Edmond Dantes, king of patience.
Als junger Mann war Edmond kurz davor alles zu haben, was er sich erträumt hat - einen guten Job, eine schöne Frau, die er dabei ist zu heiraten, einen liebevollen Vater - als ihm alles durch eine bösartige Intrige genommen wird. Er verzweifelt und stürzt in ein tiefes Loch, bis ihm der Durst nach Rache neue Lebensenergie schenkt. Über etliche Jahre hinweg begleiten wir Edmond - nun der Graf von Monte Christo - wie er einzig und allein dafür lebt es den Menschen heimzuzahlen, die sein Leben zerstört haben. Die Geschichte ist vollgepackt mit Charakteren und Handlungen, die einem teilweise nebensächlich erscheinen. Wenn man dann aber irgendwann an den Punkt kommt, an dem alles zusammengeführt wird, realisiert man erst wie sehr alles von Edmond durchgeplant war, wie weit er geht. Er hat Jahre damit verbracht Kleinigkeiten aufzubauen, Kontakte zu knüpfen, Steine ins Rollen zu bringen, bis er am Ende einzig und allein nur dafür lebt Rache zu üben. Am Ende fragt man sich, ob es das wirklich wert war. Als Leser merkt man auch, dass Edmond sich in all dem total selbst verloren hat. In der Person des Graf des Monte Christo ist Edmond Dantes gar nicht mehr zu finden. Er ist kalt, er lässt niemanden an sich ran und hat kaum Empathie für andere übrig. Anstatt sich darauf zu konzentrieren die neue Chance auf Leben zu nutzen, sich was neues aufzubauen und weit weg glücklich zu werden, ist er erpicht darauf "Gerechtigkeit" zu üben. Ein wirklich tolles Buch voller Abenteuer mit interessanten Charakteren. Es ist nicht nur spannend, sondern stellt den Leser auch selbst vor die Frage, ob und inwiefern Rache gerecht ist.










