Wichtiges Buch mit starken Themen, aber die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Nach einem Umzug von Berlin nach Zürich fühlt sich Mila plötzlich einsam und verloren. Während ihr Leben immer mehr aus den Fugen gerät, entwickelt sie eine Essstörung und landet schließlich in einer Klinik. Dort lernt sie Nicolas kennen, der ihr Leben erneut auf den Kopf stellt. Ich bin tatsächlich mit eher niedrigen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde am Ende positiv überrascht. Gerade am Anfang hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Die ersten Kapitel konnten mich nicht wirklich abholen, weil mir vieles etwas zu kindlich vorkam. Obwohl ich selbst ungefähr im Alter der Protagonistin bin, konnte ich mich mit ihrer Ausdrucksweise und ihrem Verhalten oft nicht identifizieren. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Milas Leben in Berlin anfangs fast schon zu perfekt dargestellt wurde, was für mich etwas unrealistisch wirkte. Zum Glück hat sich das nach dem Umzug relativ schnell geändert. Ab da wurde die Geschichte deutlich stärker und vor allem die Darstellung der Essstörung hat mich beeindruckt. Das Buch behandelt unglaublich schwere Themen und man merkt schnell, dass es keine leichte Geschichte ist. Deshalb sollte man die Triggerwarnungen definitiv ernst nehmen. Gerade die Gedanken und Verhaltensweisen rund um die Essstörung wurden sehr detailliert beschrieben. Teilweise war das fast schon erschreckend realistisch. Man hat als Leser richtig gemerkt, wie sehr die Krankheit Milas Denken verändert und wie sie nach und nach immer tiefer in diese Spirale gerät. Besonders krass fand ich, wie deutlich gezeigt wurde, dass sich die Krankheit irgendwann auf alles auswirkt. Nicht nur auf das eigene Körperbild, sondern auch darauf, wie man andere Menschen wahrnimmt. Mila tat mir während des Lesens unglaublich leid. Mit jeder Seite hatte ich mehr das Gefühl, sie einfach in den Arm nehmen zu wollen. Ihre Einsamkeit, die Probleme in ihrer Familie, die Distanz zu ihrer besten Freundin und die Situation mit ihren Eltern haben mich wirklich mitgenommen. Auch die Zeit in der Klinik fand ich sehr eindrücklich dargestellt. Vor allem dieser unterschwellige Konkurrenzkampf zwischen den Patientinnen hat mich schockiert. Dass selbst dort ständig verglichen wird, wer dünner ist oder wer „besser“ hungert, hat nochmal gezeigt, wie toxisch diese Krankheit eigentlich ist. Genau solche Aspekte machen das Buch für mich zu einer wichtigen Geschichte, weil sie einen ehrlichen Einblick geben, wie sich Betroffene fühlen könnten. Weniger überzeugen konnte mich leider die Liebesgeschichte. Ich wusste zwar vorher, dass es sie geben würde, aber sie kam für mich einfach zu spät und wirkte dadurch etwas hineingequetscht. Während mich die Geschichte rund um Mila und ihre Essstörung komplett gefesselt hat, konnte ich die Gefühle zwischen ihr und Nicolas nicht wirklich nachvollziehen. Für mich ging das alles etwas zu schnell und ich habe den Aufbau ihrer Beziehung nicht richtig gespürt. Dadurch hat mich dieser Teil der Geschichte eher aus dem Buch herausgerissen, obwohl der Konflikt am Ende durchaus interessant war. Trotz dieser Kritikpunkte bin ich froh, das Buch gelesen zu haben. Es behandelt wichtige Themen, regt zum Nachdenken an und zeigt auf eindrückliche Weise, wie zerstörerisch eine Essstörung sein kann. Für mich war es kein perfektes Buch, aber definitiv eines, das noch eine Weile im Kopf bleibt

























































