Wolfswille (Weißer Wolf 1)

Wolfswille (Weißer Wolf 1)

Ebook
4.73

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Book Information

Main Genre
N/A
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Format
Ebook
Pages
N/A
Price
4.99 €

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3
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4.5

'Wolfswille‘ von Melanie Vogltanz wollte es von Anfang an von mir wissen. Der Prolog war schon so cool, denn in Berichtsform wurden Ereignisse im Jahre 1859 geschildert, die so mysteriös und grauenvoll klingen, dass die Geschichte nur gut werden konnte. Doch dann der Cut. Auf einmal springen wir ins Jahr 1888 und ich bin kurzzeitig völlig verloren. Gott sei Dank habe ich mich nach ein paar Kapiteln wieder gefunden und konnte Protagonist Alfio mit der nötigen Euphorie begleiten. Ein Glück, denn die Geschichte ist eine spannende Mischung aus historischer Fantasy und Murder Mystery, mit einem ambivalenten Protagonisten, der seine innere Bestie mit Opium betäubt und dabei stets einen traurigen Eindruck hinterlässt. Mein erstes Buch von Melanie Vogltanz wird sicher nicht mein letztes sein. Ich liebe ihren Schreibstil, der so perfekt in das viktorianische London passt, in dem die Geschichte spielt. Ein bisschen ausschweifend und mit der Zeit entsprechender Wortwahl, die aber genau den Ton trifft, den ich mir erwartet hatte. Gepaart mit historischen Fakten und einer düsteren Stimmung ist der Trilogieauftakt perfekt. Wir folgen Alfio in das London im Jahr 1888, er verdingt dort sein Leben mit dem Eintreiben von Schulden, bewegt sich zwischen Opiumhöhlen, Spielhöllen und Bordellen. Mithilfe von Rückblenden erfahren wir mehr aus Alfios langem Leben als unsterblicher Wolfsmensch, erleben so nach und nach, wie er zu dem ständig betäubten Menschen wurde, der er jetzt ist. Als schließlich Morde an Prostituierten Londoner East End erschüttern, ist Alfio schnell Tatverdächtiger Nummer 1 und dadurch gezwungen, sich aus seiner Lethargie und Passivität zu kämpfen und den wahren Mörder zu finden. Alfio ist ein wunderbarer Charakter, der mit allerlei Klischees rund um Werwölfe aufräumt und zeigt, dass es weder romantisch noch mutig ist, sich zu verwandeln. Sein Leben ist ein stetiger Versuch, den Wolf in ihm zu zähmen, ihn mit Opium zu betäuben und nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Dass aber weitaus mehr in ihm steckt als eine mordende Bestie, zeigt er im Verlaufe der Handlung immer wieder. Ja, ich habe ihn ein bisschen ins Herz geschlossen, mit seiner Traurigkeit und seinem Sinn für Gerechtigkeit und freue mich auf ein Wiedersehen im zweiten Band.

4.5

Düster, blutig und voller Twists. Eine Werwolf Story die so ganz anders ist und ein Jack the Ripper mit Frankenstein Vibes.

5

Klare Empfehlung für Urban Fantasy Fans, die mal etwas anderes - Dunkles- lesen

Ach,dieses Buch. Ich wollte es nur anlesen. Nur mal gucken,wie der Schreibstil ist. Dann war es plötzlich zu Ende. Und ich habe es genossen! Dabei erfindet das Buch nichts neu, klar. Ohne zu spoilern: Es gibt ganz viele bekannte Motive, wobei manches Mal absichtlich damit gespielt wird (inklusive passenden Zitaten), anderes Mal nicht. Aber wann ist etwas schon völlig neu? Die Umsetzung interessiert und die ist hier einfach grandios. Es macht Spaß, auch wenn manche Verläufe vorhersehbar sind. Alfio ist ein interessanter Charakter, der mir in seiner Zerissenheit sehr gefällt. Leider ist er damit - für den Charakter passend- in der Geschichte sehr passiv und wird eher zur Handlung gebracht bzw. geschieht es ihm. Er reagiert nur statt aktiv zu handeln. Während wir Alfio direkt als Protagonisten mit Gedanken folgen, sind die anderen Charaktere undurchschaubarer. Sie sind nicht flach, allerdings hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht (auch hier scheitert es an der Passivität von Alfio). Das macht die Geschichte nicht schlecht, sondern verstärkt nur ihren Sog (und macht Lust auf Teil 2!). Während der Geschichte schlüsselt sich andeutungsweise durch Träume Alfios Vergangenheit (zumindest ein wichtiger Teil davon) auf. Das muss man mögen, hat hier dank kurzer Sequenzen nicht gestört. Die Geschichte ist auf sehr interessante Weise (und bislang die Beste, die ich kenne) um Jack the Ripper gewoben. Es ist jedoch Vorsicht geboten,denn es ist wirklich teilweise sehr brutal. Auch Kindstod ist ein Thema (das hat mich am Anfang unerwartet hart erwischt). Die Welt ist nicht gut, die Geschichte ist es nicht. Auch nicht ihr Verlauf. Und ... Für mich persönlich auch nicht das Ende 😂 Das ist aber eine persönliche Einstellung. Prinzipiell ist es auch als Einzelband gut lesbar, denn die Geschichte ist in sich geschlossen. Dennoch bietet es Material für Band 2, allen voran, weil Alfio ein so interessanter Charakter ist.

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