Unternehmer
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Description
Vielleicht ist das überhaupt das Wesen der Arbeit: Dass sich stets – so schön diese Arbeit auch sein mag – eine zweite Person in einem regt, die nicht arbeiten will. Und fehlt dieses Nichtwollen in einem drin bei einer Tätigkeit, dann handelt es sich nicht um Arbeit.
Lipa ist dreizehn, und sie ist Mitarbeiterin des Monats in einem Familienunternehmen der besonderen Art. Gemeinsam mit dem Vater und ihrem kleinen Bruder, dem einarmigen Berti, durchforstet sie die Industrieruinen der Schwarzwaldtäler nach verwertbaren Stoffen, Tantal und Wolfram etwa, denn die, sagt der Vater, «werden uns besonders reich machen». Er sagt: «Heute ist Spezialtag.» Und: «Schmerzen müssen wir ertragen können. Das ist das Gesetz des Unternehmertums.»
Davon, aber auch von Lipas Liebe zum langen Nasen-Timo, vom Aufbegehren und von den unvermeidlichen Verschiebungen im Familiengefüge erzählt Matthias Nawrat in kaum je gehörten Sätzen. «Unternehmer» sucht nach dem Wert und dem Wesen der Arbeit, der Familie, der Liebe, überhaupt der Beziehungen untereinander und berichtet davon mit den Mitteln der Poesie: witzig, warmherzig und auch weise. Dass Matthias Nawrat als Erzähler die Menschen kennt, als Naturwissenschaftler aber auch die Dingwelt und ihre Gesetze, hält dieses Unternehmen mühelos am Boden der Tatsachen.
«Ein grandioser Auftakt», befanden Jury und Publikum des Bachmann-Preises über das erste Kapitel dieses abenteuerlichen Coming-of-Age-Romans, der zugleich Parabel ist auf die Welt der Werktätigen und eine dunkle Liebeserklärung an den Schwarzwald.
Book Information
Author Description
Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg und lebt heute in Berlin. Sein inzwischen fünf Romane und einen Gedichtband umfassendes Werk wurde viele Male ausgezeichnet – unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, der Alfred Döblin-Medaille, dem Literaturpreis der Europäischen Union sowie dem Fontane-Literaturpreis 2023. Der Roman Unternehmer war 2014 für den Deutschen Buchpreis, Der traurige Gast 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2026 erhielt Matthias Nawrat den Berliner Literaturpreis für sein bisheriges Werk. Mit Das glückliche Schicksal folgt im März 2026 ein neuer Roman.
Posts
Was war denn das für ein Buch? Lipa Langstrumpf im apokalyptischen unversehrten Taka-Tuka-Schwarzwaldtälchen, eine Mischung aus Coming-of-Age, Dystopie und Kapitalismuskritik. Total irres Setting und Figuren. Deutschland ist zerstört, nur wie genau und warum wird nicht beschrieben. Eine Sojus-Rakete steckt im südbadischen Boden, also vielleicht ein atomarer Weltkrieg. Es gibt Ruinenstädte wie Staufen, zombieartige Ansammlungen wie Bad Krotzingen, aber auch idyllische Rückzugsorte im Hochschwarzwald, wo die 14jährige Lipa mit kleinem Bruder und Eltern wohnt. Der Vater trimmt die Familie auf Kapitalgesellschaft. Alle sind Unternehmer, schlachten alte Maschinen aus und verhökern die Rohstoffe, wie Kupfer und Kobalt an Schrotthändler. Da gibt es für die Unternehmer auch mal Verluste (beispielsweise des Bruders Arm), aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Hier geht es nicht um das Erzählen einer Geschichte oder um die Ausschmückung einer fiktiven Welt. Hier geht es nur um Sprache und um Überspitzung des Überlebenskampfs als knallharter Wirtschaftswettbewerb. Vieles Interessante steht wohl zwischen den Zeilen oder bleibt unbeschrieben. Insofern bleibt auch eine gewisse Form von Enttäuschung bei mir zurück. Ein ausformulierter Roman und standardmäßiger Seitenzahl hätte mich bestimmt mehr fesseln können, als diese unbefriedigende, novellenartige Aneinanderreihung von skurrilen Wortschöpfungen. Künstlerisch sicher wertvoll, mehr für mich aber auch nicht.
Was war denn das für ein Buch? Lipa Langstrumpf im apokalyptischen unversehrten Taka-Tuka-Schwarzwaldtälchen, eine Mischung aus Coming-of-Age, Dystopie und Kapitalismuskritik. Total irres Setting und Figuren. Deutschland ist zerstört, nur wie genau und warum wird nicht beschrieben. Eine Sojus-Rakete steckt im südbadischen Boden, also vielleicht ein atomarer Weltkrieg. Es gibt Ruinenstädte wie Staufen, zombieartige Ansammlungen wie Bad Krotzingen, aber auch idyllische Rückzugsorte im Hochschwarzwald, wo die 14jährige Lipa mit kleinem Bruder und Eltern wohnt. Der Vater trimmt die Familie auf Kapitalgesellschaft. Alle sind Unternehmer, schlachten alte Maschinen aus und verhökern die Rohstoffe, wie Kupfer und Kobalt an Schrotthändler. Da gibt es für die Unternehmer auch mal Verluste (beispielsweise des Bruders Arm), aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Hier geht es nicht um das Erzählen einer Geschichte oder um die Ausschmückung einer fiktiven Welt. Hier geht es nur um Sprache und um Überspitzung des Überlebenskampfs als knallharter Wirtschaftswettbewerb. Vieles Interessante steht wohl zwischen den Zeilen oder bleibt unbeschrieben. Insofern bleibt auch eine gewisse Form von Enttäuschung bei mir zurück. Ein ausformulierter Roman und standardmäßiger Seitenzahl hätte mich bestimmt mehr fesseln können, als diese unbefriedigende, novellenartige Aneinanderreihung von skurrilen Wortschöpfungen. Künstlerisch sicher wertvoll, mehr für mich aber auch nicht.
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Vielleicht ist das überhaupt das Wesen der Arbeit: Dass sich stets – so schön diese Arbeit auch sein mag – eine zweite Person in einem regt, die nicht arbeiten will. Und fehlt dieses Nichtwollen in einem drin bei einer Tätigkeit, dann handelt es sich nicht um Arbeit.
Lipa ist dreizehn, und sie ist Mitarbeiterin des Monats in einem Familienunternehmen der besonderen Art. Gemeinsam mit dem Vater und ihrem kleinen Bruder, dem einarmigen Berti, durchforstet sie die Industrieruinen der Schwarzwaldtäler nach verwertbaren Stoffen, Tantal und Wolfram etwa, denn die, sagt der Vater, «werden uns besonders reich machen». Er sagt: «Heute ist Spezialtag.» Und: «Schmerzen müssen wir ertragen können. Das ist das Gesetz des Unternehmertums.»
Davon, aber auch von Lipas Liebe zum langen Nasen-Timo, vom Aufbegehren und von den unvermeidlichen Verschiebungen im Familiengefüge erzählt Matthias Nawrat in kaum je gehörten Sätzen. «Unternehmer» sucht nach dem Wert und dem Wesen der Arbeit, der Familie, der Liebe, überhaupt der Beziehungen untereinander und berichtet davon mit den Mitteln der Poesie: witzig, warmherzig und auch weise. Dass Matthias Nawrat als Erzähler die Menschen kennt, als Naturwissenschaftler aber auch die Dingwelt und ihre Gesetze, hält dieses Unternehmen mühelos am Boden der Tatsachen.
«Ein grandioser Auftakt», befanden Jury und Publikum des Bachmann-Preises über das erste Kapitel dieses abenteuerlichen Coming-of-Age-Romans, der zugleich Parabel ist auf die Welt der Werktätigen und eine dunkle Liebeserklärung an den Schwarzwald.
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Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg und lebt heute in Berlin. Sein inzwischen fünf Romane und einen Gedichtband umfassendes Werk wurde viele Male ausgezeichnet – unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, der Alfred Döblin-Medaille, dem Literaturpreis der Europäischen Union sowie dem Fontane-Literaturpreis 2023. Der Roman Unternehmer war 2014 für den Deutschen Buchpreis, Der traurige Gast 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2026 erhielt Matthias Nawrat den Berliner Literaturpreis für sein bisheriges Werk. Mit Das glückliche Schicksal folgt im März 2026 ein neuer Roman.
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Was war denn das für ein Buch? Lipa Langstrumpf im apokalyptischen unversehrten Taka-Tuka-Schwarzwaldtälchen, eine Mischung aus Coming-of-Age, Dystopie und Kapitalismuskritik. Total irres Setting und Figuren. Deutschland ist zerstört, nur wie genau und warum wird nicht beschrieben. Eine Sojus-Rakete steckt im südbadischen Boden, also vielleicht ein atomarer Weltkrieg. Es gibt Ruinenstädte wie Staufen, zombieartige Ansammlungen wie Bad Krotzingen, aber auch idyllische Rückzugsorte im Hochschwarzwald, wo die 14jährige Lipa mit kleinem Bruder und Eltern wohnt. Der Vater trimmt die Familie auf Kapitalgesellschaft. Alle sind Unternehmer, schlachten alte Maschinen aus und verhökern die Rohstoffe, wie Kupfer und Kobalt an Schrotthändler. Da gibt es für die Unternehmer auch mal Verluste (beispielsweise des Bruders Arm), aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Hier geht es nicht um das Erzählen einer Geschichte oder um die Ausschmückung einer fiktiven Welt. Hier geht es nur um Sprache und um Überspitzung des Überlebenskampfs als knallharter Wirtschaftswettbewerb. Vieles Interessante steht wohl zwischen den Zeilen oder bleibt unbeschrieben. Insofern bleibt auch eine gewisse Form von Enttäuschung bei mir zurück. Ein ausformulierter Roman und standardmäßiger Seitenzahl hätte mich bestimmt mehr fesseln können, als diese unbefriedigende, novellenartige Aneinanderreihung von skurrilen Wortschöpfungen. Künstlerisch sicher wertvoll, mehr für mich aber auch nicht.
Was war denn das für ein Buch? Lipa Langstrumpf im apokalyptischen unversehrten Taka-Tuka-Schwarzwaldtälchen, eine Mischung aus Coming-of-Age, Dystopie und Kapitalismuskritik. Total irres Setting und Figuren. Deutschland ist zerstört, nur wie genau und warum wird nicht beschrieben. Eine Sojus-Rakete steckt im südbadischen Boden, also vielleicht ein atomarer Weltkrieg. Es gibt Ruinenstädte wie Staufen, zombieartige Ansammlungen wie Bad Krotzingen, aber auch idyllische Rückzugsorte im Hochschwarzwald, wo die 14jährige Lipa mit kleinem Bruder und Eltern wohnt. Der Vater trimmt die Familie auf Kapitalgesellschaft. Alle sind Unternehmer, schlachten alte Maschinen aus und verhökern die Rohstoffe, wie Kupfer und Kobalt an Schrotthändler. Da gibt es für die Unternehmer auch mal Verluste (beispielsweise des Bruders Arm), aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Hier geht es nicht um das Erzählen einer Geschichte oder um die Ausschmückung einer fiktiven Welt. Hier geht es nur um Sprache und um Überspitzung des Überlebenskampfs als knallharter Wirtschaftswettbewerb. Vieles Interessante steht wohl zwischen den Zeilen oder bleibt unbeschrieben. Insofern bleibt auch eine gewisse Form von Enttäuschung bei mir zurück. Ein ausformulierter Roman und standardmäßiger Seitenzahl hätte mich bestimmt mehr fesseln können, als diese unbefriedigende, novellenartige Aneinanderreihung von skurrilen Wortschöpfungen. Künstlerisch sicher wertvoll, mehr für mich aber auch nicht.





