Übung in Gehorsam
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Description
Book Information
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Sarah Bernsteins Roman „Übung in Gehorsam“ ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Intensität und poetischer Präzision. In einer Sprache, die zwischen kristallklarer Beobachtung, düsterer Andeutung und symbolischer Verdichtung changiert, entwirft Bernstein das Porträt einer namenlosen Ich-Erzählerin – einer Frau, die sich selbst zur Unsichtbarkeit erzogen hat und nun, zwischen Gehorsam und Identitätssuche, langsam an die Grenzen ihrer Passivität stößt. Die Erzählerin verlässt ihre anonyme Großstadtexistenz, kündigt Job und Wohnung, um ihrem älteren Bruder in einem abgelegenen Ort zu dienen – einem Ort, der nicht nur geographisch fremd ist, sondern auch die Heimat ihrer einst vertriebenen Vorfahren. In dieser Konstellation verdichten sich Themen wie familiäre Machtstrukturen, Geschlechterrollen, Ausgrenzung und die Last jüdischer Identität zu einem dichten Gewebe aus Symbolen und Reflexionen. Bernstein gelingt es, mit subtiler Sprachgewalt eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichermaßen realistisch wie albtraumhaft wirkt. Die Erzählerin – alterslos, namenlos, konturlos – bleibt für die Außenwelt wie für den Lesenden schwer greifbar, und doch ist ihre Präsenz in jeder Zeile spürbar. Ihre Erzählung ist durchdrungen von einem tiefen Bewusstsein für Sprache, Erinnerung und die unmerklichen Kräfte, die Leben formen und deformieren. Die Handlung – soweit sie fassbar ist – schreitet langsam, manchmal fast unmerklich voran. Es sind vor allem innere Bewegungen, gedankliche Schichtungen und surreale Beobachtungen, die den Rhythmus bestimmen. Der Text fordert Konzentration und lädt mehr zum Entschlüsseln als zum bloßen Lesen ein. Gerade in dieser hermetischen Dichte liegt jedoch die große Stärke des Romans. Dieses Buch ist kein einfach zugänglicher Pageturner, sondern eine literarische Herausforderung, die nachhallt – unbequem, vielschichtig, von hoher stilistischer Reife. Es ist ein Werk, das mehr Fragen stellt als Antworten liefert – und genau darin liegt seine nachhaltige Kraft. Ein sprachlich herausragender, tiefgründiger und symbolisch reicher Roman über Gehorsam, Identität, Schuld und Erinnerung – fordernd, lohnend, unvergleichlich. Dass „Übung in Gehorsam“ auf der Shortlist des Booker Prize 2023 stand, ist mehr als gerechtfertigt. Und jetzt wurde dieser Roman ganz frisch für den Internationalen Literaturpreis 2025 des Hauses der Kulturen der Welt nominiert. Congrats! Aus dem Englischen von Beatrice Faßbender.

Ich liebe Bücher, die viele Fragen hinterlassen … und nach einem Wiederlesen schreien so wie dieses, das Einen gefangen im Kopf einer verstörten? Frau hält. Was tatsächlich passiert ist, was die Aussenwelt denkt, kann man nur erraten … Total spannend. Das Motto gibt uU Auskunft: „Ich kann den Spieß umdrehen und tun und lassen, was ich will. Ich kann Frauen stärker machen. Ich kann sie gehorsam und mordlüstern zugleich machen“ Paula Rego ————- Das Buch spuckt mir durch den Kopf ( Ja, es hat auch Horrorelemente). Es geht im Hintergrund um Geschichte, um ihr Wiederholungspotenzial, wie man mit ihr umgeht über Generationen hinweg, es geht um Vorurteile und wie man ihnen begegnet. Wie gesagt: Der Inhalt ist nicht wirklich greifbar und das gefällt mir, deswegen erhöhe ich die Bewertung von 4 auf 5.
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Sarah Bernsteins Roman „Übung in Gehorsam“ ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Intensität und poetischer Präzision. In einer Sprache, die zwischen kristallklarer Beobachtung, düsterer Andeutung und symbolischer Verdichtung changiert, entwirft Bernstein das Porträt einer namenlosen Ich-Erzählerin – einer Frau, die sich selbst zur Unsichtbarkeit erzogen hat und nun, zwischen Gehorsam und Identitätssuche, langsam an die Grenzen ihrer Passivität stößt. Die Erzählerin verlässt ihre anonyme Großstadtexistenz, kündigt Job und Wohnung, um ihrem älteren Bruder in einem abgelegenen Ort zu dienen – einem Ort, der nicht nur geographisch fremd ist, sondern auch die Heimat ihrer einst vertriebenen Vorfahren. In dieser Konstellation verdichten sich Themen wie familiäre Machtstrukturen, Geschlechterrollen, Ausgrenzung und die Last jüdischer Identität zu einem dichten Gewebe aus Symbolen und Reflexionen. Bernstein gelingt es, mit subtiler Sprachgewalt eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichermaßen realistisch wie albtraumhaft wirkt. Die Erzählerin – alterslos, namenlos, konturlos – bleibt für die Außenwelt wie für den Lesenden schwer greifbar, und doch ist ihre Präsenz in jeder Zeile spürbar. Ihre Erzählung ist durchdrungen von einem tiefen Bewusstsein für Sprache, Erinnerung und die unmerklichen Kräfte, die Leben formen und deformieren. Die Handlung – soweit sie fassbar ist – schreitet langsam, manchmal fast unmerklich voran. Es sind vor allem innere Bewegungen, gedankliche Schichtungen und surreale Beobachtungen, die den Rhythmus bestimmen. Der Text fordert Konzentration und lädt mehr zum Entschlüsseln als zum bloßen Lesen ein. Gerade in dieser hermetischen Dichte liegt jedoch die große Stärke des Romans. Dieses Buch ist kein einfach zugänglicher Pageturner, sondern eine literarische Herausforderung, die nachhallt – unbequem, vielschichtig, von hoher stilistischer Reife. Es ist ein Werk, das mehr Fragen stellt als Antworten liefert – und genau darin liegt seine nachhaltige Kraft. Ein sprachlich herausragender, tiefgründiger und symbolisch reicher Roman über Gehorsam, Identität, Schuld und Erinnerung – fordernd, lohnend, unvergleichlich. Dass „Übung in Gehorsam“ auf der Shortlist des Booker Prize 2023 stand, ist mehr als gerechtfertigt. Und jetzt wurde dieser Roman ganz frisch für den Internationalen Literaturpreis 2025 des Hauses der Kulturen der Welt nominiert. Congrats! Aus dem Englischen von Beatrice Faßbender.

Ich liebe Bücher, die viele Fragen hinterlassen … und nach einem Wiederlesen schreien so wie dieses, das Einen gefangen im Kopf einer verstörten? Frau hält. Was tatsächlich passiert ist, was die Aussenwelt denkt, kann man nur erraten … Total spannend. Das Motto gibt uU Auskunft: „Ich kann den Spieß umdrehen und tun und lassen, was ich will. Ich kann Frauen stärker machen. Ich kann sie gehorsam und mordlüstern zugleich machen“ Paula Rego ————- Das Buch spuckt mir durch den Kopf ( Ja, es hat auch Horrorelemente). Es geht im Hintergrund um Geschichte, um ihr Wiederholungspotenzial, wie man mit ihr umgeht über Generationen hinweg, es geht um Vorurteile und wie man ihnen begegnet. Wie gesagt: Der Inhalt ist nicht wirklich greifbar und das gefällt mir, deswegen erhöhe ich die Bewertung von 4 auf 5.






