Einer der interessantesten Prämissen, die mich je begegnet hat.
Absoluter zeitloser Klassiker. Das Bildnis Dorian Grays spiegelt die Verformungen seines Charakters, während er in seinem Äußeren eine makellose, beispielhafte und gestreifte Fassade aufsetzt sowohl in seinen für immer jungen und unberührten Aussehen als auch in seinem Leben. Das Buch berührt stark Elemente der griechischen Mythologie, indem der junge und (noch) „reine“ Dorian Gray, sich seiner eigenen Schönheit noch unbewusst, wie Narziss sich zum ersten mal auf eine Quelle gesehen hat, zum ersten mal durch sein Bildnis mit sich selbst konfrontiert wird. Auch an Faust muss man denken, der seine Seele für (unter anderem) Schönheit verkauft hat. Anders als in die Mythen, von denen sich Oscar Wilde inspirieren lassen hat, strebt das Buch überhaupt nicht nach einer moralischen oder sonst einer Schlussfolgerung (auch wenn es wir selber durchaus Schlüsse ziehen können). Wilde glaubte, Kust existiert nur für die Kunst selbst, ohne jegliche moralische Pflicht. Kunst ist persönlich und ihr Sinn und Bedeutung kann sich nur im Beobachteter vervollständigen. Sein Buch ist ebenso nicht objektiv und strebte danach, im Leser sein eigenes Bedeutung zu finden und uns dabei zahlreiche philosophische Überlegungen übers Leben und Gesellschaft, mal trocken mal humorvoll, vorzustellen und in uns damit was bewirken.























































