefühl, dass eine unsichtbare Macht ihre Finger im Spiel hat, wenn es um die Liebe geht. Besonders gelungen fand ich die Erzählstruktur: In Rückblicken entfaltet sich die Geschichte Stück für Stück und man fiebert mit, ob die beiden am Ende zueinanderfinden. Dass sowohl Vinces als auch Joys Sichtweisen beleuchtet werden, macht ihre Handlungen gut nachvollziehbar. Missverständnisse und Geheimnisse sorgen für spannende und unerwartete Twists. ❌️ Gleichzeitig wirkt die Story stellenweise naiv. Vor allem Joy handelt oft so blauäugig, dass man sie am liebsten schütteln und zum Klartextreden auffordern würde. Aber auch Vince macht es einem nicht immer leicht. Rückblickend passt die Naivität beider aber fast schon ins Bild, denn auch das echte Leben wirkt in der Erinnerung selten wie eine perfekte 5-Sterne-Lovestory. 😉 📌 Ein guter Roman über verpasste Chancen, Schicksal und die Frage, ob wahre Liebe wirklich immer ihren Weg findet. Wer Lust auf eine emotionale, leicht melancholische Geschichte mit realitätsnahen Charakteren hat, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.


