Vier lebendige Geschichten Toller Frauen
Durch den Wechsel der Perspektive vielseitiger Einblick ins das Leben und die Verbindung von vier Schwarzen Frauen - Nicht mit jeder konnte ich mich identifizieren und bin ihnen doch gerne gefolgt.
Vier lebendige Geschichten Toller Frauen
Durch den Wechsel der Perspektive vielseitiger Einblick ins das Leben und die Verbindung von vier Schwarzen Frauen - Nicht mit jeder konnte ich mich identifizieren und bin ihnen doch gerne gefolgt.
Hatte mir mehr erhofft
Mhm, für ein Buch, das das Leben von vier verschiedenen Frauen thematisieren will, dreht sich doch sehr viel um die Männer in ihrem Leben. Ich hatte große Probleme, die Zusammenhänge in diesem Buch zu verstehen. Ich hatte das Gefühl, dass gleichzeitig alles und absolut nichts passierte. Oh, und ich habe gerade herausgefunden (als ich etwa 75 % des Buches gelesen hatte), dass die Autorin eine TERF ist und JK Rowling verteidigt. Das passt. Dieses Buch konzentriert sich so sehr darauf, wie Männer und Frauen sind, dass es nichts dazwischen gibt und alle Männer so sind (Stereotyp einfügen) und alle Frauen von Natur aus so geboren sind (ein weiteres Stereotyp einfügen). Ich bin also enttäuscht, aber nicht überrascht.
Body Count vs. Dream Count: Eine existentielle Hommage an das Frausein
Wer bei „Dream Count“ einen rasanten Pageturner erwartet, wird enttäuscht werden – die Spannung liegt hier bei 1 von 5 Sternen. Doch wer sich auf Adichies brillanten Schreibstil (4 von 5) einlässt, findet einen Roman, der so existentiell und tiefgreifend ist, dass ich der Autorin am liebsten die Frage stellen würde: Wie schafft man es, die weibliche Erfahrung so präzise einzufangen? Für mich ist dieses Buch trotz der fehlenden Action ein absolutes 5-Sterne-Highlight. Der Roman verwebt die Leben unterschiedlicher Frauen zu einem dichten Teppich aus Träumen, Realitäten und gesellschaftlichen Erwartungen. Da ist Chia, die mit 41 Jahren beruflich noch „nichts vorzuweisen“ hat und vom Geld ihres Vaters lebt. Sie wirkt wie eine Träumerin, doch der Roman stellt die wichtige Frage: Zählt wirklich nur der berufliche Erfolg, oder sind Freundschaft, Familie und Partnerschaft nicht ebenso valide Lebensleistungen? Zikoras Geschichte hingegen spiegelt die bittere Indoktrination wider, die vielen Mädchen von klein auf eingetrichtert wird: Nicht hinschauen, den Mann glücklich machen, Kinder gebären. Besonders berührt hat mich hier die Entwicklung der Mutter-Tochter-Beziehung rund um die Geburt – wie die anfängliche Härte der Mutter schließlich einer tiefen Offenheit wich. Adichie schreckt auch vor schwierigen Themen wie der Beschneidung von Mädchen oder Ehen innerhalb der Verwandtschaft nicht zurück. Besonders Kadi und ihr Kampf gegen die Machtstrukturen „alter weißer Männer“ im Justizsystem haben mich erschüttert. Die Erleichterung am Ende, als sie und ihre Tochter sich in den Armen liegen, war förmlich greifbar. Ein Zitat aus dem Buch bringt die Essenz der zwischenmenschlichen Verbindungen auf den Punkt: „Unsere engsten Freundschaften geben einen kleinen Einblick in das, was wir sind, schließlich wählen wir sie aus [...] sie werden uns nicht von Natur aus gegeben wie im Falle unserer Verwandtschaft.“ Bei Omelogor hat Adichie eindrucksvoll beschrieben, wie Korruption in Afrika abläuft, wie Frauen nicht ernstgenommen werden und sich sehr lange beweisen müssen und wie Amerika nicht das Leben für jeden ist. Der Amerikanische Traum durchzogen linken Rassismus. Aber auch der Frage, möchte ich Kinder? Kann ich mir vorstellen Single-Mom by Choice zu sein? Mein Fazit: Ein Muss für alle, die sich für Feminismus interessieren. Das Buch zeigt schmerzhaft und schön zugleich: Frauen stehen weltweit vor ähnlichen Herausforderungen in Bezug auf die Liebe – doch wenn die Komponente „race“ hinzukommt, wird alles um ein Vielfaches komplexer. Für meine Lesechallenge 2026 war das Buch ebenfalls sehr gut geeignet und ich konnte den Punkt „Lies ein Buch mit einem ungeliebten oder ungewohnten Erzählstil.“
Naaaaja. Die vielen, vielen Charaktere sind vielfältig und interessant ausgearbeitet, aber inhaltlich bleibt jetzt schon die Frage was jetzt der tiefere Sinn/die Message der Aufzählung von Beziehungen zu unnützen Männern und gescheiterten Beziehungen sein soll. Leider neben schönen Schilderungen meist zäh und bisschen pointless...
Rezension folgt
Ganz viel.
Ich habe gebraucht, um reinzukommen. Chiamaka war mir am Anfang sehr unangenehm. Erst durch die anderen Frauen, habe ich sie wertschätzen gelernt. Mir ist mal wieder meine Unwissenheit über Afrika und hier insbesondere Nigeria aufgezeigt worden. Ein interessantes Buch, dass sich nicht einfach so weglegen lässt und einen zum Teil sehr betroffen macht. Es war viel und ich habe nicht alles erfasst bekommen.
Zehn Jahre nach Americanah ist es endlich erschienen, das neue Buch der amerikanisch-nigerianischen Starautorin. Vier afrikanische Frauen aus der Oberschicht, ein Hausmädchen und ihre Solidarität zueinander stehen im Zentrum des unterhaltsamen Romans. Adichie gelingt eine lebendige Erzählung, insgeheim hätte ich mir aber mehr erhofft. Trotzdem okay!
Langatmig
Super langatmig, sehr wiederholend und wirklich schwierig durch zu kommen. Schade.
Geschichten über reiche Frauen. Ok.
Das Buch handelt von sehr reichen Frauen und wie diese trotzdem immer ein bisschen unglücklich sind, aber so richtig irgendwie doch nicht. Ich habe ernsthaft keine Ahnung, was dieses Buch soll und warum ich es zu Ende gelesen habe. Moment, zweiteres doch: das Buch ist in fünf Teilen geschrieben, jeweils steht eine andere weibliche Protagonistin im Mittelpunkt. Und irgendwie dachte ich jedes Mal: jetzt passiert vielleicht doch was interessantes. Es passiert aber einfach nichts. Die Frauen Figuren erzählen lang und breit von ihren vielen verflossenen Liebhabern und warum keiner von denen ihre Erwartungen erfüllt hat. Das bleibt aber alles an der Oberfläche. Ich sage es ungern, aber: ich hätte mich sogar gefreut, noch mal eine Perspektive von einem dieser Männer zu bekommen. Bekam ich aber nicht. Richtig merkwürdig ist, dass die Vergewaltigungsgeschichte von Strauss-Kahn mit verarbeitet wird. Diese ernste Story hängt so zwischen den Luxus Problemen der anderen Charaktere. Nee also dieses Buch hat mich komplett ratlos zurückgelassen. Dabei wird die Autorin so gefeiert?! Trau mich jetzt irgendwie nicht, was anderes von ihr zu lesen. Oder soll ich doch? Antworten erwünscht! Danke!
Dream Count hat mich wirklich beeindruckt. Wow – was für ein Buch! So viele Frauen, so viele Freundschaften und so viele unterschiedliche Geschichten, und doch kann man sich mit jeder einzelnen Figur auf irgendeine Weise identifizieren. Teilweise wurde ich auch mit meinem eignen Hintergrund konfrontiert und hab mich odt gefragt, was ich wohl machen würde. Ein berührendes, vielseitiges Leseerlebnis.
Es geht um Frauen, aber zu viel um Männer
Es geht um vier Frauen in der Corona-Pandemie und ihr Leben davor - und darum, wie Männer sie prägen. Insgesamt bin ich etwas zwiespältig. Einerseits habe ich das Buch gerne gelesen und konnte es stellenweise kaum weglegen. Andererseits haben mich manche Charaktere etwas genervt und blieben oberflächlich, vor allem die reiche Reisebloggerin. Die tragische Geschichte von Kadiatou (die lose auf einer wahren Begebenheit beruht) ist toll erzählt und hat mich sehr berührt. Am vielschichtigsten fand ich Omelogor und die zarte Geschichte zwischen Zikora und ihrer Mutter. Insgesamt drehte sich alles aber zu viel um die Verflossenen der Figuren, die ich irgendwann kaum noch auseinander halten konnte. Die früheren Romane von Chimamanda Ngozi Adichie haben mir besser gefallen und stärker in mir nachgehallt.
Leider sehr langatmig und es ging immer um dasselbe... hat mich nicht überzeugt.
Die Geschichten von vier Frauen zwischen Nigeria und den USA werden zu einem bewegenden Roman über Migration, Selbstbestimmung und weiblicher Stärke verwebt - absolut lesenswert!
Gut, aber mit Längen
Die Geschichte rund um vier schwarze Frauen hat mich größtenteils sehr berührt. Insbesondere die ersten drei Frauen erleben die Abgründe der männlichen Fehlleistungen in allen Facetten . Frauen, die unter dem Patriarchat leiden. Oft für sie erschwerend : ihre Hautfarbe. Wirklich eindrücklich beschreibt die Autorin die Schwierigkeit Freuden und Leiden der Protagonostinnen. Die Geschichte der vierten Frau ist etwas anders. Sie ist nicht auf der Suche nach Mann und Familie. Sie ist emanzipiert und erfolgreich und muss sich dennoch dem Alltagssexismus stellen. In diesem Abschnitt wird Rassismus mehr thematisiert. Auch das war interessant. Omelogors Geschichte konnte mich allerdings nicht so fesseln wie die anderen. Insgesamt ein wirklich gutes Buch, dass Strukturen von Rassismus und sexismus deutlich zeigt.
Teils hat es sich sehr gezogen, auch wenn ich eigentlich die unterschiedlichen Perspektiven sehr interessant fand. Gerade Kadis Schicksal hat mich sehr mitgenommen.
🥰📚🥰
War nicht schlecht das Buch. Waren wichtige Themen über Frauen. Hab auch bisschen was markiert. Hätte man trotzdem bissl kürzen können.
Vier Frauen, vier Schicksale – und leider dreimal Gähnen. Nur eine Geschichte war wirklich emotional, die anderen wirkten wie eine endlose Wiederholung von „Finde einen Mann, heirate, krieg ein Kind“. Tiefere Einblicke in das Leben afrikanischer Frauen in westlichen Kulturen? Fehlanzeige. Stattdessen gab’s Klischees und viel Leerlauf. Immerhin konnte ich mir am Ende einreden, dass ich jetzt ein kleines bisschen kulturell kompetenter bin. Dafür gibt’s 2,5 Sterne – mehr aus Mitleid als aus Begeisterung.
So viel Potential aber leider enttäuschend
Die Storylines waren alle interessant aber leider zog es sich sehr und es fehlte der rote Faden.
enttäuschend langatmig und thematisch einseitig
dream count klang für mich zunächst vielversprechend: der klappentext weckte die hoffnung auf eine vielschichtige, kulturell reflektierte erzählung mit starken charakteren. genau das, was ich mir in einer phase der leseflaute gewünscht hatte. leider wurde diese erwartung nicht erfüllt. statt mich aus meiner lesemüdigkeit zu holen, hat das buch mich noch tiefer hineingezogen. die erzählweise empfand ich über weite strecken als zäh und langatmig. die geschichte kam nur schleppend voran, und viele passagen zogen sich unnötig in die länge. besonders enttäuschend war für mich die thematische ausrichtung der charaktere: bei drei der vier figuren drehte sich der großteil der handlung um männer, beziehungen und fruchtbarkeit. das wirkte auf mich einseitig und ermüdend - vor allem, weil ich mir stattdessen eine stärkere auseinandersetzung mit kulturellen unterschieden, identitätsfragen und gesellschaftlichem wandel gewünscht hätte. einziger lichtblick war für mich omelogor. sie war die einzige figur, die ansatzweise komplexität und echtes interesse in mir geweckt hat. leider reichte das nicht aus, um das buch insgesamt zu retten. die letzten seiten habe ich nur noch überflogen, weil ich kaum noch emotionales oder inhaltliches interesse an der geschichte hatte. insgesamt bleibt dream count für mich eine enttäuschung. ein buch, das viel versprach, aber wenig einlöste.
Ein Buch, was einen fordert. Kräftige, intensive Sprache und tolle Frauencharaktere. Es stört mich ein bisschen, dass die Figuren nacheinander abgehandelt werden. Natürlich verbinden sich ab und zu aber es ist für mich sehr anstrengend gewesen zu lesen und ich muss gestehen, dass ich am Ende fast das Ende des Buches herbei gesehnt habe. Ich habe manchmal den roten Faden vermisst. Mir hat Amerikaner viel besser gefallen. Toll fande ich auch das Aufgreifen der Geschichte von Kadiatou, die an die Geschichte von Nafissatou Diallo angelehnt ist. Chimamanda, Ngozi Adichie ist eine hervorragende Schriftstellerin, die das Leben der Nigerianer und der Amerikaner kunstvoll verwebt. Dieses Mal auch mit ein bisschen Corona und Europa. Ich freu mich schon auf Ihr nächstes Buch, hoffe aber, dass es ein bisschen stringenter zu lesen ist.
Ein eigentlich schöner, aber auch etwas langatmiger Roman über 4 Frauen, deren Leben aus unterschiedlichsten Gründen miteinander verknüpft ist. Das Buch war aber leider kein sonderlich fesselndes Buch, auch wenn mir die Sprache gut gefallen hat (ich habe die englische Ausgabe gelesen). Wir begleiten Chiamaka, Zikora, Omelogor und Kadiatou und erfahren detailreich ihre Interaktionen mit anderen Menschen, wie Müttern, Männern und Freunden, dabei wird jeder Frau ihr eigenes Kapitel gewidmet. Ich hatte aber Probleme damit, dass kaum als ich mich gerade in die Person „hineingefunden“ hatte, der nächsten ein Kapitel gewidmet wurde. Sehr erschütternd ist das Thema der sexuellen Gewalt durch einen prominenten Mann, der leider mal wieder damit durchkommt, weil die Gesellschaft es zulässt. Kein Buch, das Auflösung verspricht, sondern fast alles offen lässt. Ich vergebe nur 3,5 Sterne, weil das Buch seine Längen hatte und ich den roten Faden vermisst habe. Über Zikora hätte ich gerne mehr erfahren, auch über Omelogor.
Das geht unter die Haut …
Adichie schreibt über vier Frauen, deren Schicksale locker miteinander verknüpft sind, alle vier sympathisch, teils kämpferisch, teils bescheiden, und wir lernen ganz viel über das Leben und die Sorgen von Frauen. Nigeria und die USA bilden den Hintergrund. Ich hätte endlos weiterlesen können.
Frau sein - Grund genug für ein Buch
Es geht um vier Frauen, aus Nigeria. Vier Leben, die unterschiedlicher nicht sein können, aber mit den gleichen Themen konfrontiert werden. Weiblichkeit, gesellschaftliche Erwartung, Träume. Chiamaka lebt in Amerika als Reiseschriftstellerin, Zikora ist ihre beste Freundin und erfolgreiche Anwältin in Washington D.C. Omelogor ist Chia‘s Cousine, lebt in Nigeria und verdient sehr viel Geld als Bankerin. Kadiatou ist aus den ärmeren Bereichen und Chia‘s Haushälterin. Alle vier Frauen stehen für sich ein und kämpfen für ihre Stimme. „Ich habe in meinem Leben noch nie so oft gelogen wie vor Darnell.“ So ein vielfältiges, ehrliches und volles Buch. es werden so viele gesellschaftliche Themen behandelt und man lernt viel über die nigerianische Kultur. Die drei Frauen suchen nach der Liebe bzw. nach dem Sinn der Liebe. Das Buch spielt während Corona - Chia schaut deswegen zurück, die Welt hat sich verändert. Sie zieht Bilanz, ihren Dream Count. Kadiatou steht für die Mutter der Autorin, eine starke Frau, die ein schweres Erlebnis mit einem Mann hat. Eine Frau, kein Mensch, sondern ein Gegenstand. Sehr, sehr beeindruckend und keine leichte Lektüre. Danke dafür 🙏🏼💫 „Tu nicht so, als wärst du zufrieden mit deinem Leben.“
Sehr anstrengend zu lesen, da es viel um Vergewaltigungen und andere Vergehen an Frauen geht. Man muss sich wirklich mental auf das Weiterlesen vorbereiten.
„Frauen zu lieben ist nicht dasselbe, wie sie zu kennen.“
Wer sich noch an die Wärme erinnert, die einen beim Lesen von "Americanah" ummantelt hat, wird auch in Adichies aktuellem Roman wieder ein Zuhause finden. Feinsinnig, detailreich und klug dokumentiert sie die Leben von vier Frauen zwischen Afrika und Amerika, die miteinander verwoben und doch ganz unterschiedlich sind. Wir begleiten ihre Kämpfe, blicken tief in ihre Sehnsüchte und betrachten das schillernde Farbspektrum von Weiblichkeit, auch jenseits des Sichtbaren. Anders als bei „Americanah“ haben wir es hier mehr mit einem Mosaik à la Bernadine Evaristos „Mädchen, Frau, etc.“ zu tun, mit einer Verkettung einzelner Perspektiven, die dann im Zusammenspiel ein loderndes Lauffeuer ergeben. So erkläre ich mir die Enttäuschung, die einige nach „Dream Count“ empfunden haben, wo sie doch so sehnsüchtig auf die Neuerscheinung ihrer geschätzten Autorin gewartet haben. Mich hat sie auch diesmal zum Staunen gebracht, mit der tiefschürfenden Empathie, die sie ihren Figuren entgegenbringt und die fast an Magie grenzt. Sie erzählt von der Suche nach Liebe, von den gesellschaftlichen Erwartungen im Patriarchat und vom Freilegen echter, eigener Bedürfnisse. Messerscharf seziert sie das Alltägliche und bringt die Einzelteile zum schwingen als wär jeder Mensch eine eigene Sinfonie.
Ein kluges und berührendes Buch
„Dream Count“ erzählt die Geschichten von vier nigerianischen Frauen in den USA, die jede auf ihre Art nach Glück, Erfolg und Zugehörigkeit suchen und dabei immer wieder mit den Erwartungen ihrer Herkunft und der Realität ihrer neuen Heimat ringen. Besonders stark fand ich, wie Adichie die unterschiedlichen Lebensrealitäten einfängt: Von der erfolgreichen Anwältin bis zur Hotelangestellten, jede Figur bringt ihre eigene Perspektive auf Themen wie kulturelle Identität, Rassismus, Klassismus und die Rolle von Frauen in verschiedenen Gesellschaften ein. Der Roman ist insgesamt eher ruhig erzählt, viele wichtige Dinge passieren in Rückblenden oder Gesprächen, besonders weil die Geschichte in der Coronazeit spielt. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: Manchmal wirken die einzelnen Abschnitte etwas lose aneinandergereiht. Die Perspektivwechsel teils in der Ich-Form, teils mit einem personalen Erzähler haben mich anfangs irritiert. Aber sobald man sich daran gewöhnt hat stört es nicht weiter. Insgesamt ist „Dream Count“ ein kluges, berührendes Buch, das einen auch nach dem Lesen nicht ganz loslässt. Auch wenn ich Adichies andere Romane einen ticken besser fand habe ich das Buch gerne gelesen, für mich ist es eine Geschichte mit vielen Momenten zum Nachdenken und Fühlen.
Puh, sehr zäh und langatmig. Habe vieles dann nur mehr überflogen. Hatte vermutlich zu hohe Erwartungen, da ich so begeistert von "Americanah" war.
Dies ist mein erstes Buch von der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie und ich kann sagen, ihre Art Dinge zu erkennen und klar zu benennen, haben mich beeindruckt. Sie hat einen sehr eindringlichen Schreibstil und dieser hat mich schon während des Lesens dazu angeregt, über Dinge nachzudenken und weiterzudenken. Selbst zu interpretieren. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich länger als üblich fürs Lesen gebraucht habe, aber auch der Grund, warum es definitiv nicht der letzte Roman der Autorin für mich ist. Der Inhalt ist zu komplex, um ihn knapp zusammenzufassen. Es ist kein Roman, den man kurz mal „weglesen“ kann. Dafür hat er zu wenig Geschichte in sich und stellt auch zu viele Fragen. Es ist ein Buch, in dem ich oft die Frage „Was wäre wenn….“ rausgelesen habe, aber auch ganz viel über das weibliche nigerianisch bzw. westafrikanische Leben. Ganz viel über patriarchale Strukturen und Machtmissbrauch, aber auch Traditionen und Religionen, die das Leben einer Frau und vor allem das Leben einer westafrikanischen Frau prägen und lenken. Erzählt wird die Geschichte von vier Frauen, die miteinander verbunden sind. Chiamaka, Zikora, Omelogor und Kadiatou. Es spielt zur Coronazeit und dadurch sind auch viele Gedanken zu lesen. Jede Frau bekommt ihren eigenen Abschnitt und auch ihren eigenen Erzählstil. Dadurch habe ich persönlich aber auch in jedem neuen Abschnitt ein wenig mehr Inhalt gesucht, bis ich wieder in das Leben der „neuen“ Frau abtauchen konnte. Nicht jede Frau hab ich verstanden, aber manche Erfahrungen sind so universell auf jede Frau umsetzbar, dass es sich manchmal angefühlt hat wie die Geschichte einer einzigen Frau. So konnte ich nachfühlen, wie Erwartungen der Familie Frauen einschränken, die Geburt eines Kindes die Mutter-Tochter-Beziehung verändern kann oder traumatische Ereignisse das Leben physisch und psychisch belasten können. Ich fand es interessant, wie die Autorin manche Szenen wiederholt hat, indem sie diese aus einer anderen Perspektive geschildert hat und sich dadurch auch mein Blickwinkel auf diese Szene verändert hat und auch mein Verständnis für bestimmte Reaktionen oder Taten. Es gibt auch ein paar Schwachstellen in dem Buch, weswegen es bei mir nicht ganz zum Highlight gereicht hat. Auch wenn es mich wirklich fasziniert hat, wie Adichie es schafft, ohne viel Handlung so viel zu erzählen, hätte ich mir an einigen Stellen doch etwas mehr Geschehen gewünscht. Vielleicht auch etwas mehr Tiefe. So waren manche Verknüpfungen ein wenig lose und nicht jeden Faden konnte ich mit dem anderen verweben. Außerdem hat es mich persönlich ein wenig gestört, dass es vordergründig zu viel um die Liebesbeziehungen ging und die Männer dadurch zu viel Raum bekommen haben. Aber vielleicht muss es auch genau so. Dadurch, dass ich im Vorfeld ein Interview mit der Autorin gesehen hatte, habe ich auch die Trauer um die Mutter wiedererkannt. Ich weiß aber nicht, ob es mir ohne Interview aufgefallen wäre. Ich würde das Buch jedem Menschen empfehlen, der Lust auf anspruchsvolle Literatur ohne viel Handlung hat, aber mit ganz vielen lebensphilosophischen Fragen einer Frau im Speziellen einer nigerianischen Frau. Für mich ist ein perfektes Buch zum gemeinsamen Lesen und Austauschen.
„Jeder Mensch ist unkennbar. Wie sollen wir andere je richtig kennen, wenn uns manchmal sogar selbst fremd sind?“ - Omelogor
Dieses Buch wird noch sehr lange in mir nachhallen, weil es auf sehr vielen Ebenen berührt, erschüttert, aufweist. Sehr oft habe ich die Ort, die die einzelnen Protagonistinnen erlebt, belebt und besucht haben auf der Karte nachgeschaut. Aber auch Rezepte, sowie geschichtliche Hintergründe. Dennoch standen immer die Frauen und ihre sehr unterschiedlichen Geschichten im Vordergrund, ohne das eine mehr wiegt als die andere. Das Nachwort von Chimamanda Ngozi Adichie umschreibt noch einmal nachdrücklich, warum wir Literatur brauchen. Absolute Leseempfehlung
Sprachlich gelungen. Inhaltlich konnte es mich nicht völlig überzeugen. Zu sehr ging es um Frauen der Oberschicht, die sich über ihr „schweres“ Leben und Männer Gedanken machen. Dabei hat die Haushälterin von Chia tatsächlich mit Schicksalsschlägen zu kämpfen.
Vier Frauen und ihr Weg, den Männer vorgeben
Vier Frauen und ihr Weg sich selbst und ihren Platz in der Welt zu finden. Alle Wege sind stark an Männer geknüpft, die ihre Wege kreuzen. Das mag oft den Realitäten entsprechen, hat mich aber doch immer wieder sehr grübeln lassen und bisweilen auch gestört. Es geht um Erwartungen der Gesellschaft, der Familie und Kulturdifferenzen und soziale Unterschiede. Das Patriarchat ist immer allgegenwärtig. Alle Frauen bekommen ihren Fokus. Ich konnte mit Chiamaka, Zikora, Kadiatou und Omelogor mitfühlen, mich mit Ihnen aufregen, mich freuen aber auch sehr viel leiden. Manches hat Fragezeichen hinterlassen, manches hat mich fassungslos gemacht. Warum haben Männer immer noch so viel Macht über Frauen? Ich habe mir noch kein abschließendes Urteil erlaubt und bin froh, dass ich im Rahmen der Lovelybooks Leserunde diskutieren darf und mir anderen Input holen kann 'Dream Count' ist seit langem mal wieder eines der Bücher, in denen ich mir sehr viel markieren musste.
loved it
i’ll have to come back soon to edit this review but rn i’m just stunned by this JOURNEY. honestly the book could’ve just gone on and on and i wouldn’t minded (*1) bc everything was written / described so well and therefore was able to make me feel such true feelings OOF *1) i was intimidated by the book’s length at first and waited a couple of weeks to start it and now i can’t get enough soooo, joke’s on me 2) CHECK CONTENT INFO FOR THE LOVE OF EVERYTHING BRRRR
Ist augenblicklich zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.
Fantastische Figuren, eine Handlung die spannend ist ohne überzogen zu wirken und die Auseinandersetzung mit wirklich wichtigen gesellschaftlichen Themen machen dieses Buch für mich zu einem absoluten Must-Read! Die Sprache ist wunderschön - viele Passagen habe ich gleich zwei- oder dreimal hintereinander gelesen, weil sie mich so berührt haben.
Obwohl Adichie sprachlich glänzt, verliert sich Dream Count in zu vielen Themen ohne echte Tiefe. 2,5⭐ In "Dream Count" erzählt Chimamanda Ngozi Adichie die Geschichten von vier sehr unterschiedlichen Frauen, deren Leben durch Sehnsucht, Verletzlichkeit und den Wunsch nach Selbstbestimmung verbunden sind. Die nigerianische Autorin wurde 1977 geboren, studierte in den USA unter anderem Afrikanistik an der Yale University und gilt heute als eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Orange Prize for Fiction. International bekannt wurde sie durch Romane wie Americanah oder Die Hälfte der Sonne, aber auch durch ihre feministischen Essays, die u.a. mit Beyoncé-Samples weltweite Aufmerksamkeit erhielten. Dream Count ist ihr erster Roman seit zehn Jahren und wurde mit großer Spannung erwartet. Worum geht’s genau? Vier Frauen, vier Perspektiven, ein verbindendes Thema: die Frage nach den eigenen Träumen und den Wegen, auf denen sie verloren gingen. Chiamaka, eine Reiseschriftstellerin, blickt zurück auf ihr Leben und ihre verpassten Chancen – insbesondere auf eine Beziehung, die hätte bedeutsam werden können. Zikora, eine Anwältin in Washington, wird alleinerziehende Mutter und konfrontiert in ihrer neuen Rolle plötzlich die verdrängte Nähe zu ihrer eigenen Mutter. Omelogor, in Nigeria aufgewachsen, arbeitet in der Finanzwelt, bis sie genug hat von Korruption und nach Bildung in den USA strebt. Und Kadiatou, die als Haushälterin und Hotelangestellte in prekären Verhältnissen lebt, wird Opfer eines Übergriffs – ein Gerichtsprozess folgt, in dem ihre Stimme kaum Gehör findet. Der Roman spannt ein erzählerisches Netz zwischen Nigeria, den USA und Europa und beleuchtet die inneren wie äußeren Kämpfe seiner Protagonistinnen – zwischen Verlust, Hoffnung und dem Wunsch nach Sichtbarkeit. Meine Meinung "Dream Count" war mein erstes Buch von Chimamanda Ngozi Adichie, und ich hatte entsprechend hohe Erwartungen – nicht zuletzt durch die vielen begeisterten Stimmen in meiner Buchbubble. Das übergeordnete Konzept des „Dream Count“, also einer Bilanz verpasster Chancen, hat mich sofort angesprochen. Die Metapher, als Umkehrung des bekannten Begriffs „Body Count“, eröffnet eine interessante Reflexion über Lebensentscheidungen, vergangene Beziehungen und ungenutzte Potenziale. Besonders Chiamakas Rückblick auf eine verpasste Liebesbeziehung mit Chuka bringt das gut zur Geltung. Der Einstieg in den Roman gelang mir gut, auch weil Adichies Schreibstil elegant und flüssig ist – voller kluger Sätze und poetischer Bilder. Einige Zitate habe ich mir besonders markiert: „Ich trauerte um etwas, von dem ich nicht einmal wusste, ob es existierte...“ (S. 19), „Wohin verschwindet die Liebe, wenn wir aufhören zu lieben?“ (S. 81), „Der tatsächliche Vorteil des Reisens ist, dass man der tröstlichen Alltäglichkeit aller anderen begegnet.“ (S. 113), „Im unvollendeten Sterben empfindet man ein Verlangen danach zu trauern...“ (S. 173), oder „Wie seltsam, dass wir beim Waten durch die Sümpfe des Lebens davon ausgehen, dass nur wir selbst mit Unsicherheiten zu kämpfen haben.“ (S. 474). Was mich allerdings zunehmend frustrierte, war die Themenfülle, die leider nicht in die Tiefe ging. Adichie behandelt eine schier überwältigende Bandbreite an Themen: Rollen der Frau, Mutterschaft, Queerness, MeToo und sexualisierte Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt (etwa female genital mutilation), Abtreibung, Kinderwunsch, toxische Beziehungen, Schönheitsideale, feministische Perspektiven auf Literatur, Freundinnenschaft, Sexismus, patriarchale Strukturen, Rassismus, Kolonialismus, Diaspora, Identitätspolitik, soziale Ungleichheit, Reichtum und Klassenunterschiede, Migration, Korruption, Religion, mentale Gesundheit, Einsamkeit, Trauer, Selbstwert, Liebe, Manipulation in Beziehungen, Pornografie, Corona, westliche Doppelmoral, Eurozentrismus, Adoption, der Einfluss von Tourismus, die Macht von Geschichten – und noch viele mehr. Diese thematische Dichte führte dazu, dass viele Aspekte lediglich angerissen und nie wirklich auserzählt wurden. Gerade weil mich viele dieser Themen interessieren, war ich enttäuscht darüber, wie oberflächlich sie behandelt wurden trotz des Umfangs des Buches (528 Seiten). Die Struktur des Romans – in fünf große Abschnitte gegliedert, je einer pro Figur, wobei Chiamaka Anfang und Ende bildet – ist grundsätzlich gut gewählt. Doch im Verlauf verlor ich zunehmend den Zugang zur Erzählung. Die einzige Figur, deren Kapitel mich wirklich tief bewegt hat, war Kadiatou. Ihre Geschichte – der Übergriff, das ungerechte Verfahren und die daraus resultierende Lebensveränderung – (basierend auf dem realen Vergewaltigungsvorwurf von Nafissatou Diallo gegen den damaligen IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn) war erschütternd und eindringlich erzählt. An dieser Stelle hat mich Adichies erzählerische Kraft überzeugt und berührt. Leider blieb dieses Gefühl auf diesen Abschnitt begrenzt. Stellenweise zog sich das Buch enorm. Trotz des schönen Schreibstils wollte bei mir kein richtiger Lesefluss aufkommen. Ich musste mich zum Weiterlesen regelrecht zwingen. Auch der Klappentext hatte mir ein anderes Leseerlebnis suggeriert – ich hatte auf etwas gehofft, das mich ähnlich wie "Blue Sisters" von Coco Mellors mitnimmt, bei dem die geschichte auch aus versch. Perspektiven erzählt wird. Stattdessen war es für mich eine Berg- und Talfahrt, bei der sich Begeisterung und Ermüdung die Waage hielten. Am Ende stand ich mit dem Gefühl da, dass sich dieser Roman trotz vieler wichtiger Themen in seiner Ambition verzettelt. Es blieb eine gewisse Leere zurück – und auch Enttäuschung über das verpasste Potenzial. Fazit So wie die Protagonistinnen in "Dream Count" mit verlorenen Träumen ringen, hat mich auch dieser Roman enttäuscht zurückgelassen. Trotz starker Passagen und eindrucksvoller Sprache wirkt das Gesamtwerk überladen und wenig tiefgründig. Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen – für den Schreibstil, den Versuch thematischer Vielstimmigkeit und das bewegende Kapitel über Kadiatou, aber auch für ein Leseerlebnis, das mich leider nicht durchgehend überzeugt hat.
Ich habe „Americanah“ wirklich geliebt. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Sie wurden zum Teil eingelöst. Großartige Figuren, eine tolle Beobachtungsgabe und wirklich tolle Takes zu vielen Themen, die mich auch interessieren. Nur eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Nichts gegen Montage-, Thesen-, oder Sittenromane. Aber die Bindungskraft der Figuren und Motive ist dann doch etwas lose und hat hier doch eine handwerkliche Schwäche. Es hätte als verbundener Erzählband deutlich besser funktioniert. Aber dennoch: ich hab es sehr gerne gelesen und es ist besser als Vieles aus der Gegenwart.