Wir könnten alles sein

Wir könnten alles sein

Ebook
3.317

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Description

1971, in einem Vorort von Chicago, sitzen die vier Cohens jeden Samstagabend zum Scrabble zusammen. So viel Familienzeit muss sein, findet Frieda, die Mutter, und bereitet Popcorn für alle zu. Als keine fünf Jahre später Patriarch Rudy stirbt, ist nichts wie zuvor. Frieda trinkt zu viel, und die Töchter können es kaum erwarten, wegzukommen von der Mutter, die keine Wärme für sie übrighat. Nancy, die Ältere, wird mit einundzwanzig schwanger und brennt an der Seite eines zwielichtigen Handelsvertreters nach Phoenix durch. Die hochintelligente Shelly stürzt sich in eine lukrative Karriere in der aufblühenden Tech-Branche der Westküste. In sicherer Distanz voneinander versuchen alle drei Cohen-Frauen, sich eine eigene Identität zu erkämpfen. Aber auf ungeahnten Wegen kehren die Erwartungen, Traumata und verdrängten Geheimnisse von damals zurück. Ist ein Verstehen, gar ein Aussöhnen möglich? Und gelingt es der nächsten Generation, Nancys Tochter Jess, die Muster zu durchbrechen? Jami Attenberg verfolgt die Schicksale der vier Cohen-Frauen über vierzig Jahre hinweg, erkundet, auf welche Weisen familiäre Verstrickungen uns prägen, und zeichnet intelligent und realistisch Fortschritt und Backlash in der jüngeren Geschichte der USA nach.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
288
Price
19.99 €

Author Description

Jami Attenberg, geboren 1971 in Illinois, lebt in New Orleans. Sie hat Erzählungen und Romane über eigenwillige Charaktere veröffentlicht. Die Middlesteins und Nicht mein Ding standen auf der New York Times-Bestsellerliste und wurden vielfach ausgezeichnet. An ihrem jährlichen Schreibworkshop A Thousand Words Of Summer nehmen Schreibende aus aller Welt teil. www.jamiattenberg.com

Posts

8
All
5

Geprägt aber nicht festgelegt - klug und ehrlich erzähltes intensives Familiendrama mit authentischer Darstellung toxischer Strukturen.

4

Was ist Familie? Was ist äußerer Einfluss und was vorgegeben? Schonungslos und ehrlich werden hier die Mitglieder einer Familie über mehrere Jahrzehnte begleitet. Man erfährt nicht alles und die Leerstellen müssen mit den eigenen Ideen und Erfahrungen gefüllt oder einfach offen gelassen werden. Ich gebe zu, dass das frustrierend sein kann und man das mögen muss. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man auf jeden Fall viele Dinge über die man diskutieren kann.

2.5

Leider war das so gar nicht meine Geschichte. Der Einstieg hat mir noch gefallen doch mit jeder Seite hat mich die Geschichte immer mehr verloren. Die Melancholie der Geschichte wurde mehr und mehr zu einer Eintönigkeit, die mich gleichgültig werden ließ. Die Geschichte und ich, wir passten einfach nicht zusammen….

3

Entweder hatte ich eine andere Vorstellung von diesem Buch oder ich war nicht in der richtigen Stimmung dafür. Ich hatte erwartet unter den Protagonisten etwas mehr Interaktion zu finden. Aber es war eher eine Erzählung, wer und was gesagt hat. Also ohne Interpunktion… Schwere Kost durch die langen , schwierigen Sätze irgendwie… Das Buch zog mich runter auf eine unangenehme Art und Weise.

3

Atmosphärisch und thematisch spannend, aber zu fragmentarisch erzählt.

Samstagabend ist Spielabend bei den Cohens. Woche für Woche sitzen sie zusammen am Tisch, das Scrabblebrett zwischen sich, feste Regeln, feste Plätze. Für einen Moment wirkt es, als ließe sich das Familienleben in diesen Abläufen zusammenhalten. Doch dieses Gleichgewicht ist brüchig. Als Rudy Cohen stirbt, gerät das vermeintliche Familienleben endgültig ins Wanken. Als Ehemann und Vater war er lange derjenige, der alles zusammenhielt. Zurück bleiben Frieda und ihre Töchter Nancy und Shelly – drei Frauen, die sich nie wirklich nahe waren. Frieda verliert sich zunehmend im Alkohol und begegnet ihren Töchtern mit Härte. Für Nancy und Shelly wird dieses Zuhause früh zu einem Ort, aus dem sie vor allem eines wollen: weg. Nancy sucht Halt in Beziehungen und orientiert sich an Erwartungen von außen, während Shelly auf Eigenständigkeit und Karriere setzt. So entfernen sie sich nicht nur räumlich voneinander, sondern auch in ihren Lebensrealitäten. Sie verteilen sich über das Land, als ließe sich mit genügend Abstand auch das hinter sich lassen, was unausgesprochen zwischen ihnen steht. Mit Jess, Nancys Tochter, tritt später eine weitere Perspektive hinzu, die das fragile Beziehungsgeflecht um eine Generation erweitert. »Wir könnten alles sein« folgt diesen Frauen über mehrere Jahrzehnte hinweg. Der Roman ist in fünf thematische Abschnitte gegliedert und bewegt sich nicht linear, sondern springt zwischen Zeiten, Orten und Perspektiven. Immer wieder setzt der Text neu an, greift einzelne Momente heraus, lässt andere aus und verbindet so unterschiedliche Episoden zu einem bewusst fragmentarischen Gesamtbild. Gerade diese Struktur hat für mich jedoch nicht durchgehend funktioniert. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass der Roman genau an den Stellen weiterspringt, an denen es interessant geworden wäre. Konflikte und Traumata werden zwar angedeutet, doch vieles bleibt fragmentarisch und wird nicht wirklich weitergeführt, sondern in ein Schweigen überführt. Die zahlreichen Zeitsprünge und Perspektivwechsel erzeugen zwar eine gewisse Dynamik, erschweren aber zugleich eine wirkliche Nähe zu den Figuren. Dabei liegen in der Geschichte viele spannende Ansätze. Themen wie generationenübergreifende Traumata, Care-Arbeit oder Homosexualität werden immer wieder aufgegriffen, ebenso wie die komplexen Dynamiken zwischen Frieda, Nancy, Shelly und Jess. Auch Rudys Geschichte als Holocaust-Überlebender prägt die Familienkonstellation und schwingt immer wieder mit. So zeigt der Roman zwar, wie sich Muster in Familien fortsetzen, wie sich Verletzungen und Sprachlosigkeit über Jahre hinweg einschreiben und weitergetragen werden, bleibt dabei jedoch oft zu skizzenhaft, um diese Linien wirklich zu vertiefen. Den Text durchzieht eine Tragik, die immer wieder von einem trockenen, sarkastischen Humor gebrochen wird. Gleichzeitig bleibt der Roman auffallend unbewertend und überlässt es den Figuren, nebeneinander her zu leben, oft ohne sich wirklich zu begegnen. Letztlich ist es die Aufgabe der Lesenden, sich ein eigenes Bild von ihnen zu machen. Gerade das ist ein spannender Ansatz, fällt jedoch nicht immer leicht, wenn man dabei auf Distanz gehalten wird. Eine Distanz, die sich auch im Text selbst spiegelt: Während Shelly in der Tech-Branche daran arbeitet, Menschen immer enger miteinander zu vernetzen, bleibt innerhalb der Familie das meiste unausgesprochen. Worte fehlen – und mit ihnen die Möglichkeit, einander wirklich nahe zu kommen. »Wir könnten alles sein« hat mich insgesamt nicht ganz erreicht. Der Einstieg hat mich noch sehr abgeholt, auch die Grundidee und die Figurenkonstellation fand ich interessant. Im Verlauf hat die Geschichte für mich jedoch an Intensität verloren. Vieles bleibt angedeutet, vieles offen – was ja grundsätzlich reizvoll sein kann, hier für mich aber eher dazu geführt hat, dass mir an einigen Stellen die emotionale Tiefe gefehlt hat. Die bewusste Offenheit wirkt dabei weniger wie eine Stärke als wie eine Leerstelle. Vielleicht liegt darin aber auch die Konsequenz dieses Romans: Er erzählt von Menschen, die einander nie ganz erreichen, und bleibt dabei selbst auf Distanz. Wie bei einem Scrabble-Spiel fehlen am Ende genau die Buchstaben, die man gebraucht hätte.

3

Eine Familiengeschichte - Vater, Mutter, zwei Töchter. Der Vater ist die zugewandte Mitte der Familie, der früh stirbt. Danach viel Wut, Einsamkeit der Zurückgebliebenen; die Kinder verlassen so bald wie möglich das Elternhaus. Den Anfang fand ich lebendig und interessant, zwischendurch hat mich das Buch gewissermaßen etwas verloren - um die Studienzeit der Töchter und ihr frühes Erwachsenenleben herum. Doch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde es wieder interessant mit den vielen Reflexionen über das eigene Leben, die Beziehungen zur eigenen Familie und auch anderen Menschen und eine gewisse Wiederannäherung zwischen einzelnen Familienmitgliedern. Ein sehr aktuelles Buch, gerade in der heutigen Zeit in der viele Menschen unter Einsamkeit leiden.

3

Eine Familiengeschichte - Vater, Mutter, zwei Töchter. Der Vater ist die zugewandte Mitte der Familie, der früh stirbt. Danach viel Wut, Einsamkeit der Zurückgebliebenen; die Kinder verlassen so bald wie möglich das Elternhaus. Den Anfang fand ich lebendig und interessant, zwischendurch hat mich das Buch gewissermaßen etwas verloren - um die Studienzeit der Töchter und ihr frühes Erwachsenenleben herum. Doch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde es wieder interessant mit den vielen Reflexionen über das eigene Leben, die Beziehungen zur eigenen Familie und auch anderen Menschen und eine gewisse Wiederannäherung zwischen einzelnen Familienmitgliedern.

3

Und immer wieder zurück… Familiengeschichte, wie sie sich wiederholt

Die Geschichte um die Familie Cohen beginnt schwer mit dem Tod des Vaters Rudy und entfaltet schnell eine dichte, teils ungesunde Familiendynamik rund um Frieda, ihre beiden Töchter Nancy und Shelly sowie Jess, Nancys Tochter. Über den Zeitraum von 1971 bis 2007 spannt sich die Handlung über drei Generationen hinweg. Dabei stehen vor allem Konflikte, Brüche und immer wieder schwierige Annäherungen im Mittelpunkt. Beklemmend wirkt, wie sich familiäre Muster hartnäckig über die Generationen hinweg wiederholen. Immer wieder möchte man die Protagonistinnen gedanklich „wachrütteln“, während man sich auch gleichzeitig gut in ihre Perspektiven und inneren Konflikte hineinversetzen kann. „Wir tragen unsere Familie mit uns, wohin wir auch gehen […]. Wie ein Fluch.“ Das Buch ist in fünf thematische Teile gegliedert: Umzüge, Urlaube, Affären, Notfälle und Bekenntnisse. Innerhalb dieser Abschnitte wechselt die Erzählperspektive zwischen den vier Protagonistinnen, greift aber auch die Sicht von Nebenfiguren wie Robby (Nancys (Ex-)Ehemann) oder Margaret (Shellys Freundin) auf und geht stellenweise sogar in die Ich-Perspektive von Nancy über. Auch wenn diese Wechsel zunächst etwas Orientierung erfordern, fügen sich die Handlungsstränge immer wieder stimmig zusammen. Mein Highlight sind die kurzen, fast spoilerartigen Ausblicke in die Zukunft der Nebenfiguren: kleine, prägnante Einschübe, von denen es gern mehr hätte geben dürfen. Insgesamt liest sich das Buch kurzweilig und hält immer wieder überraschende Wendungen bereit, die so nicht vorhersehbar sind. Auch die Länge ist gut gewählt. Stellenweise wirkt die Handlung auf mich jedoch etwas klischeehaft „amerikanisch“. Insgesamt hat mich das Buch gut gefallen, daher gebe ich dem Buch 3 von 5 Buchsternen.

Und immer wieder zurück… Familiengeschichte, wie sie sich wiederholt
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