Da war mir wirklich zu viel Meta-Ebene des Autors dabei.. war sehr müßig zu lesen.
Die Beurteilung dieses Buches ist mir so schwer wie selten gefallen. Zwischen 2 bis 5 Sterne könnte ich für jede Sternstufe ein Begründung hier schreiben. Dieses Buch hat mich sehr bewegt, sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Es hat mich - in Bezug auf die Massenvernichtung von Leben, der Brutalität und des Irrsinns sehr schockiert, - in Bezug auf das Verschlingen der Lektüre in der zweiten Buchhälfte sehr gefesselt, - in Bezug auf den für mich unpassenden, flapsigen Sprachstil des Autors sehr geärgert, - in Bezug auf den blogartigen Aufbau des Buchs mit 250 Kapiteln auf 450 Seiten sehr überrascht und - in Bezug auf den Autor und seinem Herausstellen der eigenen Person regelrecht zornig gemacht. Bereits der Buchtitel mit seinen vier Buchstaben läßt erahnen, dass der Autor einen gewissen Hang zur Ungewöhnlichkeit besitzt. Es hat ihn bestimmt sehr viel Mühe gekostet, diesen vielen Details rund um den SS-Kriegsverbrecher Rainhard Heydrich, der von Göring mit „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt wurde, zusammenzutragen. Binet will aber kein Biografie oder Sachbuch schreiben, aber einen historischen Roman auch nicht. Er wählt daher dieses ungewöhnliche Format mit kleinen Kapitelhäppchen, bei dem sich automatisch der Verdacht aufdrängt, dass dies eine leichtere Verdaulichkeit bei der Zielleserschaft bewirkt. Ein entsprechend dickes Sachbuch über Heydrich hätte bestimmt nicht den Verkaufs- und Prämierungserfolg gebracht. Ist es denn prinzipiell verwerflich, wenn ein Autor mit einem flapsigen, teilweise sogar kindischen Humor ein Buch über den Holocaust schreibt? Sicher nicht, vielleicht es manches sogar nur mit Zynismus und Humor zu ertragen, aber dies fällt einem Franzosen wahrscheinlich auch leichter als einem deutschen Autor. Mit meiner westdeutschen schulischen Prägung bin ich wie viele andere meines Alters und Herkunft sehr sensibilisiert, wenn über das Dritte Reich geschrieben und gesprochen wird. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen manche aus ihren rechten Löchern kommen und mit einem nationalistischen Selbstbewusstsein die eigene Geschichte relativieren (siehe Vogelschiss), bin ich noch sensibler bei diesem Thema geworden. Und dabei ist es gar nicht so, dass Binet skrupellos hier seine eigene Sichtweise der Leserschaft aufdrängen will. Im Gegenteil. Ständig bringt er nach einigen Kapitel zur Historie sich wieder selbst ins Spiel, zweifelt seine gerade getroffenen Aussagen an und hadert mit sich und seiner gewaltigen Aufgabe, ein Buch über Heydrich und das Attentat auf ihn zu schreiben. Jedesmal, wenn ich als Leser in die Handlung eintauchen wollte, kam der kleine Laurent und zog mich wieder heraus, um mir zu zeigen, wie wichtig er ist. Ich ertappte mich, dass ich ihn zwischenzeitlich erst das Glauben schenkte, was nicht in den folgenden 50 Seiten vom Autor wieder revidiert wurde. Dies empfand ich als unpassendes, fast schon affiges Spiel mit seinem Leser. Gegen Ende nimmt sich Binet etwas zurück und schildert den Tag des Attentats sehr akribisch, aber auch mit enorm viel Pathos im Bezug auf die tschechische Widerstandskämpfer, die das Attentat im Juli 1942 in Prag begingen. Fazit: Auch wenn ich viel kritisiert habe, ist es ein Buch, das sich zu lesen lohnt, um sich ein eigenes Bild vom Format und Stil zu machen. Auf jeden Fall ist das Buch lehrreich, wenn man (so wie ich) noch nie viel über die blonde Bestie Heydrich gehört hatte. Das Buch bewegt und war mir in der Erstbewertung drei Sterne wert. Nach einem Jahr habe ich mich nochmal an das Buch erinnert und konnte eigentlich positiv an das Lesen zurückdenken. Daher erhöhe ich es nachträglich auf 4 Sterne.
Die Beurteilung dieses Buches ist mir so schwer wie selten gefallen. Zwischen 2 bis 5 Sterne könnte ich für jede Sternstufe ein Begründung hier schreiben. Dieses Buch hat mich sehr bewegt, sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Es hat mich - in Bezug auf die Massenvernichtung von Leben, der Brutalität und des Irrsinns sehr schockiert, - in Bezug auf das Verschlingen der Lektüre in der zweiten Buchhälfte sehr gefesselt, - in Bezug auf den für mich unpassenden, flapsigen Sprachstil des Autors sehr geärgert, - in Bezug auf den blogartigen Aufbau des Buchs mit 250 Kapiteln auf 450 Seiten sehr überrascht und - in Bezug auf den Autor und seinem Herausstellen der eigenen Person regelrecht zornig gemacht. Bereits der Buchtitel mit seinen vier Buchstaben läßt erahnen, dass der Autor einen gewissen Hang zur Ungewöhnlichkeit besitzt. Es hat ihn bestimmt sehr viel Mühe gekostet, diesen vielen Details rund um den SS-Kriegsverbrecher Rainhard Heydrich, der von Göring mit „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt wurde, zusammenzutragen. Binet will aber kein Biografie oder Sachbuch schreiben, aber einen historischen Roman auch nicht. Er wählt daher dieses ungewöhnliche Format mit kleinen Kapitelhäppchen, bei dem sich automatisch der Verdacht aufdrängt, dass dies eine leichtere Verdaulichkeit bei der Zielleserschaft bewirkt. Ein entsprechend dickes Sachbuch über Heydrich hätte bestimmt nicht den Verkaufs- und Prämierungserfolg gebracht. Ist es denn prinzipiell verwerflich, wenn ein Autor mit einem flapsigen, teilweise sogar kindischen Humor ein Buch über den Holocaust schreibt? Sicher nicht, vielleicht es manches sogar nur mit Zynismus und Humor zu ertragen, aber dies fällt einem Franzosen wahrscheinlich auch leichter als einem deutschen Autor. Mit meiner westdeutschen schulischen Prägung bin ich wie viele andere meines Alters und Herkunft sehr sensibilisiert, wenn über das Dritte Reich geschrieben und gesprochen wird. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen manche aus ihren rechten Löchern kommen und mit einem nationalistischen Selbstbewusstsein die eigene Geschichte relativieren (siehe Vogelschiss), bin ich noch sensibler bei diesem Thema geworden. Und dabei ist es gar nicht so, dass Binet skrupellos hier seine eigene Sichtweise der Leserschaft aufdrängen will. Im Gegenteil. Ständig bringt er nach einigen Kapitel zur Historie sich wieder selbst ins Spiel, zweifelt seine gerade getroffenen Aussagen an und hadert mit sich und seiner gewaltigen Aufgabe, ein Buch über Heydrich und das Attentat auf ihn zu schreiben. Jedesmal, wenn ich als Leser in die Handlung eintauchen wollte, kam der kleine Laurent und zog mich wieder heraus, um mir zu zeigen, wie wichtig er ist. Ich ertappte mich, dass ich ihn zwischenzeitlich erst das Glauben schenkte, was nicht in den folgenden 50 Seiten vom Autor wieder revidiert wurde. Dies empfand ich als unpassendes, fast schon affiges Spiel mit seinem Leser. Gegen Ende nimmt sich Binet etwas zurück und schildert den Tag des Attentats sehr akribisch, aber auch mit enorm viel Pathos im Bezug auf die tschechische Widerstandskämpfer, die das Attentat im Juli 1942 in Prag begingen. Fazit: Auch wenn ich viel kritisiert habe, ist es ein Buch, das sich zu lesen lohnt, um sich ein eigenes Bild vom Format und Stil zu machen. Auf jeden Fall ist das Buch lehrreich, wenn man (so wie ich) noch nie viel über die blonde Bestie Heydrich gehört hatte. Das Buch bewegt und war mir in der Erstbewertung drei Sterne wert. Nach einem Jahr habe ich mich nochmal an das Buch erinnert und konnte eigentlich positiv an das Lesen zurückdenken. Daher erhöhe ich es nachträglich auf 4 Sterne.
3.5 stars Prag, im Mai 1942. Zu Beginn des Jahres leitete Reinhard Heydrich die Wannseekonferenz, auf der die „Endlösung“ der Judenfrage, das heißt die Vernichtung des jüdischen Volkes in Europa, beschlossen wurde. Im Jahr zuvor war er zum stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren ernannt worden und hielt sich daher nun in Prag auf. Die tschechische Exilregierung in London hat einen Attentatsversuch auf Heydrich organisiert, der von dem Slowaken Jozef Gabčík und dem Tschechen Jan Kubiš durchgeführt werden soll. Am 27. Mai ist es soweit. Die Bewertung und das Rezensieren des preisgekrönten Buches von Laurent Binet fällt mir alles andere als leicht. Zunächst muss ich feststellen, dass es sich nicht um einen klassischen Roman handelt, schon gar nicht entspricht er dem, was Leser sich üblicherweise unter einem historischen Roman vorstellen. Denn Binet erzählt hier nicht durchgängig die Geschichte des Attentates auf Heydrich, er bringt seine eigene Recherche, seine Überlegungen und seinen Schreibprozess mit in das Buch ein. Dabei bedient er sich einer lockeren, leicht lesbaren Erzählweise, durchsetzt mit Humor und Selbstkritik. Immer wieder geht er darauf ein, inwiefern eine Fiktionalisierung des Geschehens zulässig und zuverlässig sein kann. Oft rudert er zurück, korrigiert sich, bemerkt, dass es für eine Aussage keinen Beleg gibt. Seine originelle Schreibweise begeisterte mich zunächst regelrecht, im Verlauf der 448 Seiten des Buches verbraucht sich die innovative Herangehensweise jedoch etwas, ich fand mich zunehmend genervt von den Relativierungen und Korrekturen. Erkennbar und bemerkenswert ist aber, wie tief Binet offenbar in sein Thema eingetaucht ist. Ein anderes Problem ergibt sich immer, wenn Weltkriegsliteratur mit Humor in Verbindung gebracht wird, wobei es sich in diesem Buch eher um einen flapsigen Schreibstil handelt. Da gilt die alte Frage: „Darf man das“? Ich persönlich komme damit klar, sofern es innerhalb gewisser Grenzen bleibt. Ich mochte schließlich auch Roberto Benignis Film „Das Leben ist schön“ und Timur Vernes‘ „Er ist wieder da“. Ein wenig heikel wirkt unter Umständen auch die Begeisterung für das Thema, schließlich geht es um jemanden, der entsetzliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat. Ich kann diese jedoch nachvollziehen, das Grauen fasziniert die Menschen, sonst würde niemand Krimis oder Thriller lesen. Mir ist aber bewusst, dass die genannten Probleme nicht für jeden in Ordnung sind, auch in unserer Lesegruppe wurden sie von vielen kritisiert. Hätte ich lieber einen „regulären“ historischen Roman gelesen? Schwer zu sagen. Binets Buch ist eine Mischung aus Sachbuch und Fiktion, vielleicht hätte ich lieber einen historischen Roman und danach oder davor ein entsprechendes Sachbuch gelesen, hätte dadurch ein differenzierteres Bild erhalten. Binets Ansatz ist jedenfalls durchaus interessant und originell, insgesamt sehe ich das Buch eher positiv. Als Sternebewertung vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.
Eine riesengroß Enttäuschung. Es war ein Mischmasch aus Vergangenheit und Gegenwart, dazu noch extrem sachbuchartig und sehr langatmig geschrieben.





