Ich weiß auch nicht, das Buch war an sich nicht schlecht. Im Gegenteil, es war sogar sehr angenehm geschrieben und man hatte den Eindruck dass die Autorin sich wahnsinnig viel Mühe bei der Recherche gegeben hat. Aber der Geschichte fehlt es an Fokus. Es werden immer zu neue Themen aufgegriffen - die dann fallen gelassen werden um dem Sozialismus Platz zu machen. Es tröpfelt so vor sich hin - auf knapp 500 Seiten. Die Hälfte der Zeit raucht die Hauptfigur - was mich irgendwann nur noch gelangweilt hat. Aber dieses Laster passt im Allgemeinen zur Charakterschwäche der Hauptfigur, die wieder einmal so schwamming halbgegart feministisch daher kommt. Maribel denkt immer nur an sich und wenn sie dann mal an jemand anders denkt, ist sie auftragend fürsorglich. Mit der Hauptfigur konnte ich also recht wenig anfangen. Generell haben mich die Figuren sehr wenig interessiert und ich habe nur weitergelesen weil die Umgebung, das viktorianische London, und die Ereginisse an sich sehr gut beschrieben waren. Als es zu ende war, war ich jedoch nicht traurig. Das Ende kommt dann plötzlich zügig daher, in zwei Kapiteln kommt Fahrt auf - nur um dann recht gestelzt zu enden. Schade. Für den sagenhaften Preis von 1,99 £ war es also durchaus in Ordnung. Zumindest bin ich jetzt in der Stimmung für Sherlock Holmes.
14. Nov.Nov 14, 2022
Beautiful Liesby Clare ClarkVintage
