Wir. Ein dystopischer Roman. Jewgenij Samjatin
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Der Sieg der Summe über das Individuum
Der Roman Wir von Jewgenij Samjatin spielt in einer dystopischen Zukunft. Nach einem langen Krieg existiert nur noch der „Eine Staat“, während die Welt außerhalb durch eine Mauer abgeschottet ist. Im Mittelpunkt steht D-503, der führende Konstrukteur des Raumschiffs Integral. Im Laufe des Romans lernt er I-330 kennen, zu der er widersprüchliche Gefühle entwickelt – von Hass bis Liebe. Gefühle gelten im „Einen Staat“ jedoch als gefährlich und sind streng reglementiert, da sie nicht in das idealisierte System der vollkommenen Rationalität passen. Die Bewohner führen ein streng durchstrukturiertes Leben, in dem nahezu jeder Moment durch mathematische Vorgaben bestimmt ist. Lediglich zwei Stunden am Tag dürfen sie „frei“ gestalten. Durch seine Begegnung mit I-330 und die neu entdeckten Emotionen entfremdet sich D-503 zunehmend von der Gesellschaft. Hier zeigt sich ein zentrales Motiv des Romans: der Konflikt Individuum vs. Gesellschaft – ein Thema, das auch an die Literatur des Sturm und Drang erinnert, obwohl Samjatins Roman in einer ganz anderen Epoche entstand. D-503 beginnt, eine „Seele“ zu entwickeln, was ihn nach den Maßstäben des Staates zum Verräter macht. Da er die Abweichungen nicht den „Wächtern“ (Beschützern) meldet, stellt er eine Bedrohung für die Ordnung dar. Wir ist ein zeitkritischer Roman, der als frühe Warnung vor totalitären Systemen gilt. Samjatin schrieb ihn in einer Phase, in der sich in der Sowjetunion stalinistische Strukturen herausbildeten. Dennoch bleibt das Werk auch heute aktuell – besonders in Bezug auf Fragen nach individueller Entfaltung, Anpassung und Mitläufertum.
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Der Sieg der Summe über das Individuum
Der Roman Wir von Jewgenij Samjatin spielt in einer dystopischen Zukunft. Nach einem langen Krieg existiert nur noch der „Eine Staat“, während die Welt außerhalb durch eine Mauer abgeschottet ist. Im Mittelpunkt steht D-503, der führende Konstrukteur des Raumschiffs Integral. Im Laufe des Romans lernt er I-330 kennen, zu der er widersprüchliche Gefühle entwickelt – von Hass bis Liebe. Gefühle gelten im „Einen Staat“ jedoch als gefährlich und sind streng reglementiert, da sie nicht in das idealisierte System der vollkommenen Rationalität passen. Die Bewohner führen ein streng durchstrukturiertes Leben, in dem nahezu jeder Moment durch mathematische Vorgaben bestimmt ist. Lediglich zwei Stunden am Tag dürfen sie „frei“ gestalten. Durch seine Begegnung mit I-330 und die neu entdeckten Emotionen entfremdet sich D-503 zunehmend von der Gesellschaft. Hier zeigt sich ein zentrales Motiv des Romans: der Konflikt Individuum vs. Gesellschaft – ein Thema, das auch an die Literatur des Sturm und Drang erinnert, obwohl Samjatins Roman in einer ganz anderen Epoche entstand. D-503 beginnt, eine „Seele“ zu entwickeln, was ihn nach den Maßstäben des Staates zum Verräter macht. Da er die Abweichungen nicht den „Wächtern“ (Beschützern) meldet, stellt er eine Bedrohung für die Ordnung dar. Wir ist ein zeitkritischer Roman, der als frühe Warnung vor totalitären Systemen gilt. Samjatin schrieb ihn in einer Phase, in der sich in der Sowjetunion stalinistische Strukturen herausbildeten. Dennoch bleibt das Werk auch heute aktuell – besonders in Bezug auf Fragen nach individueller Entfaltung, Anpassung und Mitläufertum.




