Eine Geschichte, die bei mir großen Eindruck hinterlassen hat!
Da ich mich nicht mal mehr annähernd an den Klappentext erinnern konnte, bin ich ohne Erwartungen in die Geschichte gestartet und war besonders gespannt, was alles passieren wird. Wir befinden uns in einem historischen Setting, in dem Frauen kaum Rechte und Chancen hatten und auf Männer angewiesen waren. Unsere Protagonistin Cordelia ist auf der Suche nach ihrem Bruder Edward und landet im Anwesen Edenfield. Cordi hat mich sehr beeindruckt. Sie wuchs unter furchtbaren Bedingungen auf, ist dadurch aber nicht gebrochen. Sie weiß genau, was sie will, und hat ein offenes Herz. Das Leben in Edenfield ist von mysteriösen Aussagen und Regeln geprägt, und als Leserin habe ich mit Cordi gemeinsam gerätselt, was hinter allem steckt, und angespannt gehofft, dass sie nicht auffliegt. Neben ihr gab es noch einige andere Frauen, die dort Zuflucht gefunden haben, die ich alle auf ihre Weise sehr gemocht habe. Die Geschichte ging eher langsam voran, was aber meiner Meinung nach perfekt war, da das Zwischenmenschliche einen großen Teil der Handlung ausmacht. Stück für Stück wurde mehr aufgedeckt, doch die Spannung blieb bestehen und das Rätsel um den Aufenthalt Edwards wurde auch peu à peu gelüftet. Der Showdown hat mich sehr emotional werden lassen und war nicht nur tragisch, sondern auch schön. Das Ende hat mich wirklich umgehauen und dann kam der Epilog … und hat noch mal unglaublichen Eindruck hinterlassen! Auch wenn mein Gefühl während des Lesens erst mal nicht für ein Highlight gesprochen hat, muss ich doch sagen, dass mich die Geschichte am Ende insgesamt sehr beeindruckt hat. Der Schreibstil ist definitiv eher anspruchsvoll, doch da es sich um eine Slow-Burn-Erzählung handelt, wurde ich davon nicht erschlagen und konnte mich sehr gut darauf einlassen. Ich kann das Buch allen Leser:innen, die Gothic Horror und Botanical Horror mögen, empfehlen.
