Zazie in der Metro

Zazie in der Metro

Hardback
3.210
Ulrich MatthesZazieFrank HeibertMetro

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Description

Madame Grossestittes will ungestörte Stunden mit ihrem Liebhaber verbringen. Deshalb übergibt sie ihre Tochter Zazie gleich bei der Ankunft an der Gare d´Austerlitz ihrem Bruder Gabriel, der in einem Cabaret arbeitet. Bei ihrem Onkel lernt die freche Zazie Gabriels Frau Marceline kennen, den Taxifahrer Charles, Turandot, dem die Kneipe unten im Haus gehört, die Kellnerin Mado, den Papagei Laverdure und vor allem das überbordende Paris selbst. Zazie hat einen einzigen Herzenswunsch – sie will einmal im Leben mit der Metro fahren. Doch die wird ausgerechnet an diesem Wochenende bestreikt.
Dachten wir bisher! Aber nach sechzig Jahren kommt Zazie in dieser erweiterten Ausgabe des Romans erstmals wirklich in die Metro…

Zazie in der Metro ist einer der beliebtesten französischen Romane des 20. Jahrhunderts – eine wilde, verspielt und deftig erzählte Geschichte über Paris, über die Sprachen des Alltags und über die abenteuerlustige, neunmalkluge Zazie, die so ziemlich ALLES auf den Kopf stellt.

Mit seiner funkensprühenden Neuübersetzung gelingt Frank Heibert das Kunststück, die vielschichtigen Anspielungen und Sprachprovokationen Queneaus zu übertragen und zugleich den Figuren ihre freche, direkte Stimme zu geben.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
240
Price
25.70 €

Author Description

Raymond Queneau, geboren 1903 in Le Havre, gestorben 1976 in Paris, hinterließ ein umfangreiches, vielgestaltiges Werk. Von 1924 bis 1929 gehörte er zur Gruppe der Surrealisten, ab 1961 zu der avantgardistischen Literatengruppe »Oulipo«. 1938 wurde er Lektor des Verlags Gallimard. 1948 veröffentlichte er den Roman Heiliger Bimbam (BS 951), 1958 Zazie in der Metro (suhrkamp taschenbuch 3474), den Roman, der ihn, spätestens mit der Verfilmung durch Louis Malle, berühmt machte.

Posts

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All
4.5

Pippi trifft Zazie: Kinderanarchie zwischen Villa Kunterbunt und Pariser Ausnahmezustand

Diese Rezension beschäftigt sich mit dem Roman „Zazie in der Metro“ von Raymond Queneau und vergleicht ihn dabei bewusst mit „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren. Denn selten macht ein literarischer Vergleich so schnell klar, wie unterschiedlich (und gleichzeitig ähnlich) radikale Kindheit erzählt werden kann. Im Zentrum steht Zazie, eine Protagonistin, die mit rotziger Direktheit durch Paris streift, Autoritäten ignoriert und sich von niemandem sagen lässt, wie die Welt zu funktionieren hat. Genau hier liegt ihre Nähe zu Pippi: Beide verweigern sich konsequent den Regeln der Erwachsenen, folgen ihrer eigenen Logik und entlarven dabei die Absurditäten von Ordnung, Moral und „Vernunft“. Doch während Pippi mit entwaffnender Wärme, Fantasie und einer fast tröstlichen Utopie von Selbstbestimmung auftritt, ist Zazie schärfer, widerspenstiger und deutlich weniger versöhnlich. Ihre Welt ist kein sicherer Gegenentwurf, sondern ein ohnehin schon schiefes System, das sie mit Sprache, Witz und Trotz weiter aus dem Gleichgewicht bringt. Wo Pippi die Welt freundlicher macht, zeigt Zazie, dass sie vielleicht nie besonders sinnvoll war. Gerade dieser Kontrast macht das Buch so reizvoll: Es ist weniger ein Kinderbuch als ein sprachspielerischer, manchmal chaotischer, oft sehr komischer Angriff auf Konventionen. Und doch blitzt in Zazies Unabhängigkeit genau jene anarchische Freiheit auf, die man auch bei Pippi so liebt – nur eben ohne Sicherheitsnetz. Fazit: „Zazie in der Metro“ ist eine klare Empfehlung für alle, die Lust auf kluge, eigenwillige Literatur haben. Wer Pippi Langstrumpf mochte, bekommt hier keine Kopie, sondern eine radikalere, kantigere Verwandte – und ein ebenso unterhaltsames wie subversives Leseerlebnis.

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Am Anfang fand ich die Sprache noch amüsant und die Geschichte interessant. Aber im Lauf des Lesens ging mir dieser "Gossenjargon" zunehmend auf die Nerven.

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