Wellen

Wellen

Hardback
3.928
TragödieSommerromanKünstlerIdylle

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Description

«Nicht der letzte Autor des neuzehnten, sondern der erste des zwanzigsten Jahrhunderts» (Florian Illies)

Knisternde Sommerkleider, Meeresschaum und glitzernder Sand – ein entlegener Badeort an der Ostsee und seine malerischen Dünen sind Schauplatz von Keyserlings berühmtestem Roman. In flirrender Hitze entspinnt sich ein Beziehungsgeflecht von hoher atmosphärischer Dichte und subtiler Dramatik.

Generalin von Palikow hat ihre Familie zur Sommerfrische an die Ostsee geladen. Um die preußisch-strenge Gastgeberin scharen sich ihre Tochter Baronin von Buttlär samt Ehemann, deren halbwüchsige Kinder und der Schwiegersohn in spe. In den Fokus der durch Müßiggang geschärften Aufmerksamkeit gerät rasch die ebenso anmutige wie selbstbewusste Gräfin Doralice. Ihr scheinbar unkonventionelles Leben an der Seite des Malers Hans Grill weckt das Interesse und beschäftigt die Phantasien der Feriengesellschaft. Lang verborgene Sehnsüchte werden zum immer gleichen Rhythmus der Wellen an die Oberfläche gespült – bis am Ende der Urlaubstage nichts ist, wie es einmal war.

Gleich allen seinen Werken bezaubert auch dieser Roman Eduard von Keyserlings (1855–1918) durch eine Atmosphäre praller Sinnlichkeit, wechselseitige Spiegelungen von Innen- und Außenwelt und durch erzählerische Raffinesse. Wie leicht sich bei aller Stimmungskunst die Ironie übersehen lässt, mit der «Wellen» gleichsam unter der Hand zum zeitkritischen, «antiutopischen Manifest» gerät, beschreibt Florian Illies in seinem Nachwort zu dieser Ausgabe.

Ideale Sommerlektüre: atmosphärisch dicht, sinnlich, anrührend

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
256
Price
20.60 €

Author Description

Eduard von Keyserling (1855–1918), aufgewachsen auf Schloss Paddern in Kurland, studierte Kunst und Jura. Als freier Schriftsteller lebte der «baltische Fontane» zunächst in Wien, später in München, wo er der Schwabinger Boheme angehörte. Seine Romane und Erzählungen sind gleichermaßen Feier wie Kritik der Welt von gestern.

Posts

5
All
5

Ein wundervoller Klassiker! Atmosphärisch, bewegend und in einer exzellenten Prosa 👌

4

Während Handlungen, in denen Untreue eine große Rollen spielt, mich eigentlich nicht ansprechen, erlebe ich oft genug in Klassikern, wie sie mit guten Charakterzeichnungen und Gesellschaftskritik doch sehr interessant sein können. Die Figuren sind wie aus dem Leben gegriffen und bringen sehr viel Schwung in das Buch. Man kann viel Gefühl und unterschwelligen Humor in den oft gewollt banal gehaltenen Gesprächen finden und mir gefiel auch, wie unterschiedliche Persönlichkeiten und deren Beziehungen untereinander dargestellt wurden. Es liest sich ein bisschen wie eine Mischung aus Jane Austen und Theodor Fontane. Auch der Handlungsort wurde gut gewählt und symbolisiert vieles, was man in der Handlung wiederfindet, von kühlem Ostseewind bis zu stürmischen Wellen unter der Sonne. Das Buch zieht mich ein bisschen aus einer Flaute, wo ich alles was ich so lese am Ende höchstens ok finde, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass manche Figuren, wie z. B. Lolo, eine größere Rolle bekommen.

3

In Eduard von Keyserlings "Wellen" treffen mehrere Figuren aufeinander, nur um dann, wie besagte Wellen, auseinanderzudriften. Dieses Buch ist ein schönes Beispiel für jene Geschichten, in denen es einen Auslöser braucht, um sehr zerbrechliche Konstrukte auseinanderbrechen zu lassen. Dies hat Keyserling in schöner, ansprechender Sprache geschrieben, die dem Klang der Wellen entspricht. Ein unbekannter Klassiker, der aber mehr und mehr wiederentdeckt wird und dies auch verdient!

4

Eduard von Keyserling versteht es Kontraste zu setzen. Während die Personen dieser Novelle allesamt starr und gefangen in ihrer Gefühlswelt und gesellschaftlichen Konventionen sind, verändert das Meer fortwährend. Einem stürmischen Unwetter folgt ein Tag voll Sonnenschein, das Meer zeigt und tut was Doralice sich verzweifelt wünscht. Sie wartet schweigend darauf, dass sich die angestauten, unterdrückten Emotionen in einem Donnerwetter entladen, alle Gedanken und Gefühle rausgelassen werden und man sich danach versöhnt in die Arme fällt. Doch während die See keine Scheu oder Rücksicht kennt, führt man an Land lieber Selbstgespräche und verstummt sobald die angesprochene Personen erscheint. Das Meer zeigt all die unterdrückten Sehnsüchte der Personen, so fühlt sich Doralice frei und ungebunden auf offener See um sich dann gleich wieder vor dieser unendlichen Freiheit zu fürchten, während Hans die Unberechnbarkeit nicht wahrhaben will, Hilmar der versucht diese Wildheit zu bezwingen und schließlich Lolo die sich im Meer ihrer eigenen verschlossenen Sehnsüchte ertränken will. So wie manche Personen ihre Gedanken nicht preisgeben können, gibt auch das Meer manch einen nicht wieder frei und begräbt ihn für immer. Eine wunderbar melancholische Sommerlektüre die leise wie ein sanftes Meeresrauschen als auch tosend wie vom Sturm aufgepeitschte Wellen ist.

5

Ein richtiges Paradebeispiel für den Impressionismus und gerade deshalb hat es mir besonders gefallen. Keyserling war zum Zeitpunkt der Entstehung bereits blind und es ist unglaublich, wie es ihm gelingt das Meer zu beschreiben und die Eindrücke, die über das Sehen hinausgehen einzufangen!

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