
Das Spiel von Aisling Rawle punktet mit einer spannenden Reality-TV-Idee, bleibt für mich aber leider zu oberflächlich
„Das Spiel“ von Aisling Rawle klang für mich nach einer spannenden Mischung aus Reality-TV und Die Tribute von Panem – und als bekennende Trash-TV-Maus durfte ich mir diesen Roman natürlich nicht entgehen lassen. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Im Mittelpunkt stehen zehn Frauen und zehn Männer, die gemeinsam in einer Villa mitten in der Wüste leben. Sie müssen Paare bilden, an Gruppen- und Einzelchallenges teilnehmen und sich Luxusgüter als Belohnungen erspielen. Wer nachts ohne Partner allein im Bett bleibt, scheidet aus der Show aus. Dieses Prinzip zieht sich so lange durch, bis nur noch fünf Teilnehmer übrig sind – und dann beginnt der eigentliche Kampf gegeneinander. Die Grundidee klang für mich unglaublich vielversprechend. Der Roman liest sich zudem angenehm leicht und flüssig und eignet sich definitiv als unkomplizierte Sommerlektüre für den Strand oder Urlaub. Trotzdem hat mich das Buch letztlich nicht wirklich überzeugen können. Vor allem hat mir die Tiefe gefehlt. Dabei hätte die Geschichte so viele interessante Fragen aufwerfen können: Was bringt Menschen dazu, an einer solchen Reality-Show teilzunehmen? Wie groß muss die Unzufriedenheit im echten Leben sein, um sich freiwillig diesem Druck auszusetzen? Kann ein solcher Wettbewerb tatsächlich Glück oder inneren Frieden bringen? Und wie weit sind Menschen bereit zu gehen, um zu gewinnen? All diese Themen werden zwar angeschnitten, aber nie wirklich weitergeführt oder vertieft. Dadurch bleibt vieles an der Oberfläche. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft packen. Immer wieder gab es Szenen, die zunächst vielversprechend wirkten – etwa Toms Angriff auf Lilly und Becca im Labyrinth, Lillys Reaktion darauf oder die Situation, in der Lilly und Andrew in der Kälte ausgesperrt werden. Doch jedes Mal flacht die Spannung schnell wieder ab, ohne dass ein wirklicher Höhepunkt entsteht. Zudem hatte ich das Gefühl, dass der Roman eine deutlich kritischere Perspektive auf Reality-TV hätte einnehmen können. Menschen verkaufen sich dort aus den unterschiedlichsten Gründen, während Zuschauer ihnen dabei täglich zusehen und ihre Konflikte konsumieren. Gerade dieser gesellschaftliche Aspekt hätte für mich deutlich stärker beleuchtet werden können. Mein Fazit: Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch oder ich hatte andere Vorstellungen von der Geschichte. Die Idee hinter dem Roman fand ich spannend, die Umsetzung blieb für mich jedoch zu oberflächlich und zu wenig emotional. Ein leicht lesbares Buch für zwischendurch – aber leider keines, das mich nachhaltig überzeugen konnte.




























































