Weißen Feminismus canceln

Weißen Feminismus canceln

Hardback
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Description

Der Feminismus in Deutschland muss sich ändern, fordert die Journalistin und Autorin Sibel Schick: Wir brauchen Gerechtigkeit statt Ausgrenzung!

Sich selbst als Feminist*in zu bezeichnen, hat Konjunktur, aber das heißt noch lange nicht, dass der Mainstream-Feminismus diesen Namen verdient hätte. Von ihm profitieren in Deutschland nämlich nur wenige: privilegierte, heterosexuelle und cisgeschlechtliche weiße Mittelschichtsangehörige. Und die Ausbeutung aller anderen wird in die Unsichtbarkeit gedrängt.

Wenn wir in einer freien Gesellschaft leben möchten, die echte Gleichberechtigung für alle Menschen fordert, muss sich vieles ändern: in unserem Zusammenleben, der Politik, online, im Job und überhaupt in unserem Demokratieverständnis. Schritt für Schritt analysiert Sibel Schick die Ausschlussmechanismen des weißen Feminismus anhand aktueller gesellschaftlicher Debatten und bricht dabei mit Traditionen und Erwartungen. Ein hochrelevantes Plädoyer für eine gerechtere Welt.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
256
Price
25.70 €

Author Description

Sibel Schick, 1985 in Antalya geboren, ist freie Autorin, Journalistin und Kolumnistin. Sie ging 2009 nach Deutschland, seit 2015 schreibt sie Texte über Feminismus, Rassismus und die Türkeipolitik. Ihre Kolumnensammlung »Hallo, hört mich jemand?« erschien 2020 bei Edition Assemblage, ihre Kolumnen im »Missy Magazine«, bei »nd«, in der »taz« und bei »Campact«. Bei S. FISCHER erschien zuletzt ihr Buch »Weißen Feminismus canceln« (2023).

Posts

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Feminismus, Ausschluss und die Forderung nach echter Veränderung

In „Weißen Feminismus canceln - Warum unser Feminismus feministischer werden muss“ zeigt Sibel Schick, wie stark der vorherrschende Feminismus von weißen, privilegierten Perspektiven geprägt ist und wer dadurch übersehen wird. Sie macht deutlich, dass ein Feminismus, der Rassismus, Klassismus und andere Machtverhältnisse ignoriert, keine Befreiung für alle bedeuten kann. Schick fordert, feministische Kämpfe intersektional zu denken und strukturelle Probleme auch mit strukturellen Lösungen anzugehen. Besonders stark ist das Buch, weil Schick selbst aus einer betroffenen Perspektive schreibt und zugleich anderen marginalisierten Stimmen Raum gibt. Sie verbindet persönliche Erfahrung mit politischer Analyse und schafft es, komplexe Zusammenhänge verständlich und zugänglich zu machen. Dabei schreibt sie präzise und pointiert. „Weißen Feminismus canceln“ ist ein notwendiger Beitrag zur aktuellen Debatte. Mit einer Bewertung von 5/5 ist es ein Buch, das Perspektiven erweitert.

5

Wie Feminismus ohne Intersektionalität mehr schadet als nützt

Fand das Buch wirklich gut, hilfreich und stark formuliert. Obwohl es wahrscheinlich nicht schadet, wenn man ein wenig Vorwissen mitbringt, wird alles von Grund auf ausführlich erklärt. Dabei geht es u.a.: - Zumächst um die Begriffserklärung "Weißer Feminismus" und warum dieser reiner Selbstzweck ist - Warum es so wichtig ist, diverse Machtgefüge mitzudenken: Feminismus muss für alle da sein; klammert er bestimmte Gruppen (z.B. PoC oder trans Menschen) aus, disqualifiziert er sich in seinem Kern - Beleuchtet werden Personen, die Weißen Feminismus praktizieren, wie Sophie Passmann und Alice Schwarzer - Besonders viel ging es um trans Personen, die ja von den aktuellen Entwicklungen am akutesten bedroht sind und wo besonders viel Delegitemierung stattfindet - Neu waren für mich z.B. die Details zu Privilegien durch den deutschen Pass (und die Politik will die Einbürgerung aktuell ja wieder erschweren??? Einfach wtf) und Arbeiterrechten in der Prostitution bzw. welche Probleme mit Kriminalisierung einhergehen, da hat mir echt was an Perspektive gefehlt - Besonders gut gefallen hat mir auch die kapitalismuskritische und klassenbewusste Herangehensweise der Autorin Das Buch hat also wirklich Substanz. Empfehle ich gerne weiter.

4.5

Warum wir Intersektionalität im Feminismus brauchen: (Geeignet für Einsteiger*innen & Fortgeschrittene*)

Sibel Schick erklärt in ihrem Werk "Weißen Feminismus canceln - Warum unser Feminismus feministischer werden muss" die Bedeutung eines intersektionalen Feminismus. Dabei arbeitet sie v.a. die Diskriminierungsformen eines #girlboss , trans*exkludierenden (TERF - trans exclusive radical feminist), 6arbeit ablehnenden (SWERF - 6 work exclusive rafical feminist) weißen Feminismus heraus und betont, wie dieser Rassismus & Klassismus verstärkt, statt für eine gerechtere Welt für alle einzustehen. Auch wenn Schick einige Fachbegriffe benutzt, werden die sozialwissenschaftlichen Zusammenhänge gut verständlich erklärt, sodass die Lektüre gerne auch als feministische Einstiegslektüre genutzt werden kann. Auch "Fortgeschrittene" können neue Perspektiven gewinnen oder sind mindestens angehalten ihre Privilegien aktualisiert zu reflektieren. Denn Antidiskriminierung beginnt mit der Bewusstwerdung & Anerkennung der eigenen Privilegien. In diesem Sinne: ➡️ Check my priviledges. Und jetzt bist Du gefragt! Was sind Deine Privilegien? Let's do this! ✊️

Warum wir Intersektionalität im Feminismus brauchen:
(Geeignet für Einsteiger*innen & Fortgeschrittene*)
3.5

Sibel Schick hat stabile Positionen, allerdings war für mich recht wenig Neues in dem Buch dabei was ich noch nicht wusste. Dankbar war ich tatsächlich, dass oft das Augenmerk auch auf trans* und Sexarbeit gelegt wurde, das fehlt mir in anderen feministischen Sachbüchern immer noch relativ oft. Schicks Schreibstil ist ehrlich gesagt nicht immer mehr Fall, sie schwadroniert manchmal, Sätze nehmen einen halben oder ganzen Absatz ein und in einigen Stellen war mir unklar wo der rote Faden hingekommen ist. In meinen Augen auch kein sehr gutes Einstiegsbuch in die Thematiken die Schick behandelt, zumal auch die Sprache sehr "woke" ist und vermutlich bei Leuten die noch nicht so tief in der feministischen Materie abschreckend sein könnten. Und cie langen Ausführungen am Anfang des Buches zum Thema Privilegien ermüden beim lesen, bis der Einstieg dann tatsächlich kommt.

4

*Werbung da Rezensionsexemplar* Ähnlich wie bei 'Why we matter' von Emilia Roig oder 'Die Schönheit der Differenz' von Hadija Haruna-Oelker gibt uns Sibel Schick mit ihrem neuen Buch einen umfassenden Blick auf intersektionalen Feminismus, bzw. auf die Kehrseite, weißen Feminismus. Das Buch eignet sich gut für Einsteigende in intersektionalen Feminismus, da Sibel Schick grundlegende Begriffe wie Nonpology, Abl3ismus oder auch TERF erklärt. Sie rückt diese Begriffe stets in die Gegenwart ein und macht sie greifbar anhand von aktuellen Ereignissen, oder auch Verhalten von Personen/Gruppen, die entsprechend dem weißen Feminismus handeln, wie z.B. Sophie Passmann, Sarah Kuttner, Alice Schwarzer, Terre des Femmes oder J.K. Rowling. Weitere wichtige Kapitel beschäftigen sich mit politischer Teilhabe, mit Fokus auf die etlichen Menschen in Deutschland ohne Wahlrecht, sowie mit Polize1gewalt und allgemeiner Sicherheit. Außerdem gibt es ein Kapitel zu Arbeit, in dem Ausbeutung u.a. von Wanderarbeitenden und S3xarbeit thematisiert und somit ebenfalls aktuelle Debatten aufgegriffen werden. Das Buch wird abgeschlossen mit einem Interview mit der trans Aktivistin und Kulturwissenschaftlerin Lou Kordts. Sibel Schick hat versucht, einen gesamtgesellschaftlichen Blick darauf zu werfen, wie weißer Feminismus sich äußert und wie dieser schadet. Meinem Empfinden nach ist das Buch rund geworden, jedoch bleibt es bei ca. 255 Seiten nicht aus, dass manche Themen kürzer kommen und schnell abgehandelt werden. Für mich persönlich waren die Abschnitte im Buch die interessantesten, in denen die Autorin die Brücke zwischen Theorie bzw. Fachbegriffen und Praxis schlägt und sehr gut veranschaulicht, wie z.B. ganz konkret Transf3indlichkeit das Leben von Menschen verschlechtert und bedroht. Damit verschafft Sibel Schick Missständen Sichtbarkeit, die in der Lebensrealität von manchen Menschen bisher unsichtbar blieben. Gut gefallen hat mir auch das Quellenverzeichnis, da auch im Fließtext schon immer wieder spannende Bücher, Podcasts oder Artikel zitiert werden und man so die Möglichkeit hat, sich tiefer mit genannten Themen zu beschäftigen. Ich denke, selbst wenn man sich bereits grundlegend mit weißem Feminismus beschäftigt hat, kann man von Sibel Schick noch einiges mitnehmen, die unzähligen Beispiele auch über Deutschland hinaus, die Verflechtung der -ismen, das Gesamtbild. CN: Rassi$mus, S3xismus, M0rd, Transf3indlichkeit, Abl3ismus, Kindesmi$shandlung, s3xuelle Gewalt, K-Wort, Schwangerschafts@bbruch

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4

Sibel Schick hat hier ein dringend notwendiges Plädoyer für einen feministischeren Feminismus geschrieben. Ohne Intersektionalität werden wir nicht über Hierarchien und Ausbeutung hinwegkommen. Und endlich, endlich hat jemand auch mal Klassismus auf dem Schirm und schreibt kapitalismuskritisch! Girl Boss Feminism bringt uns nämlich nicht weiter. - Dieser Feminismus konzentriert sich auf den Frauenanteil in Leitungsebenen, also in den Chefetagen, was bedeutet, dass gesellschaftliche Hierarchien nicht als Problem wahrgenommen werden, sondern nur als Strukturen, die man bedienen lernen muss. - Leider sind wir alle komplett hirngewaschen, was unsere Einstellung zu Erwerbsarbeit, Geld, Ressourcen angeht. Das geht so weit, dass eine Person in meinem Bekanntenkreis, die seit über 30 Jahren krank ist und Geld vom Staat bezieht, über die faule Jugend meckert, die nicht mehr arbeiten will. Bezogen vor allem auf die Altenpflege, einen Beruf, den diese Person selber niemals hätte ergreifen wollen oder können. Die 3 Stunden in der Woche, die sie in einem Jugendtreff absolviert hat, waren ihr meist auch schon zu viel. Und nicht falsch verstehen: ich habe Verständnis für die Person und ihre Erkrankung, weil ich in einer ähnlichen Situation bin. Aber ich kann nicht verstehen, wie man dann auf andere hinabblicken und solche Sachen sagen kann. - "Ich hatte es schwer, also sollen andere es auch schwer haben" ist natürlich kein Feminismus, sondern schlicht unsolidarisch. - Neben Erklärungen zu verschiedenen Diskriminierungsformen und leidenschaftlichen Blicken in Richtung Solidarität und Gemeinschaft, gibt es auch interessante Analysen zu Texten und Interviews von Personen wie Sophie Passmann oder Alice Schwarzer. Das Thema Trans nimmt einen guten Teil ein, was meiner Meinung richtig und dringend notwendig ist, wenn man sich den Hass und die Kampagnen gegen trans Menschen aktuell anguckt. Hier wird mit Betroffenen gesprochen, sie werden zitiert und generell wird gut aufgeklärt. Obwohl ich schon sehr in den Thematiken stecke, habe ich doch noch einiges mitgenommen und das Buch gerne gelesen (auch wenn ich es natürlich hasse, dass es notwendig war, es überhaupt zu schreiben). Mein einziger Kritikpunkt ist der repetitive Schreibstil. Das Thema ist halt doch ein bisschen dünn für die Seitenzahl und dadurch gibt es viele Wiederholungen mit ähnlichen Formulierungen. Trotzdem eine große Empfehlung an einfach alle!

4

Hoch politisch, reflektiert und ein Weckruf

**** Worum geht es? **** Was ist weißer Feminismus? Was bedeutet in dem Kontext eigentlich Canceln? Was für alternative feministische Bewegungen gibt es eigentlich? Es erinnert an die ursprünglichen Ziele und führt aus vielen Perspektiven Minderheiten in das Bild. Was bedeutet es wenn eine Minderheit eine andere Minderheit diskriminiert? Wann sprechen wir auch hier von Begrifflichkeiten wie Ausgrenzung oder gar Rassismus? Die Grenzen sind fein und die Stimmen laut, vielleicht nicht laut genug? Und welchen Stimmen kann man noch vertrauen? Die Autorin nagt mit ihrer Argumentation ganz klar am Zahn der Zeit. **** Mein Eindruck **** Reflektiert, reflektiert, reflektiert! Der Inhalt des Buches zeugt von intensiver Recherche und einem eigenen Meinungsbild, was hier immer klar getrennt und mit Fremdargumentation unterstützt wird. Jeder Satz wirkte für mich sehr durchdacht und evaluiert. Vieles deckte sich hier mit dem Meinungsbild, das ich selbst auf diesem Gebiet auf universitärer Ebene und von Kongressen erfahre. Es stellt optimal das Problem der Gleichstellungsbewegung dar. Diversität vs. Elitärität. Ein Thema was uns wirklich alle etwas angeht. Das Buch stellt viele Fakten und Bewegungen auf kurze und informative Weise dar, weiß dabei aber eben auch die Leserschaft zu fesseln. Die Argumente sind inhaltlich stringent und logisch aufeinander aufgebaut. Ein roter Pfaden ist klar zu erkennen. Es handelt sich hierbei um ein lebhaftes und bewegendes Sachbuch, das in Gänze an dem aktuellen System und den Problemen nagt und für eine Veränderung steht. Dem Bewusstsein, dass dies Arbeit ist und dem Appell, dass sich diese lohnen wird. Ich fühle mich dazu inspiriert zu sagen, dass am Ende noch immer das Sprichwort gilt: von nichts kommt nichts. Das Buch erinnert auf die beste Art, die ich mir vorstellen kann, dass Feminismus kein Schimpfwort ist, sondern harte Arbeit um für Gleichheit zu sorgen. Einziges Manko sind die sich immer wiederholenden Fakten und Argumente, zwar in einem weitergefassten Kontext, dennoch hätte ich mir da mehr Präzision aufgrund der Relevanz gewünscht.   **** Empfehlung? **** Wollt ihr Teil des Problems werden, es erkennen und angehen oder es zumindest auf erster Distanz verstehen? Dann kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es informiert und motiviert auf konstruktive und evaluierte Weise.

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