Faszinierender Einblick in eine Welt, die so ganz anders ist und doch mitten unter uns. Das Eintauchen in den Bienenstock war zunächst chaotisch, doch nach und nach versteht man - genau wie die Biene, der wir folgen - die Besonderheiten der Bienenwelt. So vieles wird über Pheromone und Gerüche im Allgemeinen wahrgenommen, dass man mal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Welt hat. Das Leben im Bienenstock funktioniert nach klaren Regeln und "unsere" Biene Flora kann irgendwie alles und das meist besser als die dafür ausgebildete Biene. Das fand ich auf Dauer etwas anstrengend, auch wenn es für die Erzählweise vermutlich notwendig war, um mal in alle Bereiche des Stocks zu gelangen. Auch die teils extreme Gewalt und die Sexualisierung des Pollensammelns hat mich sehr rausgerissen. Hier sehe ich auch keine Notwendigkeit, die Geschehnisse waren spannend genug, um eigentlich ohne solche Mittel auszukommen. Trotz allem ein interessanter Ausflug und auch wenn wir natürlich nicht wissen, wieviel davon tatsächlich so abläuft, hat es mich auf jeden Fall motiviert mehr über Bienen zu erfahren.
Wow, was für ein Buch. Anfangs war ich ja skeptisch: was kann man über Bienen wohl so lesen? Ob es wie "Biene Maja" ist? Weit, weit davon entfernt. Die Autorin bringt uns die Welt der Bienen, die sprechen können, das Wohl der Heiligen Mutter und des Stockes über ihr eigenes stellen und ein sehr komplexes und gefährliches Leben führen, näher, als man es sich vorstellen kann. Man hat das Gefühl, das Surren der Flügel zu hören, den Nektar zu riechen, den Jonig zu schmecken, man betritt mit det Protagonisten Flora neugierig jeden noch unentdeckten Winkel des Bienenstocks, kämpft mit ihr, hofft mit ihr. Diese Geschichte birgt so viele Aspekte in sich, das man sie in einer Rezension gar nicht alle zur Sprache bringen kann. Dieses Buch könnte eines meiner Lieblingsbücher werden, und davon hab ich nur wenige! Unbedingt lesen!!
Hervorragend gelesen von Orlagh Cassidy - extrem fesselnde und in weiten Teilen biologisch korrekte Erzählung einer Honigbiene
Es ist lange her, dass mich ein Buch derart gefesselt, berührt, fasziniert, ja auch geekelt hat. Am Ende musste ich wirklich ein paar Tränchen verdrücken, denn so sehr das Leben der Bienen ja "alltäglich" und unspektakulär für einen jeden Menschen von uns ist, so unglaublich spannend und geheimnisvoll ist es doch in Wirklichkeit, wenn man plötzlich dazugehört und das Gefühl bekommt, man selbst ist Flora 717. Ich war zutiefst berührt, habe mit ihr mitgefiebert, und mir nebenbei sehr viel Wissen über das Leben der Honigbienen angeeignet, weil es so unglaublich interessant ist. Volle Punktzahl und große Empfehlung meinerseits! Ich werde die beiden folgenden Romane von Laline Paull mit Sicherheit auch noch lesen/hören.

Der zweite Roman, den ich für meine Bachelor-Arbeit gelesen habe, ist „Die Bienen“ von Laline Paull. In meiner Thesis vergleiche ich diesen Roman mit „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde, denn es geht bei mir um Bienen in der zeitgenössischen Literatur. Was „Die Bienen“ aus dem Jahr 2014 so außergewöhnlich macht, ist dass die Protagonistin hier selbst eine Arbeiterbiene ist, die versucht, ihre Rolle im Bienenstock zu finden. Ein Bienenstock als Handlungsort mit Bienen und anderen Insekten als denkende, sprechende und fühlende Figuren, ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Dennoch hat Paulls Debütroman auf seine Weise fasziniert. In einem Bienenstock wird die Biene Flora 717 geboren. Sie gehört den Hygienearbeiterinnen an, der untersten Kaste des Stocks. Ihre Aufgabe ist es, den Stock sauber zu halten und die toten Bienen in die Leichenhalle zu bringen. Doch Flora sieht nicht nur anders als die anderen Bienen aus, sie hat auch besondere Fähigkeiten, die in ihrer Sippe unüblich sind. Schnell arbeitet sie sich zur Pflegerin hoch. Sie träumt davon, eines Tages als Sammlerin von Blüte zu Blüte fliegen zu dürfen, um Pollen und Nektar zu sammeln. Doch dann entsteht in ihrem Leib plötzlich ein Ei, und darauf steht die Todesstrafe. Denn in einem Bienenstock darf sich nur die Königin fortpflanzen. „Die Bienen“ von Laline Paull ist ein schwierig zu bewertendes Buch. Einerseits ist der Bienenkosmos faszinierend, der Schreibstil eindrucksvoll und wenn man sich auf die Geschichte einlassen kann, erlebt man ein betörendes, psychedelisches Honigmärchen. Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Debütroman zu speziell ist, um jedermanns Geschmack zu treffen. Die Vorstellung von Bienen, die Helme und Uniformen tragen oder Verwundete auf Bahren tragen, ist so skurril, dass sich manche trotz längerer Eingewöhnung vielleicht nie damit anfreunden können. Erschwerend hinzu kommen der biologische Fehler, der mich als Studentin besonders gestört hat, sowie ein enttäuschendes, geradezu langweiliges Ende. Deswegen kann ich dem Roman nicht mehr als drei von fünf Federn geben. „Die Bienen“ ist vor allem für diejenigen etwas, die den Mut zu gehobenerer Literatur haben, welche sich von unserem anthropozentrischen Weltbild weit entfernt. Vermutlich werde ich in Zukunft keine weiteren Bücher von Laline Paull lesen.

Eine abenteuerreiche Fabel
Es fällt mir schwer, das Genre dieses Buches zu benennen - Fabel, Märchen, Abenteuerroman vielleicht auch Sachbuch... In jeden Fall ein ganz außergewöhnliches, intensives Leseereignis. Mitunter brutal und dann wieder tröstlich erlebt der Leser durch die Protagonistin Flora 717 das Treiben, Arbeiten und Dienen in einem Bienenstock. Wow!
Klappentext Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missbrauch schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes. Meine Meinung: Ich fand die Idee die Geschichte aus der Sicht einer Biene zu erzählen ganz interessant. Doch irgendwie konnte das Buch nicht so überzeugen. Es gab zwar einige spannende und interessante Stellen, aber überwiegend zog sich das alles. Dann hatte ich am Anfang noch Probleme in die Geschichte reinzukommen. Wie gesagt: es hat mich nicht umgehauen.





